Klaus Gamber: IST DIE NEUE MESSE GÜLTIG?

Nichts hat zahlreiche gläubige Katholiken mehr in Unruhe versetzt und im Glauben unsicher gemacht als die verschiedentlich aufgestellte Behauptung, die „neue Messe“ sei in jedem Fall ungültig. Es sei daher auch nicht erlaubt, einem solchen Gottesdienst beizuwohnen und dabei zu kommunizieren.

Man muß sich jedoch ernsthaft fragen, ob der Herr, der seinen Beistand bis zum Ende der Zeiten versprochen hat, es tatsächlich zuläßt, daß ein großer Teil der Gesamtkirche, also mehrere 100 Millionen Gläubige, der Gnaden des heiligen Meßopfers verlustig gehen. Womit wird die Ungültigkeit des neuen Meßritus begründet? Als wichtigstes Faktum werden die Änderungen der traditionellen Konsekrationsworte angeführt. Dabei wird vor allem die (sicher falsche) Übersetzung von „pro multis“ („für alle“ statt „für viele“) in den volkssprachlichen Ausgaben des Missale beanstandet. Durch diese Übersetzung hat bekanntlich die Auffassung moderner Theologen ihren Ausdruck gefunden, daß alle Menschen ohne weiteres das ewige Heil erlangen, weil Christus für das „Leben der (ganzen) Welt“ (Joh 6,52) sein Blut am Kreuz vergossen hat.

Ferner wird als Beweis für die Ungültigkeit der neuen Messe die Tatsache angeführt, daß in den geänderten Meßtexten und in den neuen biblischen Lesungen die Glaubenswahrheiten verkürzt, ja, vielfach im protestantischen Sinn dargestellt würden. Protestantischer Einfluß zeige sich besonders in der Zurückdrängung des latreutischen Elements (Liturgie als Dienst vor Gott) und des Sühneopfercharakters der Messe sowie in der starken Betonung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen; bei einem gleichzeitigen Abbau des Weihepriestertums, indem fast nur noch vom „Amt“ des Vorstehers der versammelten Gemeinde gesprochen werde Außerdem sei, so sagt man, in den Gebeten und Gesängen der neuen Liturgie das trinitarische Element, d. h. das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit, sowie der Gedanke an den gerechten Gott und das Gericht in den Hintergrund getreten. Es wird dabei verwiesen auf die Streichung des „Gloria Patri …“ (Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste …) im Introitus und auf die Streichung der bisherigen trinitarischen Schlußformel „Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit“ zu Gunsten der auch für einen Arianer passenden Wendung: „Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn“.

Eine Messe, die nicht mehr, wie der überlieferte Ritus, den katholischen Glauben unverkürzt wiedergebe, ja der Häresie oft erschreckend nahe sei, und in dem außerdem die von früheren Päpsten verbindlich festgelegten Konsekrationsworte geändert seien, könne, so argumentiert man, nicht mehr die Konsekration der Opfergaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut des Herrn bewirken.

Darauf ist zu erwidern: Wahr ist, daß im neuen Missale und im neuen Meßritus im besonderen eine Reihe wichtiger Elemente des überlieferten Glaubensgutes zu kurz kommen. Wahr ist, daß auch der äußere Ritus eine starke Wandlung mitgemacht hat. Diese macht die modernen dogmatischen Anschauungen auch nach außen hin deutlich, so die Zelebration des Priesters zum Volk hin, sowie die verstärkte Einbeziehung der Laien als Kommunionhelfer und Prediger in die Liturgie – und dies gegen eine fast 2000 jährige Tradition der Kirche. Wahr ist auch, daß der Glaube an den eucharistischen Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein heute vielfach neuen unklaren Vorstellungen gewichen ist, wobei die Einführung der Handkommunion in mehreren Ländern diese negative Entwicklung gefördert und zum Schwinden der Ehrfurcht vor diesem heiligen Sakrament geführt hat …

Dies alles beweist jedoch noch lange nicht, daß die von einem gläubigen Priester im Gehorsam gegenüber den kirchlichen Vorschriften nach dem neuen Missale gefeierte Messe ohne weiteres ungültig ist.

