Karl Borromäus Adam: DIE HEILSNOTWENDIGE KIRCHE

„Es muß für sicher gelten“, so erklärte Papst Pius IX. in einer Ansprache vom 9. Dezember 1854, „daß, wer die wahre Religion nicht kennt, vor Gottes Augen noch keine Schuld hat, sofern diese Unkenntnis unüberwindlich ist. Wer wollte sich anmaßen, näherhin die Grenzen dieser Unwissenheit anzugeben bei der so vielfachen Art und Verschiedenheit der Völker, der Länder, der Geistesanlagen und so vieler anderer Umstände. Wenn wir einmal, von den Banden dieses Körpers befreit, Gott schauen werden, wie Er ist, dann werden wir gewiß erkennen, wie innig und schön die göttliche Erbarmung und Gerechtigkeit miteinander verbunden sind.“ Der kirchliche Anspruch, die Alleinseligmachende zu sein, schließt also durchaus nicht die liebende, einfühlende Würdigung der subjektiven Bedingungen und Umstände aus, unter denen eine Häresie entstanden ist. Das Verdammungsurteil der Kirche über eine Häresie ist nicht immer auch zugleich ein Verdammungsurteil über den Häretiker. Es ist für die Weitherzigkeit der katholischen Betrachtungsweise bezeichnend. daß der berühmte Redemptorist Clemens Maria Hofbauer sich gegen den lutherischen Verleger Friedrich Perthes einmal unverhohlen über die Entstehungsgründe der Reformation dahin äußerte: „Der Abfall von der Kirche ist eingetreten, weil die Deutschen das Bedürfnis hatten und haben, fromm zu sein (59).“ Hofbauer war ein überzeugter Katholik, der jede Häresie als religiös-sittliche Untat, als eine Vergewaltigung des einen Leibes Christi verurteilte. Er war sich auch wohl bewußt, daß die auslösenden Ursachen der Reformation durchaus nicht bloß religiöse gewesen sind. Aber diese Einsicht hielt ihn nicht ab, den Ernst auch der religiösen Kräfte zu würdigen, von denen die Reformation zu einem guten Teil getragen war. Daß derselbe Clemens Maria Hofbauer von der Kirche heiliggesprochen wurde, mag beweisen, daß sie seine Äußerung nicht mißbilligte, sondern in ihr nur eine Bestätigung dessen fand, was sie von jeher über die Möglichkeit eines unüberwindlichen Irrtums und eines guten Glaubens beim Häretiker festgehalten hatte.

Von da aus gewinnt der kirchliche Hauptsatz: außerhalb der Kirche kein Heil, erst sein entscheidendes Verständnis. Wohl gibt es nur eine Kirche Christi. Sie allein ist Christi Leib, und ohne sie gibt es kein Heil. Sie ist in objektivem, sachlichem Betracht der ordentliche Heilsweg, die einzige ausschließliche Lichtquelle, durch die alle Wahrheit und Gnade Christi in die raum-zeitliche Welt einströmt. Aber von dieser Lichtquelle empfangen in einem tiefen, wahren Sinn auch die, welche sie nicht kennen: ja, die sie verkennen und bekämpfen, wenn anders sie nur guten Willens sind und bleiben, wenn sie ohne selbstgerechte Eigenwilligkeit schlicht und treu nach der Wahrheit suchen. Reicht ihnen das Brot der Wahrheit und Gnade auch nicht die katholische Kirche selbst, es ist doch katholisches Brot, das sie essen. Und indem sie davon essen, werden sie, ohne daß sie es wissen oder wollen, dem übernatürlichen Wesenskern der Kirche eingefügt. Sie gehören ihrer Seele an, mögen sie auch äußerlich von ihr getrennt sein.

