Weitere LESERBRIEFE zu meinem 1. Brief an Papst Johannes-Paul II.

Siehe auch den vorausgehenden 1. Teil!

Der Apostolische Nuntius, Msgr. Edoar­do Rovida, in Bern, hat mir nun doch unter dem Datum des 26. September 1988 ein freundliches Bestätigungs­schreiben zugehen lassen.

Es hat folgenden Wortlaut:

N. 2100

Bern, 26. September 1988

Sehr geehrter Herr Schenker

Ich habe Ihre Briefe vom 15. August und vom 24. September erhalten, sowie auch alle Unterlagen für den Heiligen Vater.

Ich kann Ihnen versichern, dass Ihre Post wirklich am Bestimmungsort an­gekommen ist.

Genehmigen Sie meine besten Wün­sche an Sie und Ihre Familie.

Mit herzlichen Grüssen

Edoardo Rovida, Apostolischer Nuntius

Und fast zur gleichen Zeit erhielt ich direkt aus Rom folgendes Schreiben:

PONTIFICIA COMMISSIO
„ECCLESIA DEI“

Rom, den 23.IX.1988

Sehr geehrter Herr Schenker!

Der Apostolische Nuntius in Bern hat unserer Kommission „Ecclesia Dei“ Ih­ren Brief an den HI. Vater und die beige­legte Nummer der Zeitschrift „Das Zei­chen Mariens“ übersandt, und wir ha­ben die Sendung erhalten.

Haben Sie Dank für die übersandten Schriften, die Ihren eifrigen Einsatz für das Wohl der Kirche bezeugen.

Beten Sie für den HI. Vater in seinem schweren Amt, und beten Sie für die Einheit der ganzen Kirche um ihn, den Stellvertreter Christi auf Erden.

Mit besten Segenswünschen grüßt

Ihr Msgr. Camille Perl, Sekretär

Natürlich habe ich Msgr. Perl sofort ge­antwortet und ihm bekundet, daß ich nicht befriedigt sei mit seinem Schrei­ben. Er möge mir ausdrücklich bestäti­gen, daß er die Briefe dem Heiligen Vater persönlich zur Kenntnisnahme vorgelegt habe. Bis heute ist darauf noch keine Erwiderung gekommen.

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Von besonderem Wert ist mir auch fol­gender Brief des durch Msgr. Lefebvre am 30. Juni 1988 geweihten (englisch-sprachigen) Bischofs Richard William­son, der, weil von seiner Rückreise in die USA über England von dort kom­mend, ziemlich verspätet bei mir ein­traf:

Wie von: St. Thomas Aquinas Seminary, Winona, MN 55987, USA

8. September 1988, Mariae Geburt

Sehr geehrter Herr Schenker!

Also, seit 20 Jahren hätten Sie für Ihren katholischen Einsatz, für Das Zei­chen Mariens, kein einziges Ermunte­rungswort von einem katholischen Bi­schof empfangen. Mit diesem Brief kommt diese Situation zu Ende!

Der persönliche Brief, den Sie soeben auf den Seiten 6917 bis 6927 im DZM veröffentlicht haben, nachdem Sie ihn dem Heiligen Vater geschickt hatten, drückt eine tiefst katholische Stellung­nahme zur heutigen Krise der Kirche aus.

Nicht daß Sie „Lefebvre-Anhänger“ geworden sind, noch daß Sie im Begrif­fe sind, es zu werden, sondern daß Sie ein glaubenstreuer Anhänger sind von demjenigen Jesus Christus, von dem der Erzbischof Lefebvre gleichfalls Anhänger ist, von dem eigentlich der hl. Apostel Paulus Anhänger und zugleich Märtyrer war: „Jesus Christus heri, hodie et in saecula“.

Möge der Herrgott noch viele Kraft und Zeit Ihrer apostolischen Feder ver­leihen! Das ist der Segenswunsch

Ihres in Christo ergebenen Dieners

† Richard Williamson

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Das Folgende ist nicht ein eigentlicher Leserbrief, sondern ein hektographiertes Rundschreiben, das uns Herr W.J. Du­ckaert, Steffeshausen 24, B-4790 Burg Reuland vom Aktionskomitee der Pfar­rei Steffeshausen zum Abdruck im DZM zugesandt hat, obwohl die Unterschrif­tenaktion an sich bereits abgeschlos­sen ist. Es soll hiermit all unseren ge­schätzten Lesern wie ein Leserbrief vor­gelegt sein, und wer will, kann sich auch jetzt noch an Herrn Duckaert wenden.

Belgien, Steffeshausen, 18.8.1988

Gelobt sei Jesus Christus!

Vielleicht wissen Sie schon, daß Pfar­rer Paul Schoonbroodt mit der Abset­zung bedroht ist, falls er der Tradition treu bleibt und konsequent die moder­ne Eucharistiefeier und die gefälschten nachkonziliaren Sakramentsriten ab­lehnt, falls er das 2. vatikanische Konzil nicht anders verstehen will als im Lichte der Tradition. Es ist ihm aber im Gewis­sen nicht möglich, diese Bedingungen zu erfüllen.