Warum nicht? Weil es nicht so sehr auf den Ritus, nicht einmal auf den genauen Wortlaut der Konsekrationsworte ankommt – wesentlich ist nur: „Das ist mein Leib“, „Das ist mein Blut“ -, sondern auf den Willen (die Intention) des zelebrierenden Priesters, eine gültige Messe im Sinne der Oberlieferung der Kirche zu feiern.

So finden wir in anderen Riten, sowohl bei den mit dem Papst unierten als auch bei den von ihm getrennten Christen im Orient, einen vom römischen Canon verschiedenen Wortlaut des Einsetzungsberichts, ohne daß irgend ein Theologe je auf den Gedanken gekommen wäre, die Verwendung der Konsekrationsworte dieser Riten bewirkten keine gültige Messe.

In den orientalischen Liturgien wird außerdem das eigentlich konsekratorische (die Wandlung bewirkende) Element nicht in den Einsetzungsworten Jesu gesehen – wenn auch diese nie ausgelassen werden -, sondern in der auf den Einsetzungsbericht folgenden Anrufung des Heiligen Geistes (Epiklese), er möge über die Opfergaben herabkommen und sie in den Leib und das Blut Christi verwandeln. Doch war auch dies für die Päpste in den vergangenen Jahrhunderten kein Grund, den Orientalen die Gültigkeit des von ihnen verwendeten Meßritus abzusprechen.

Wir dürfen das eine nicht vergessen: Nicht der Priester ist es letztlich, der die Verwandlung von Brot und Wein bewirkt, es ist vielmehr der Heilige Geist, der dies auf die Bitten des in der Person und Vollmacht Jesu Christi handelnden Priesters tut. Wenn also ein Priester den Willen hat, in der Person und Vollmacht Christi zu handeln, so bewirkt dies ohne Zweifel eine gültige Konsekration, auch wenn er sich dabei der Texte des neuen Meßbuchs bedient.

(Zitiert nach „Zurück zum gemeinsamen Erbe, S. 104 – 107)

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Quelle: Summorum pontificum.de

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Siehe ferner:

4 Kommentare zu “Klaus Gamber: IST DIE NEUE MESSE GÜLTIG?

  1. Gamber schreibt: Man muß sich jedoch ernsthaft fragen, ob der Herr, der seinen Beistand bis zum Ende der Zeiten versprochen hat, es tatsächlich zuläßt, daß ein großer Teil der Gesamtkirche, also mehrere 100 Millionen Gläubige, der Gnaden des heiligen Meßopfers verlustig gehen.

    Die Heilige Schrift anwortet: Matth. 24,15. „Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, am heiligen Orte stehen seht, wer das liest, der verstehe es wohl!“ Und Daniel schreibt dort wo der Herr hinverweist Daniel 12,11. „Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft …“

    Die Frage also vom Gamber, ob der Herr zulässt, daß die Menschen der Gnaden des heiligen Meßopfers verlustig gehen, wird eindeutig mit „JA“ beantwortet. Wie Gamber allerdings auf 100 Millionen Gläubige kommt bleibt ein Rätsel? Wer glaubt denn heute noch? Nicht einmal, daß es nur in der Kirche Rettung gibt wird geglaubt. Auch das, passt aber ganz genau zur Prophezeiung für die Endzeit. Luk 18,8. „Aber wenn der Menschensohn kommt, wird er wohl Glauben finden auf Erden?“

    Außerdem ist es ein Hohn die Messe der Unierten mit der Schreibtischmesse zu vergleichen und dann den Schluss daraus zu ziehen, der Priester könne eh sagen was er will, weil ja Gott selber wandelt.