Die entscheidende Einheit mit dieser Kirche ist also auch für den Nichtkatholiken, der guten Willens ist, bereits da. Er sieht sie nur nicht. Aber sie ist da, unsichtbar, geheimnisvoll. Und je mehr er im Glauben und in der Liebe wächst, desto deutlicher wird er sie auch wirklich sehen. Viele haben sie schon gesehen. Und noch viel mehr werden sie sehen. Zumal da, wo der Protestantismus auf dem Glauben an Christus, den Gottmenschen, steht, da ist auch der Ansatzpunkt zu einer Wiedervereinigung mit der katholischen Kirche gegeben. Gerade weil die entscheidende Einheit so vieler Nichtkatholiken mit der Kirche bereits unsichtbar gegeben ist, lassen wir nicht von der Überzeugung, daß diese geistige Einheit dereinst in voller Schöne in die Sichtbarkeit hereintreten werde, daß – je bewußter und rückhaltloser wir alle zusammen Christi Geist in uns ausgestalten – desto gewisser jene Gnadenstunde nahen wird, in der die Schleier von unseren Augen fallen. in der wir alle Vorurteile und Mißverständnisse und alle Verbitterung abtun, in der wir uns wieder die Bruderhand drücken als wie in alter Zeit: Ein Gott, Ein Christus, Ein Hirt, Eine Herde.

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8 Kommentare zu “Karl Borromäus Adam: DIE HEILSNOTWENDIGE KIRCHE

  1. Die Modernisten versuchen nun, die vermeintliche „Einheit der Kirche“, die „Einheit der Gläubigen“ auf einer organisatorischen Ebene, von Menschenhand, zu bewerkstelligen. Sie errichten ein irdisches Konstrukt, eine „Einheit“ der Menschen. Es ist dies die Folge ihres grundsätzlichen Menschenkultes.

    Die wahre Einheit der wahren Kirche besteht aber nicht ohne die wahre Einheit im wahren Glauben. Von der „Konzilskirche“ kann also nicht diese wahre Einheit ausgehen bzw. errichtet werden, weil die „Konzilskirche“ selber gar nicht den wahren Glauben hat. Diesen hat sie ja zugunsten des Menschenkultes, des entsprechenden „Ökumenismus“, der „Humanwissenschaft“ bzw. der herrschenden Prinzipien und Ideen der „westlichen Wertegemeinschaft“ geopfert.

    Die „Konzilskirche“ ist die „Hure Babylon“. Sie hat sich dem „Fürsten der Welt“ geöffnet und hingegeben. Sie ist nicht die wahre Braut Christi von der es heißt: “Die mystische Braut Christi ist ja im Laufe der Jahrhunderte niemals befleckt worden, und sie kann nie befleckt werden nach den schönen Worten Cyprians: „Zum Ehebruch lässt sich die Braut Christi nicht führen, sie ist unbefleckt und züchtig. Nur ein Haus kennt sie, die Heiligkeit eines Schlafgemaches bewahrt sie in keuscher Scham“.” (Pius XI. in “Mortalium Animos”)

    Was besagen diese Worte von Pius XI. in Bezug auf den Glauben: “Die Jahrbücher der Kirche zeigen es genug und übergenug, dass nie eine Seuche von Irrtum sie angesteckt, nie der Abfall noch so vieler Kinder sie ins Wanken gebracht” (Pius XI. in “Ad salutem”) – Doch die „Konzilskirche“ ist ein Sumpf der Häresien, das „Sammelbecken aller Häresien“ (hl. Pius X.). Das kann also offenkundig nicht die wahre Braut Christi, die wahre röm.-kath. Kirche sein.