Das Aktionskomitee der Pfarrei be­zweckt, Pfarrer Schoonbroodt in sei­nem Kampf zur Verteidigung des katho­lischen Glaubens zu unterstützen und alles daran zu setzen, damit das hl. Meßopfer und die Sakramente in der überlieferten Form hier beibehalten werden und daß der Pfarrer im Amt bleibe.

Darum bitten wir dringend um Ihr Gebet und um Ihre Unterschrift zum Zeichen der Verbundenheit. Zum gege­benen Zeitpunkt werden wir die Erklä­rung mit der Anzahl Unterschriften bekanntgeben, um so die Obrigkeit von der geplanten Maßnahme abzuhalten.

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie beiliegende Erklärung bei möglichst vielen traditionstreuen Katholiken zur Unterschrift herumreichen wollten und sie uns für die erste Septemberwoche zurückschickten.

Sollte die Aktion zur Erhaltung, zur Reinerhaltung des katholischen Glau­bens in Steffeshausen erfolglos blei­ben, so wäre damit zu rechnen, daß noch andere Gruppen der Tradition an­gegriffen würden.

Anbei eine Liste (mehrere Listen) zum Ausfüllen. Sollten Sie zu wenig haben, dürfen Sie selbstverständlich weitere kopieren.

Vielen Dank im voraus! Wir verlassen uns auf Ihr Gebet und womöglich auch auf Ihren persönlichen Einsatz an höhe­rer Stelle.

Im Namen des Aktionskomitees der Pfarrei:

ANGABEN:

Pfarrer Paul SCHOONBROODT ist am 5. Mai 1933 zu Eupen geboren. Nach seiner Schulausbildung in Eupen berei­tete er sich auf das Priestertum vor im kleinen Seminar zu Saint Trond (Philo­sophie) und im Priesterseminar zu Lüt­tich (Theologie). Er empfing die hl. Prie­sterweihe in der Kathedrale zu Lüttich am 6.7.1958. Als Priester wirkte er am Lehrerseminar zu Theux; am Europase­minar in Rothem/Maastricht war er Subregens von 1966-67, von 67 bis 71 war er Dozent für Latein und Griechisch am Gymnasium in St Vith, seit 1971 ist er Pfarrer in Steffeshausen an der deut­schen Grenze, südlich von St. Vith.

In all diesen Jahren las Pfarrer Schoon­broodt stets den alten Ordo Missae und gab keine Handkommunion. Als Musi­ker und Organist pflegte er, den Ver­hältnissen in der Pfarrei entsprechend, den gregorianischen Choral und auch Polyphonie. Mit dem regelmäßigen Gesang der Vesper und der Komplet wird hier die römische Liturgie lebendig erhalten, es sei denn der jetzige Bischof von Lüttich führt die geplante Abset­zung für Mitte September durch.

Es ist Pfarrer Schoonbroodt aber nicht möglich, die geforderte Erklärung in 5 Punkten, gemäß dem Abkommen vom 5. Mai 1988 zwischen Kardinal Ratzin­ger und Mgr. Lefebvre, zu bejahen.

Nur dann würde er in seinem Amt bestätigt. Die Zelebration nach dem Missale von 1962 würde ihm zwar gewährt, er müßte aber auch den NOM lateinisch zelebrieren für die Gläubigen, die es verlangen.

BEMERKUNGEN DER REDAKTION:

Dies ist nur ein weiteres, aktuellstes Beispiel nebst Hunderten, wenn nicht Tausenden ähnlicher der jüngeren Ver­gangenheit, wie die neue Kirche, die Konzilskirche, das heißt die neue Hier­archie eine wahre „Besatzungsmacht“ geworden ist, eben, die „lieblose Macht­kirche“ im Gegensatz zur „machtlosen Liebeskirche“ in ihren Beziehungen zu den „getrennten Brüdern“! Aber auch das Kirchenvolk ist zu einem großen Teil dieser Besatzungmacht bereits so hörig, es kollaboriert bereits in so gro­ßer Zahl mit ihr und damit gegen die Guten, daß die treu zu ihren guten Hir­ten Stehenden vor diesen zahlengläubi­gen Oberhirten zu einer „quantité négli­geable“ geworden sind, zu einem klei­nen Häufchen von „Unverbesserlichen“, die es einfach zu ignorieren gilt. Solan­ge wir aber einen Papst haben, der sogar treueste Bischöfe exkommuniziert, kann man auch in diesem Fall des Pfarrers Schoonbroodt trotz aller bestgemein­ten Aktionen nur schwarz sehen, was die Reaktion des Bischofs von Lüttich betrifft. Sie haben eben neue Gesetze, und nach diesen muß auch Pfarrer Schoonbroodt „sterben“.

Soeben erfahren wir, daß Pfarrer Schoonbroodt von seinem Bischof öf­fentlich exkommuniziert wurde. Wir hof­fen, im nächsten DZM Näheres berich­ten zu können!

Basel, 13.10.88

Ich gratuliere Ihnen aufrichtig zu Ihrer Sept.-Nr. von DZM! Ihr Brief an den HI. Vater ist ein Zeugnis und für nicht wenige eine Stärkung, die nicht besser hätten ausfallen können. Immer deutli­cher wird offenbar, daß dieser Kampf des Widerstandes notwendig ist! Fah­ren Sie in Ihrem Apostolat weiter so. (…)

Mit herzt. Grüßen  P. N. P.

