Der Dreifaltigkeits-Hymnus von Marienfried

Der Bericht über die Marien­erscheinung in Marienfried sagt:

  1. „Als die Erscheinung zu sprechen aufhörte, war plötzlich eine große Schar von Engeln um sie her.“ — Münd­lich wurde dazu noch berichtet, daß Bärbel (Rueß), die Seherin, soweit das Auge reichte, unzählige Engel sah, darunter ganz große und gewaltige.
  2. „Die dreifache Strahlenkrone über dem Haupt der Erscheinung war so hell und groß, daß sie den ganzen Him­mel bedeckte.“ So stand Maria unter den Engeln als ihre Königin.

Diese dreifache Strahlenkrone kann uns dreierlei sagen: Zum einen ist Maria Königin in den drei Ringen der Engelchöre; zum anderen deutet sie auf die Ehrung Mariens durch den Dreifaltigen — sie trägt die Krone des Vaters als dessen Tochter, die Krone des Sohnes als dessen Mutter und die Krone des Heiligen Geistes als dessen Braut; zum dritten deutet diese Krone auf das dreifache Königtum Mariens: als Königin aller Schöpfung — der stoff­lichen, der leibseelischen und der rein geistigen, d.h. der seligen Geister. Die­se den ganzen Himmel bedeckende Strahlenkrone zeigt Maria als Königin des Weltalls.

  1. Die Gestalt Mariens wird geschil­dert als engelgleich, ganz vergeistigt, verklärt, durchlässig für den Gnaden­strom, dessen Mittlerin sie in ihrer Reinheit und Mütterlichkeit ist, „Licht vom Lichte“ wie ein Kristall. Maria ist das reinste Gefäß göttlicher Herrlich­keit, die sichtbar gewordene Wirklich­keit des Titels, den sie sich nach dem Willen des Vaters selber gibt: „Ich bin die große Gnadenvermittlerin. Der Vater will, daß die Welt diese Stellung seiner Dienerin anerkennt.“

Als die Erscheinung den Segen gab, gingen von ihren Händen lauter Strah­len aus — ein Sinnbild der Gnaden­ströme, die sie vermittelt. Als die „Dau­ernde Braut des Heiligen Geistes“, ganz von seinem Glanz durchflutet, „das kristallene Meer“ (vgl. Offb. 4,6), steht Maria inmitten der reinen Geister, er­haben über sie alle. Maria steht da als die alle Überragende. Denn auch die­ser Heerscharen der reinen Geister wegen war sie unbefleckt empfangen.

Als Neuanfang der neuen Schöp­fung ist sie ja auch um der Menschen und um dieser sichtbaren Welt willen sichtbar als das „Zeichen am Himmel“. Sie ist das große Zeichen für die Worte Gottes in der Geheimen Offenbarung: „Seht, ich mache alles neu“ (21,5). Also um Christi willen und des ganzen Kosmos wegen ist sie so schön, so rein.

Als das Urbild der reinen, gott­gewollten Schöpfung steht sie inmitten der Engel mit dieser dreifachen Strahlenkrone. Die Gnadenmittlerin, die segnet und von deren Händen Strahlen ausgehen, stellt sich hier dar in ihrer totalen Bereitschaft und Durch­lässigkeit.

Dieser Dreifaltigkeitshymnus will bewußt mit Maria und den hl. Engeln gebetet sein und er lehrt uns, wie wir unser ganzes Beten hineinheben sol­len in diese heilige Gemeinschaft.

Dieser Hymnus soll als eine geistige Licht- und Kraftquelle und als Glut­herd gesehen werden, als das „Credo von Marienfried“, das wie Strom­wellen, wie geistliche Wasserströme hinausflutet in die Kirche und in die ganze Welt. Im geistigen Wort liegt die Macht Gottes!

Dieser Hymnus soll mitten aus Kampf, aus Not und Schmerz heraus gebetet werden, als sieghaftes Credo und sich fortsetzen in dem Wort St. Michaels: „Wer ist wie Gott?“ und im Sanctus aller hl. Engel. Und er soll sich fortsetzen in der schönsten Antwort der Schöpfung: „Ecce ancilla domini, fiat mihi secundum Verbum tuum.“ ­„Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“

Dieser Hymnus wie auch alle ande­ren Worte Mariens und der hl. Engel sind nicht nur wirksames Lob Gottes in unserem Mund — andere Gebete nicht ausgenommen—, sondern sie sind auch eine mächtige Peitsche gegen die Mächte der Finsternis, welche den Exorzismus und die Segenskraft der Priester unterstützt. Aber immer muß dieses Lob Gottes unterbaut sein von unserer wahren Armut im Geiste und unserer Lauterkeit.