    Die Einheit der wahren Kirche Christi besteht u.a. folgendermaßen: „Ihre Einheit sieht der Aquinate durch die drei göttlichen Tugenden gewirkt: erstens durch die Einheit des Glaubens. „Denn alle Christen, die zum Leib der Kirche gehören, glauben dasselbe.“ Wie der Apostel schreibt: „Es ist nur ein Gott, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4,5). Daraus ergibt sich im Umkehrschluß, daß nicht zur Kirche gehört, wer nicht den Glauben hat.“ http://www.antimodernist.org/am/2014/06/28/ich-glaube-an-die-kirche/

    Der Versuch der „Konzilskirche“ besteht aber darin, auf menschlichem Wege die unterschiedlichsten Bekenntnisse unter einen organisatorischen Hut zu bringen bzw. eine Schein-„Einheit“ herzustellen. Doch das ist offenkundig nicht die Einheit, von der unser Herr Jesus Christus und Seine Apostel gesprochen haben.

    Wie konnte es zu diesem Irrweg der menschengemachten „Kirche“ und „Einheit“ kommen? U.a. sicher dadurch, weil man die sich entwickelnde, herausbildende „westliche Wertegemeinschaft“ mit der christlichen, gottgewollten Gesellschaft identifiziert. Man hat die Erlösung durch das Kreuzesopfer Jesu Christi und dessen erlösende Wirkung für die Schöpfung (schrittweise) uminterpretiert und den Zustand der gefallenen Natur für grundsätzlich beendet erachtet (zumindest für unsere „Zivilisation“).

    Der Weg der Welt (zumindest unserer „Zivilisation“) müßte demgemäß ein „guter“ sein, denn sie ist ja nun „erlöst“ und „geheiligt“. Wer diese „Zivilisation“ grundsätzlich in Frage stellt, sagt somit im Grunde etwas gegen die „Erlösung“. Das ist der Trick Satans…

    Denn wenn es so wäre, wie kann dann z.B. in einem Schott von 1934 zur Einleitung in den Osterfestkreis folgendes stehen: „Der Weihnachtsfestkreis schließt mit der Woche vor Septuagesima. Der ersehnte Erlöser ist gekommen und hat in seiner ersten Ankunft zugleich seine zweite, am Gerichtstage, begründet, eingeleitet und begonnen. Freudig haben wir Ihn als König und Herrn begrüßt und Ihm gehuldigt. ABER damit ist nicht alles getan. Seine Herrschaft muß sich durchsetzen und zur Geltung kommen. Die Herrschaft Satans, der Sünde, der Welt mit ihren falschen Grundsätzen und Ideen, die Herrschaft der bösen Begierlichkeiten, der verkehrten Leidenschaften, Anhänglichkeiten und Gewohnheiten, des Eigenwillens und der Selbstvergötterung muß in der Menschheit, in der Kirche und in uns der Herrschaft Christi weichen. „Er (Christus) muß (in der Kirche, in uns) groß werden, ich muß abnehmen“ (Joh 3,30).“

    Das macht nur Sinn, wenn die Welt (und unsere „Zivilisation“) an sich weiterhin gefallen ist und die Menschen weiterhin den Folgen der Erbsünde unterliegen. Man schaue sich hierzu einfach nur die „aufgeklärte“ Gesellschaft an… Hier ein bloße organisatorische „Einheit“ – und sei sie äußerlich noch so „liebevoll“ und hätte sie
    formell gar ein „gemeinschaftliches Bekenntnis“ – zu basteln und damit sei dann das „Evangelium“ erfüllt, ist eine üble Verhöhnung der Wahrheit…

    Klar und deutlich sind auch die Worte des „Irish Ecclesiastical Record“ von 1897 („Nihil obstat“ und Imprimatur):

    „In heart the world is pagan, it is still in evil set, and offers many a sacrifice at Mammon’s altar yet … England is a very Sodom of iniquity… a state of things which would disgrace the society of even the pagan world..“

    Und das vermerkten die Autoren Ende des 19. Jahrhunderts… Was würden sie wohl erst heute sagen…

  2. @Stephan

    Also, halten wir fest: Nach Ihrem Urteil ist demnach die aktuelle römisch-katholische, apostolische Kirche, die Kirche, wie sie sich seit dem II. Vatikanischen Konzil unter den Päpsten Paul VI., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und jetzt Franziskus versteht und darstellt, Folgendes:

    1. Sie hat nicht den wahren Glauben
    2. Sie hat sich dem “Fürsten der Welt” [also SATAN] geöffnet und hingegeben
    3. Sie ist ein Sumpf der Häresien, das “Sammelbecken aller Häresien” (hl. Pius X.)
    4. Sie ist eine menschengemachte „Kirche“
    5. Sie versucht, auf menschlichem Wege die unterschiedlichsten Bekenntnisse unter einen organisatorischen Hut zu bringen bzw. eine Schein-”Einheit” herzustellen
    6. Sie ist die Hure Babylons

    Bringen Sie dieses Ihr Urteil wirklich in Einklang mit allen wichtigen Lehrdokumenten aus und seit dem Konzil, inkl. Weltkatechismus?

  3. @Ci-devant

    Ich zitiere aus dem von Ihnen genannten umfangreichen Artikel nur Folgendes:

    Der gewöhnliche Weg des Menschen ist seine Zeugung, sein armseliges Leben und sein ewiger Tod in der Hölle. Nur wenige sind davon ausgenommen. Die wenigsten Katholiken und keinerlei Nichtkatholiken gelangen in den Himmel. Eine gegenteilige Auffassung, etwa jene von Ludwig Ott, derzufolge das Reich Christi „nicht kleiner“ sei als das Reich Satans (Grundriss, 3A, IV, 1. Abschn., 1. Teil, 3. Kap.§ 12, 3.a), rührt von einer vergifteten, liberalen Erkenntnisquelle und steht im direkten Widerspruch zu Christi Wort aus Mt 7,13-14 sowie zu unzähligen Aussagen der Theologen über die Jahrtausende.

    Schon dieser Auszug allein zeigt, wie SERIÖS dieser ganze Aufsatz ist.

  4. @POSchenker

    Wir reden hier von sehr ernsten Dingen. Weder ich noch der Aufsatzsschreiber haben die Regeln gemacht. Die Gerechtigkeit Gottes darf nicht verniedlicht werden. Bei der Sintflut vor ca. 4.400 Jahren wurden Noah, seine Söhne und deren Gattinnen, insgesamt ACHT Menschen gerettet.

    Lukas 17:26 Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird’s auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes.

    Lukas 18:8 Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden?

  5. @Ci-devant

    Ich bin mir absolut bewusst, dass es hier um sehr ernste Dinge geht. Ich habe von Oktober 1969 bis August 1971 in 15 monatlichen Folgen eine Übersetzung aus dem Französischen ins Deutsche des Buches „Du nombre des élus“ von José Ricart Torrens, Barcelona, die von Prinzessin Maria-Christina von Habsburg für meine Zeitschrift „DAS ZEICHEN MARIENS“ gemacht wurde, veröffentlicht. Ich werde, wenn möglich, mindestens Teile/Auszüge daraus in diesem meinem persönlichen Blog digitalisiert publizieren. JESUS hat ja auch gesagt: „VIELE sind berufen, aber nur WENIGE auserwählt.“ Daraus und aus dem Sintflut-Geschehen dürfen wir aber nicht ableiten, dass „der gewöhnliche Weg des Menschen sein ewiger Tod in der Hölle“ sei und dass „keinerlei Nichtkatholiken in den Himmel gelangen“!

  6. laut dem unseligen sog. dt. – kath. Konzil 1845 wird sich die Zerstörung der Kirche erfüllen. Ich staune, dass die da in Rom sich wörtlich daran halten. Jeder hat das Recht, in die Irre zu gehen, ein freier Wille, selbst einen 12-fach automatisch exkommunizierten Wojtyla heilig zu sprechen, dieses Buch werde ich nächstes Jahr veröffentlichen. Einen sog. Johannes XXIII. gab es zweimal, beide waren nicht gerade Heilige, was soll dieser Irre Modernismus, den man mit den Dogmen leicht widerlegen kann.

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