Amden, im Oktober 1988

Nachts halb 12 Uhr. Im Schlafzimmer ist noch Licht. Heilige Stille. Da wird noch gelesen. Was gibt es da noch Drin­gendes zu lesen? Es ist das „ZEICHEN MARIENS“, Oktober-Nummer mit den vielen Leser-Schriften. Man muß schon sagen: sie kommen aus aller Welt! Da muß man ja lesen – und zwar wenn möglich in einem Atemzuge! – Weht da ein frischer Wind aus allen Zeilen! Faszi­nierend, herzerquickend, herzerfri­schend, Krämpfe lösend und überstan­dene Kämpfe bekräftigend und erleuch­tend!

Da hat einer einmal das Kind beim rechten Namen genannt. Er hat ins Schwarze getroffen! Er hat den i-Punkt auf das I gesetzt. Er hat vielen, vielen Seelen aus innerster Seele gesprochen!

Es ist halt doch nicht so, wie manche glauben, es handle sich nur um „ein Häufchen“, das dem „Lefebvre nach­läuft“. So meinen ihrer viele, allzu viele. Es sind Hunderttausende, wenn nicht Millionen, die genau so denken wie du. Nur glauben sie, es nicht zu Papier brin­gen und der weiten Öffentlichkeit kund tun zu können, was sie schon längst im Innern bewegt.

Da hat einer „den Leuten auf’s Maul geschaut“. So ist er inne geworden, wo die Leute „der Schuh drückt“! – Einer solchen Welle, ja einer wahren Flut von positiven, ja begeisterten Zusagen in Leserzuschriften kann man sich nicht einfach entziehen, als Bagatelle abtun ­und zur Tagesordnung übergehen!!! ­Vox populi – vox Dei! Stimme des Vol­kes gleich Stimme Gottes!

Sollte jedoch dem einen oder andern braven Leser ein Quentchen von einem leisen Zweifel aufsteigen, ob es angän­gig und schicklich sei, mit der „Dicken Berta“ (Krupp-Kanone) vor der höch­sten Kirchenspitze aufzufahren und ihr den Spiegel vorzuhalten, der möge wissen, daß manche schon vor dem Autor dieses Papstbriefes dasselbe getan haben.

Nicht bloß Frauen haben in Leserbrie­fen ihre Meinung zum Ausdruck ge­bracht, auch Männer, gelehrte Häupter. Da schreibt z.B. der gelehrte Univ.-Pro­fessor Dr. Dörmann so: „Ihren persönli­chen Brief an den HI. Vater, zu dem ich Ihnen nur gratulieren kann, habe ich mit wachsender Zustimmung gelesen. Sie haben ganz einfach die Wahrheit ge­sagt.“ –

Eine Größe wie die hl. Katharina von Siena hat im 14. Jahrhundert dem damaligen Papst und seinen Vorgän­gern in geharnischten Briefen die „Epi­stel verlesen“ und gesagt, was ihres/ seines Amtes sei. Sie brachte es fertig, daß der seinerzeitige Papst Gregor Xl. anno 1379 das unselige „Exil von Avig­non“ in Südfrankreich beendete und wieder (nach mehr als 70 Jahren) nach Rom zurückkehrte, dem rechtmäßigen Sitz der Päpste… Sapienti sat! Dem Weisen genügt es.

Alfred Bischof, Res.

Oberriet, 11. Oktober 1988

Für die Zustellung der Oktober-Num­mer DZM recht herzlichen Dank und aufrichtige Glückwünsche. Ich bin über­zeugt, daß Ihr Blatt eine große Lücke in den katholischen Zeitungen ausfüllt und berufen ist, viel Segen zu stiften. Ma­chen Sie sich über eventuelle negative Stimmen keine Sorgen. Es wäre übri­gens für die Qualität Ihres Blattes ein schlechtes Zeichen, wenn die Stimme aus der Unterwelt fernbliebe.

Die Oktobernummer möchten wir gerne am kommenden Sonntag den Gläubigen zur Verfügung stellen und wir hoffen, daß sie von vielen auch bestellt werde.

Ich danke Ihnen im voraus und ver­bleibe mit Segenswünschen

Ihr ergebener – Dr. A[lois]. K[ocher].

Von einem Priesterfreund in der Schweiz:

Wie weit die Verseuchung bei unse­ren Bischöfen bereits gediehen ist, zeigt der beiliegende Ausspruch von Bischof Mamie. Er bewegt sich in der revolutio­nären Gedankenwelt des 2. Konzils und gibt nun offiziell bekannt, wie unser Oberhirte in Rom denkt. Wir haben den Neuarianismus in Reinkultur. (Das Blatt habe ich von einem Mitbruder aus X erhalten)-

Mit freundlichen Grüßen und Segenswünschen + Ihr – P. N.N.

Aus „Evangile et mission“ vom 29. September 1988, dem offiziellen Diöze­san-Blatt für die französische Schweiz: Auszug aus der „Einführung zum (Ar­beits-)Forum (der Caritas für die Asylan­ten-Aufnahme in der Schweiz)“ von Mgr. Pierre Mamie (des Bischofs von Sitten): (Übersetzung von P.O. Sch.)