So wollen wir uns an Jericho erin­nern. Es fiel durch den Glauben, durch das Opfer, durch den Lobgesang der Israeliten, die mit der Bundeslade, der Arche des Bundes, um die Stadtmauern zogen. So ist Marienfried eine herrliche Siegesbotschaft!

Franz Josef Wieser

 

HYMNUS ZUR HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT

von den Engeln
bei der Muttergottes-Erscheinung in Marienfried

am 25. Juni 1946 gebetet:

Heil Dir, ewiger Herrscher, lebendiger Gott, allzeit Gewesener, furchtbarer und gerechter Richter, immer gütiger und barmherziger Vater! Dir werde neu und allezeit Anbetung, Lobpreis, Ehre und Herrlichkeit durch Deine sonnengehüllte Tochter, unsere wunderbare Mutter!

Heil Dir, geopferter Gottmensch, blutendes Lamm, König des Friedens, Baum des Lebens, Du unser Haupt, Tor zum Herzen des Vaters, ewig aus dem Lebenden Geborener, in Ewigkeit mit dem Seienden herrschend! Dir werde neu und allezeit Macht und Herrlichkeit und Größe und Anbetung und Sühne und Preis durch Deine makellose Gebärerin, unsere wunderba­re Mutter!

Heil Dir, Geist des Ewigen, allzeit Heiligkeit Strömender, seit Ewigkeit wirkend in Gott! Du Feuerflut vom Vater zum Sohn, Du brausender Sturm, der Du wehest Kraft und Licht und Glut in die Glieder des ewigen Leibes, Du ewiger Liebesbrand, gestaltender Gottesgeist in den Leben­den, Du roter Feuerstrom vom Immerlebenden zu den Sterblichen! Dir werde neu und in alle Ewigkeit Macht und Herrlichkeit und Schönheit durch Deine sternengekrönte Braut, unsere wunderbare Mutter!

Jakob Häne, Kirchberg SG
Jakob Häne, Kirchberg: Die Engel beten mit Maria den Hymnus zur Heiligsten Dreifaltigkeit

8 Kommentare zu “Der Dreifaltigkeits-Hymnus von Marienfried

  1. Es steht nicht fest, dass den „Erscheinungen“ in Marienfried ein übernatürlicher
    Charakter zukommt. Hier bestehen ernste Zweifel, welche es nicht erlauben diese Ereignisse als übernatürliches oder echtes Geschehen anzuerkennen.

  2. Eine Frau im Wald die einen weiteren Rosenkranz lehrt und eine Seherin
    welche einen ständigen Diakon heiratet ?
    Das sieht doch sehr nach einem Produkt der Konzilskirche aus !

    Das Beispiel des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort, der einzig wahre
    Rosenkranzspalter und die wahren Erscheinungen unserer allerseligsten
    Mutter Maria in Paris, La Salette, Lourdes und Fatima und deren Botschaften
    sollten uns genügen.

  3. @jan

    Sie urteilen nicht aufgrund von Sachkenntnis. Auch Sie erwägen eine Echtheit schon im vornhinein nicht, weil Sie sehen, was nicht ist, und nicht sehen, was ist!

  4. Du Feuerflut vom Vater zum Sohn, …

    In diesem Satz wird z.B. ganz klar die Häresie der „Ortodoxen“ vertreten. (Stichwort: Filioque) Man muss sich diese „ihre Erscheinungen“ aber nicht einmal besonders aufmerksam anschauen, da sie auf den ersten Blick schon ganz offensichtlich als nicht vom Allmächtigen kommend zu erkennen sind.

  5. @Marion Strauss

    Ach, Sie haben aber „tiefe Einsichten“ ins Übernatürliche! Donnerwetter. Aber klar, solche TiefERSTblicke in die Mystik sind natürlich nur dem möglich, der einen Erscheinungsbericht „nicht einmal besonders aufmerksam anschauen muss“!

  6. Kann man tatsächlich so auffassen. Im Sinne des filioque müsste es heißen: Du Feuerflut von Vater UND Sohn.

  7. Pingback: Die Botschaft von Marienfried auf Grund der Marienerscheinungen im Jahre 1946 | POSchenker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.