    Diese Frage übrigens, die Gamber uns vorlegt (Man muß sich jedoch ernsthaft fragen, ob der Herr, der seinen Beistand bis zum Ende der Zeiten versprochen hat, es tatsächlich zuläßt, daß ein großer Teil der Gesamtkirche, also mehrere 100 Millionen Gläubige, der Gnaden des heiligen Meßopfers verlustig gehen. ) erinnert an die Fragen vieler, was das Heil außerhalb der Kirche angeht. Kann Gott es zulassen, daß so viele Muselmanen, Indianer, Kinder … verloren gehen. Ja, es ist so! Die Kirche lehrt es, daß nur Getaufte die den Glauben haben gerettet werden können. Und nicht einmal diese alle werden gerettet, wie wir wissen! Gott lässt einiges zu, und wir haben noch viel mehr an Übel verdient, als er an Übel zulässt. Daß ist der große Irrtum, der herumgeistert. Als ob wir das Messopfer verdient hätten. Als ob der Mensch ein Recht auf das Messopfer hat. Als ob der Mensch ein Recht auf Heil, auf ewiges Leben, auf ewige Gottesschau verdient hat. Der ganze Mist fängt an damit, daß alle meinen, daß der Mensch ein Recht auf Leben hat, ein Recht auf Nahrung, ein Recht auf Krankenversicherung … und wird dann auf die Spitze getrieben mit ein Recht auf Himmel. Es ist aber so, daß Leben, Nahrung, Gesundheit, Himmel reine Gnade ist. Unverdiente Gnade. Reine Geschenke die nicht gefordert werden können. Absolut keine Selbstverständlichkeit. Oder etwa etwas, was eingeklagt werden kann. Diese Mentalität ist ein dermaßen unverschämter Wahnsinn, direkt gegen Gott, der einen darüber staunen lässt, daß überhaupt noch so viele Milliarden Menschen von IHM was zu essen und anziehen kriegen. Daß er immernoch sehr vielen die Möglichkeit gibt, vom heilsnotwendigen Glauben erfahren zu können. Daß ER uns alle noch nicht in Schutt und Asche und in die Hölle geworfen hat, da wo wir hingehören, das lässt tatsächlich staunen über Seine Liebe, Geduld und Barmherzigkeit.

  2. Ja, die unendlich große Liebe und Barmherzigkeit unseres allmächtigen Vaters !

    Die Anhänger der Natur- und „Phantasiereligionen“ können sich in ihrer „Religion“
    retten wenn Sie ihn, den einzig wahren Dreifaltigen Gott, nicht kennen.
    Wer den Herrn jedoch kennt, kann sich nicht durch eine andere „Religion“ retten.

  3. Es reicht eben nicht zu sagen: „Das ist mein Leib!“, „Das ist mein Blut!“….
    Das ist eine Irrlehre. Hier einige Worte von P.Dr.Gregory Hesse dazu. Mehr dazu siehe:
    http://custos-sancto.blogspot.de/2014/07/in-der-neuen-messe-keine.html
    „… Als erstes schaust du dir die alte moralische Theologie an und dort findest du das was viele Moraltheologen sagen, dass es für die Gültigkeit genügt zu sagen: das ist mein Leib und das ist mein Blut!

    Dies müssen wir aber sehr vorsichtig betrachten, was war das Problem dass sie diskutierten?
    Wenn du einen Moraltheologen findest der eine Antwort auf ein Problem gibt, musst du dich auch fragen, was war das Problem das er besprach?

    Das Problem war: Akzidentiell!
    Was passiert wenn ein alter Priester Messe liest und während er es tut wird er krank wird und während der Wandlung, sagt er die Wandlungsworte über das Brot dann hebt er den Kelch und beginnt die Wandlungsworte über den Kelch zu sprechen, und alles was er sagt ist: das ist mein Blut und bricht darauf hin tot zusammen.
    Ja das ist ein Problem, was ist es, es ist es noch Wein oder ist es bereist Blut. So haben die moralischen Theologen dieses Problem untersuchen müssen und sie haben gesagt, unter diesen Umständen ist es mit höchster Wahrscheinlichkeit das Blut Christi, es ist das Blut Christi.
    Wir reden aber über das Problem, dass sich im Rahmen der traditionellen Liturgie befindet, wir reden nicht über ein Problem außerhalb dieser. Was ist wenn du redest über etwas außerhalb der traditionellen Liturgie, was ist wenn du redest über etwas außerhalb der Messe.