„Als Bischof erinnere ich daran, daß es für einen Christen keine Fremden gibt in der Kirche, daß man kein Visum braucht, um in sie einzutreten, woher auch immer man kommt, welches auch immer die Farbe der Haut ist. Man braucht keine Aufenthaltsgenehmi­gung, um darin zu beten, man braucht keine Arbeitserlaubnis, um angestellt zu werden im Dienste des Apostolates seiner Brüder. Als Bischof rufe ich auch in Erinnerung, weil ich an einen einzi­gen Gott glaube, der Vater ist, welches auch immer der Name sei, den man ihm gibt, Allah, Immanuel, Eloim, Adonai  oder Gott, daß er Vater ist, und daß alle Menschen seine Kinder sind, alle gleich in ihrer Menschheit, alle gleich in ihrer Würde. (…)“

Anmerkung der Redaktion: Bischof Mamie macht hier Aussagen, die, jede für sich genommen, durchaus wahr, zutreffend sind, sein könnten. Bedenk­lich werden sie nur durch den Kontext, durch den Anlaß, bei dem sie und durch die Art und Weise, wie sie gemacht wurden. Sie suggerieren so die Gleich­wertigkeit der Religionen. Objektiv ge­sehen gibt es nur einen Gott. Subjektiv aber mindestens soviele wie „Religio­nen“. Und nur im katholischen Glauben stimmt der „subjektive“ Gott mit dem „objektiven“ GOTT überein! Der „All­ah“ der Moslems, der „Eloïm“ der Ju­den ist nicht der wahre, eigentliche, von Jesus Christus geoffenbarte Gott, der Seiende, der Vater, dessen Kinder wir sind, sondern ein Zerrbild, ein Phan­tom! Ein „Gegen-GOTT“. Und darum gibt es für einen wahren Christen Frem­de in der Kirche, nämlich alle jene, die seinen Glauben nicht teilen.

Krefeld, den 10.10.88

Nach erhaltenem Oktoberheft „Das Zeichen Mariens“ komme ich nicht umhin, Ihnen nochmals aus ganzem Herzen zu danken für Ihr mutiges Ein­treten für den wahren kath. Glauben und für den Hochw. Herrn Erzbischof Lefebvre und seine Priesterbruderschaft. Sie sprechen mir aus Herz und Seele mit Ihrem zweiten Fortsetzungsbrief an den HI. Vater. Ganz besonders freue ich mich über die vielen positiven Leserbriefe, die Ihnen zugegangen sind, sowie die vielen Neu-Abonnements.

Die mir übersandten Sept.-Exempla­re (20 Stck.) habe ich gestern, bei der Una-Voce-Tagung in Düsseldorf, alle an den Mann bzw. die Frau bringen kön­nen. Für eine nochmalige Gratissendung des Sept.- u. Okt.-Heftes wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Es ist jetzt endlich an der Zeit, den Modernisten mit einer harten und ver­ständlichen Sprache entgegenzutreten, so wie Sie das in Ihren Briefen an den HI. Vater getan haben. Für Feigheit habe ich nicht viel übrig, deshalb kündigte ich den „Fels“, den ich jahrelang bezo­gen hatte, um Bezieherin Ihrer Monats­schrift zu werden.

Nochmals tausendmal Danke!

Mit freundlichem Gruß und in kath. Verbundenheit – Ihre Ursula F.

Eggersriet, 4.10.1988

Ihre Zeitschrift „Das Zeichen Mariens“ habe ich per Zufall von einem Priester erhalten.

Ich bin 28-jährig und wurde im katho­lischen Glauben erzogen. Ich gehe auch oft zur Kirche und glaubte bis heute, ein wenig zu wissen über unseren Glauben.

Aber da haben Sie mich eines ganz anderen belehrt. Was Sie da schreiben, wußte ich größtenteils gar nicht. (Wur­de mir auch nie gesagt, hatte ich auch nie gehört.)

Um das zu ändern, möchte ich gerne Ihre Zeitschrift abonnieren. Habe be­reits einbezahlt.

Auch wäre ich froh, Sie könnten mir noch ein paar Zeitschriften Nr. 5 sen­den. Es gibt sicher noch viele, die aufge­klärt werden möchten.

Vielen Dank für Ihre Bemühung.

Mit freundlichen Grüßen – Christoph S.

Lebach, den 3.10.88

Zunächst einmal möchte ich „Danke“ sagen für das Wiedererscheinen der Zeitschrift DZM, die ich sehr vermißt habe.

Mit Interesse habe ich die neusten Ausgaben gelesen und muß sagen, Sie sind ein mutiger Mann, und sicher werden manche DZM abbestellen we­gen Ihrer Einstellung zu dem hochw. Herrn Erzbischof Lefebvre. Mir haben Sie voll und ganz aus der Seele gespro­chen und eigentlich müßte man diese Einstellung von allen erwarten, die sich um unseren katholischen Glauben sor­gen. Es sind nur „schlechte Fürchte“, die uns das Konzil gebracht hat. Vom Papst bin ich sehr enttäuscht, – gerade weil er „Totus Tuus“ auf sein Banner schreibt. Hatten alle hl. Vorgänger auf dem Petrus-Stuhl Unrecht? Und die Märtyrer sind wohl umsonst in den Tod gegangen. Uns bleibt nur, für ihn und alle auf Abwege geratene Geistlichen zu beten, daß Gott sie vom Heiligen Geist erleuchte.

Ihnen, lieber Herr Schenker, und Ihrer Familie, die mit Ihnen im Einsatz ist, wünsche ich weiterhin Gottes und der Himmelsmutter Segen für Ihr so wichti­ges Werk.

Herzliche Grüße — Frau Liesel J.

Orsières, 2. Oktober 1988

Erst einmal vielen herzlichen Dank für die Zustellung der von mir gewünsch­ten Schrift „Das Zeichen Mariens“. Ihr Brief an den Hl. Vater hat in meinem Bekanntenkreis große Zustimmung gefunden. Wir sind Ihnen sehr, sehr  dankbar für die deutliche Sprache, die Sie in diesem Brief angewandt haben; denn Sie haben all das angesprochen, was uns seit langem belastet. Wir lei­den alle unter dieser Ungerechtigkeit, die uns von Seiten Roms zukommt, dieser Ungerechtigkeit, die sich auch in so vielen Herzen Geistlicher und soge­nannter Katholiken „festgefressen“ hat. Kommen die Bosheiten, Verleumdun­gen und Kritiken nicht ganz einfach daher, weil man dem blühenden Werk Erzbischof Lefebvre’s neidisch ist? Nei­disch darauf, daß er und seine Geistli­chen das reine katholische Glaubens­gut den Gläubigen weitergeben, die nun alle den guten Willen haben, auch da­nach zu leben? Gehörten wir einer Sekte an oder führten wir einen unmorali­schen Lebenswandel, wäre man wohl uns gegenüber weit weniger agressiv.

Wer ist Schuld daran, daß man heute in der Öffentlichkeit oder am Arbeits­platz nicht über Ecône sprechen darf, ohne angegriffen zu werden, daß man über Erzbischof Lefebvre hereinfährt, als wäre er der schlimmste Feind? Wie gehorsam sind doch da unsere moder­nen Geistlichen der Stimme Roms, wenn es um Erzbischof Lefebvre geht! Bekä­men wir nicht Tag für Tag Hilfe von oben, wäre unser Geduldsfaden wohl längst zerrissen.

Ja, der Geist der nachkonziliaren ka­tholischen Kirche hat eine tiefe Wunde in unsere Seelen geschlagen, die solan­ge bluten wird, bis daß Rom uns den Glauben unserer Eltern zurückgibt. Wieviele werden daran verbluten müs­sen?

Mit den besten Wünschen und hoch­achtungsvollsten Grüßen

Margareth L.

Waldfeucht-Haaren, 29.9.88

Bitte notieren Sie eine Abonnements­bestellung für das Zeichen Mariens und zwar an … Herr W. hat inzwischen selbst Ihnen geschrieben, er war begeistert und hat sich von Ihnen 50 Stück schicken lassen, die er in der Sühnenacht an den Mann bringen will. Leider rücken die Priester, die unsere Sühnenächte leiten und der marianischen Priesterbe­wegung angehören, von unserem hoch­verehrten Herrn Erzbischof Marcel ab. Sie wollen, daß der Papst gehört wird. Nun, ich persönlich stehe zum Papst in allem, was recht ist, aber in Sachen Lefebvre stehe ich ganz zur Priesterbru­derschaft St. Pius X. Wie kann ein Papst so lieblos sein, daß er aufruft, sie in keiner Weise zu unterstützen. In keiner Weise, also auch nicht für sie beten? Fürchtet er das Gebet für sie? Er wird nicht verhindern können, was Gottes Wille ist. Gott hat ihm die Aufgabe zugedacht, den Glauben zu verteidigen und zu retten. Unser Gebet und unsere finanzielle Hilfe braucht die Bruder­schaft, um ihre so hohe Aufgabe zu erfüllen. Die Abgesprungenen aus der Bruderschaft werden wohl langsam aber sicher von der Hydra Amtskirche ver­schluckt werden.

Wir waren in kleiner Gemeinschaft nach Heede gepilgert, leider auch dort der Novus Ordo mit Händeklatschen der Kinder, und was ich geradezu als grotesk empfunden habe, trotz Kom­munionbank, an der die dortigen Non­nen knien, aber trotzdem die Hand hin­halten. Traurig, traurig. Wir fuhren dann weiter nach Dülmen ans Grab von Anna Katharina Emmerick und haben dort für die Kirche und für unser armes deut­sches Vaterland gebetet. Ich lege Ihnen ein Bild ihrer Ruhestätte bei.

Nun hoffe ich, daß ich noch Abonnen­ten für das DZM gewinnen kann.

Es grüßt Sie herzlich in Jesus und Maria – Ihre Hedwig M.