    Jetzt wenn du die Intention des Sakramentes siehst, es geht um die Intention zu tun was die Kirche tut, nicht was die Kirche will oder was die Kirche tun wird in der Zukunft sondern zu tun was die Kirche TUT.
    Und was ist es was die Kirche tut?

    Was die Kirche immer getan hat ist, das was die Kirche tut und was die Kirche weg gelassen hat ist, was die Kirche nicht tut.
    Im Kirchenrecht, im aktuellen wie auch all den anderen vorherigen Büchern des Kirchenrechts, heißt es: außerhalb der Messe zu wandeln ist Nephas: Sakrileg!
    Nephas ist ein hartes lateinisches Wort und kommt von phas, phas, ist göttliches Recht, nephhas ist das Gegenteil vom göttlichen Gesetz deshalb ist es etwas absolut böses!
    So der Kanon muss übersetzt werden: „Die Wandlung außerhalb der Messe zu vollziehen ist absolut böse“.
    Es ist nicht die Aufgabe des Gesetzesbuch uns zu erklären ob dies möglich ist, die Aufgabe die es hat ist nur zu sagen ob es erlaubt ist oder nicht!
    Wenn die Kirche für 2000 Jahre, außerhalb der Messe die Wandlung zu vollziehen ein Sakrileg erklärt, dann kannst du nicht sagen:
    die Kirche tut es!
    Das heißt wenn ich ein schrekliches Spiel mit Gott spielen möchte und dabei dieses Wein hier wandeln würde, würde nichts passieren da ich außerhalb der Messe bin, außer dass ich dann in Todsünde wäre. Du musst also den Unterschied sehen zwischen den Kontext, den Kontext von außerhalb der Messe und mit: IN DER TRADITIONELL FORMULIERUNG DER MESSE.
    Deshalb lehne ich die Meinung der Moraltheologen ab: dass es genügt zu sagen: das ist mein Leib und das ist mein Blut, damit ein Sakrament stattfindet, sondern teile die Meinung mit denen sie sagen: dass die englische Messe nicht gültig ist, da im römischen Missale: in dei defectibus, heißt es so: Am Anfang des römischen Missale gibt es ein Dekret meistens von zwei Seiten, es redet was passiert wenn etwas falsch läuft in der Messe.
    De defectibus opertione missale operentibus, dieses Dekret wurde publiziert und unterzeichnet von Papst Paul der V. im Jahre 1517. Ein Jahr, nachdem das Missale raus kam: „Wenn der Zelebrant unterbrochen wurde oder nicht aufmerksam beim reden der Wandlungsworte, und wenn diese kurzen oder veränderten Worte der Wandlung, einen Veränderung der Bedeutung beinhaltet, und wenn der Zelebrant die Worte der Wandlung nicht ganz korrekt wiederholt, findet kein Sakrament statt.
    Zu verändern: „die Viele“ in
    „für alle“, wie du sehen kannst, ist ein wechsel an Bedeutung, und sag nicht wie manche pseudo skolastischen Schüler, dass man in der Antike nicht den Unterschied zwischen „viele“ und „alle“ kannte. Das ist absurd! Das ist allen antiken kulturen den Verstand abzusprechen, in all den antiken Sprachen findest du das Wort: „alle“, wie in latin: omnes, und für viele: multi! Deshalb sind: „viele“ und „alle“, zwei unterschiedliche Dinge.
    Viele in diesem Land sind Demokraten, Dank Gott nicht alle, so, da ist ein Unterschied und die Worte der Wandlung zu verändern von für viele auf für alle, ist eine Veränderung an Bedeutung.
    Und das römische Missale sagt: somit findet keine Wandlung statt.
    …“

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