Ich muß mich heute einmal bedanken für das Sept.-Heft Zeichen Mariens. Ein ewiges „Vergelts Gott“ für Ihren gro­ßen Mut, den Sie darin gezeigt haben. Ich bin Pilgerleiterin und bin römisch katholisch, bin kein Modernist, war viel im Lefebvrezentrum, aber habe jetzt, Gott sei’s geklagt, keine Gelegenheit mehr, hinzukommen. Aber ich liebe meinen Glauben sehr, und der Moder­nismus ist mir ein Greuel an hl. Stätte. Weil ich den Heiland liebe, gehe ich in der modernistischen Messe mit dem Heiland in den Ölgarten und möchte ihn dort trösten für die Gleichgültigkeit seiner Priester; darum möchte ich auch gerne bei meiner nächsten Wallfahrt diese Sept.-Nummer verteilen, weil ich viele gute Menschen da bei mir habe; deshalb senden Sie mir 65 solche Exem­plare. Ich lege eine Spende dafür bei und bedanke mich auf das allerherzlich­ste auch für Ihren Glaubensmut, und grüße Sie durch Jesus, Maria und Josef.

Ihre Theresia L.

Neuheim, den 29.9.1988

Bin im Besitz einer Gratis-Nr. Ihres Heftes „Das Zeichen Mariens“.

Es freut mich sehr, daß es noch Män­ner gibt, wie Sie, die noch den Mut haben, offen zu Erzbischof Lefebvre zu stehen; dafür gehört Ihnen Lob und Dank! Nach meiner Meinung sollten alle Menschen, die dem wahren Glauben treu geblieben sind, geeint und geschlos­sen hinter Bischof Lefebvre und seiner Bruderschaft stehen. Schließlich sind unsere Ahnen für diesen Glauben in den Krieg gezogen und für diesen Glauben gestorben. Vergessen wir auch nicht die Ungezählten, die für diesen Glauben den Märtyrertod erlitten haben. Darum plagt mich oft das Gewissen, und ich danke Ihnen sehr für die Tapferkeit, die Sie beweisen, mit dem Brief an den Papst. Hoffe sehr, daß dieser Brief den Weg bis zum Papst auch findet.

Abonniere hiermit Ihre Zeitschrift und bitte um Zusendung eines Einzahlungs­scheines.

Wünsche Ihnen Gottessegen und grüße Sie freundlich – Agatha C.

München, am 14.10.88

Auch Ihr 2ter Brief an den Heiligen Vater ist ein Dokument für den Feldzug, den Erzbischof Lefebvre und seine Priesterbruderschaft gegen diese Glaubens-Verirrung führen. Bei vielen Katholiken sind die Neuerungen und Erleichterun­gen schon so tief verwurzelt, daß sie nicht merken, welchem Abgrund sie zugehen. Es fordert viel Gebet, Opfer und Sühne, um Gottes Erbarmung zu erflehen, die Zeit abzukürzen, die Satan noch gegeben ist, die Menschen ins Verderben zu stürzen.

Bitte schicken Sie mir wieder 25 Stck. Oktober-Hefte mit Zahlkarte. Tausend­mal Vergelts Gott für Ihre Hilfe im offe­nen Bekenntnis.

Ihr Werk den heiligsten Herzen Jesu und Mariens empfehlend grüßt Sie ergebenst –

Barbara M.

Krumbach, 14.10.88

In Ihrer Oktober-Nr. 6 habe ich mit großem Interesse die vielen Leserzu­schriften gelesen bzgl. Ihres offenen Briefes an den Hl. Vater. Glauben Sie wirklich, daß der HI. Vater diesen in die Hände bekommt? Ich zweifle! (…)

Dann ist heute über das Fernsehen ­sicher weltweit – ausgestrahlt worden, daß das Grabtuch von Turin erwiese­nerweise nicht echt wäre und eine Fäl­schung des 14. Jahrhunderts!

Und nachdem das kostbare Tuch nun Eigentum der Kirche ist, hat dieser Erz­bischof B. keine größere Sorgen, als die Echtheit von sicher mehr od. weniger atheistischen Experten prüfen zu las­sen. Wie sehr muß der kirchenfeindl. Seite daran gelegen sein, dieses für mich unzweifelhaft echte Dokument über Jesus Christus endlich weltweit aus dem Verkehr ziehen zu können. Diese Exper­ten haben sich doch m.E. abgespro­chen! Einfach undenkbar, daß ein Maler und wäre er noch ein so großes Genie, auf die Länge von 4 Metern anatomisch einwandfrei ein Foto-Negativ malen kann ohne die geringste Ahnung zu haben, daß im 19. Jahrh. eine unbe­stechliche Fotolinse diese Aufzeichnun­gen unbestechlich überprüfen wird. Außerdem sind durch dieses Tuch durch all die Jahrhunderte auch Wunder ge­schehen. Nun werden sie mit dem HI. Rock im Dom zu Trier sicher das gleiche Spiel wiederholen! Quo vadis, Ecclesia? Bin gespannt auf die Reaktionen von ehrlichen, auch fachl. fundierten Exper­ten und des Kirchenvolkes.

Zum Schluß kommend, danke ich Ihnen, wie so viele Ihrer Leser, für Ihr so notwendiges Engagement im Sinne der Wahrheit.

Im Gebet vereint – Veronika M. E.

Anmerkung der Redaktion: Ich möch­te hierzu nur ganz kurz und bündig sagen: die sogenannte Wissenschaft mag noch so verblüffende Methoden besitzen, um bisher für wahr Gehalte­nes für unwahr, unmöglich zu erwei­sen, wir Gläubigen wollen uns nicht auf ihre ohnehin sich dauernd widerspre­chenden (Forschungs-)Resultate abstüt­zen, weil wir das auch gar nicht nötig haben. Wir glauben ja auch nicht an die Echtheit einer Reliquie, weil Wissen­schaftler oder weil irgendein Universi­tätsinstitut herausgefunden hat, daß sie genau so alt ist wie…

Chur, 12.10.1988

Zum 2. Mal habe ich Ihre Zeitschrift „Das Zeichen Mariens“ abonniert. In der Vergangenheit hatte ich sie aus Zeitmangel abbestellt. Nun lese ich aber alles mit großem Interesse, was unsere Kirche anbelangt, und Ihre beiden Arti­kel vom September und Oktober 1988 sind eine Freude zu lesen. Bezüglich Erzbischof Marcel Lefebvre möchte ich Ihnen eine kleine ganz private Offenba­rung bekanntgeben. Ich habe davon schon im Bekanntenkreis (Gläubige des Meß-Zentrums Oberriet) erzählt.

Bei uns wohnt ein pensionierter, sehr einfacher Mann aus dem … Vor einigen Jahren hatten wir ein Gespräch bei ihm zuhause, u.a. über die Krise der Katholi­schen Kirche. Da sagte er mir, vor ca. 50 Jahren (anfangs 30iger Jahre) habe ihm der Religionslehrer (ein begnadeter Pater A.E., der wie ich später erfuhr, den sog. 6. Sinn besaß) in der Schule gesagt: „Buben, in fünfzig Jahren wird die ka­tholische Kirche zerstört sein, ich werde es nicht mehr erleben.“  Daraufhin woll­ten die Buben wissen, ob es die Kirche ihres Dorfes sein werde, worauf Pater A. sagte: „nein, die katholische Kirche auf der ganzen Welt. Ein einziger Bi­schof wird sie retten.“

Dann fügte dieser Mann bei: weißt du, ich habe diesen Bischof diese Wo­che im Fernsehen gesehen und meine Frau gerufen: „komm, das ist der Bi­schof, von welchem der Pater im Reli­gionsunterricht geredet hat“. Ich wollte ihn prüfen und sagte, ob er Bischof W. aus Basel meine, der ebenfalls in jener Woche im Fernsehen erschien, worauf mir der Mann sagte, nein, es war einer der fanzösisch sprach, in einem Auto saß, und jemand fragte ihn verschiede­nes. (Film v. M. Graf)

Ich möchte dazu anmerken, daß die­ser einfache Mann in Religionssachen sehr Bemerkenswertes erlebt hat. Interessanterweise habe ich später einige Male versucht, die soeben erzählte Begebenheit nochmals von ihm zu hö­ren, aber er konnte sich nicht mehr genau erinnern, wiederholte nur „ja, dieser Pater A. war ein ganz besonderer Prie­ster. Er sah vieles voraus.“ Wenn ich mutlos bin, wie im Frühsommer dieses Jahres, denke ich an diese Episode und fasse wieder Vertrauen. (…)

Eines muß ich noch beifügen: Was können wir tun, damit sich alle Traditio­nalisten verbinden? Vereint werden wir stark. Alle haben doch das gleiche Ziel: die Rettung der katholischen Kirche. Für dieses Ziel lohnt es sich, Trennung, Streit, Polemik zu begraben und mitein­ander zu beten, zum Aufbau beizutra­gen, Soldaten der vordersten Front zu sein, besonders in den kommenden Jahren (Islam im Anzug, Kommunis­mus nicht mehr aufzuhalten, zunehmen­de Gottlosigkeit im Westen!) Wie konn­te der Papst auf eine solche Stoßtruppe verzichten?

Freundliche Grüße und besten Dank für alles – Jolanda D.

Wyhlen, den 13. Oktober 88

Zwanzig volle Jahrgänge des „Zei­chen Mariens“ habe ich in meinem Bücherschrank stehen. Da dachte ich mir: jetzt biste versorgt mit guter Lek­türe für deine alten Tage und habe lei­der das Abonnement nicht mehr erneu­ert, nachdem Sie Ihre „Gedenkpause“ eingelegt hatten.

Eine Meßbesucherin unseres Basler Zentrums hat mir nun die Sondernum­mer mit dem Brief: „Heiliger Vater!“ geschenkt.

In meiner beiliegenden Replik, worin auch ich die Bischofsweihen verteidige, habe ich Ihren Artikel wärmstens emp­fohlen. In dem Beiblatt, das ich meinen Sendungen beilege, ist auch Ihr Verlag verzeichnet. (…)

Falls Ihnen, sehr geehrter Herr Schen­ker, die eine oder die andere Passage meiner Ausführungen zur Veröffentli­chung geeignet erscheint, so mögen Sie selbstverständlich beliebig davon Gebrauch machen.

Mit besten Segensgrüß Ewald T.

Desgleichen widerfährt ja auch Mon­seigneur Lefebvre in der Nachfolge Christi:Der HERR: Auf Kalvaria gekreuzigt! ­Der Erzbischof: In Ecône exkommuni­ziert! „… und Finsternis herrschte über dem ganzen Land!“ —Heute mehr denn je!

„Die widergöttlichen Kräfte lassen sich nur überwinden durch den Gehorsam dem Willen Gottes gegenüber, der… in den Gesetzen und Anordnungen der rechtmä­ßigen Obrigkeit zu uns spricht, sofern sie nicht offenkundig einem göttlichen Ge­bot widersprechen. Dann… müßte man Gott mehr gehorchen als den Men­schen!“ RICHTIG!

„Geht hinaus in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie…!“

Das ist der Auftrag des HERRN an die Apostel und deren Nachfolger die Bischö­fe. Um diesem Göttlichen Auftrag im „Gehorsam gegenüber dem Willen Got­tes“ nachzukommen, mußte sich Erzbi­schof Lefebvre, in Bedacht seines hohen Alters, Nachfolger berufen und Bischöfe weihen. Solche, von denen er annehmen konnte, daß sie diesem Göttlichen Befehl  entsprechen würden. Denn jene von „der rechtmäßigen Obrigkeit“, die alle Häreti­ker, Heidenpriester und Götzendiener zum gemeinsamen Gebet einladen, kannste ja nicht mehr nach Afrika schicken, um die armen Heidenkinder zu taufen!

„ICH BIN DER HERR, DEIN GOTT! DU SOLLST KEINE FREMDEN GÖTTER NEBEN MIR HABEN!“

Die Anwesenheit aller Häretiker und Schismatiker in Assisi, (wäre Lefebvre auch einer, hätten sie ihn gewiß ebenfalls einge­laden!), ja sogar von Juden, Moslems, Buddhisten, Brahmanen, Schamanen, Sikhs und Fetischisten, die alle zu ihren Götzen und Dämonen gebetet haben, ist die schwerwiegendste Gotteslästerung aller Zeiten! Vor allem, weil sie von dem  Stellvertreter Christi selber eingeladen worden sind.

Und da wagt es noch jemand, Erzbischof Lefebvre als Schismatiker zu bezeichnen? Das läßt sich in etwa vergleichen mit der heuchlerischen Anklage des Kaiphas: „Er hat Gott gelästert! Was dünkt euch? — Er gleicht jenem, dem die große Schuld erlas­sen ward, den Kollegen, ein paar Kröten wegen, packte und würgte: „Bezahle!“

In einem „Wort in den Tag“ vom 9. September an Herrn Radermacher, Rhei­ne, sagt JESUS:

„Auf Grund der allgemeinen Lage in der Kirche ist es wohl wichtig, alles zu prüfen und nur das Gute zu behalten, und nicht einfach zu sagen, das hat die Kirche ge­lehrt, die unfehlbar ist. So ist es nicht mehr! Der Geist der Finsternis hat von vielen in der Kirche Lehrenden Besitz er­griffen, die nach außen wie Lämmer auf­treten und mit Engelszungen reden, doch innerlich reißende Wölfe sind! Nehmet das zur Kenntnis und traut nicht jedem Geist! Prüft, bittet um Erleuchtung! Seid gesegnet!“

Schauen wir uns also diese Lämmer an: Vergleichen wir ihre Reden und ihr Tun mit obigem Missionsauftrag. Wer dann noch immer nicht erkennt, daß Assisi ganz „offenkundig einem göttlichen Gebot widerspricht“, dem sei wärmstens die Schrift der evangelischen Marienschwe­ster Basilea Schlink empfohlen: „Frieden um jeden Preis!“

„Und so wird auch niemand Papst ohne den Willen Gottes“, heißts im Anruf weiter. „Ist er aber rechtmäßig gewähltes Ober­haupt der Kirche, dann ist er auch „Fels“. Was den Heiligen Vater betrifft, hat Pater Pio seine Papstwürde vorhergesagt.“

Bei der ersten Behauptung muß man unterscheiden: „Der Wille Gottes, und die: Zulassung durch Gott!“ Ein Beispiel aus dem Alten Testament möge dies erläu­tern: Israel wünschte einen König. Gott stimmte zu, gemäß menschlicher Willens­freiheit. Obwohl es nicht dem Willen Got­tes entsprach, erwählte der HERR den Saul.

Daß ein Oberhaupt der Kirche… auch „Fels“ ist, setzt also voraus, daß er auch rechtmäßig gewählt ist. Schon die Ankün­digung von Fatima: „Der Feind wird es verstehen, in die höchsten Kreise der Kir­che einzudringen“, erst recht die Bestäti­gung durch Papst Paul VI.: „Der Rauch  Satans ist in die Kirche eingedrungen“,lassen zumindest Raum für ein Fragezei­chen offen. Man gestatte mir, über folgen­de Fakten um Erleuchtung zu bitten! Nach­dem Johannes-Paul I. gestorben worden war, oblag es Erzbischof Benelli, nach einem für die höchsten Kreise der Kirche geeigneten und genehmen Kandidaten umzusehen, wie eine Meldung im „Südku­rier“ vom 18.10.78 besagt. Ein Papst von Benellis Gnaden aber ist alles andere als eine Empfehlung! Bezeichnend ein Fern­sehinterview, bei dem er im Gegensatz zu den Kardinälen Seper, Casaroli u.a. „nur schriftliche Fragen entgegenahm, die Ant­worten vom Blatt ablas und keine Zusatz­fragen gestattete“, wie Moderator Alt hervorhob. Benelli war auch der Aufpasser bei dem denkwürdigen Gespräch von Paul VI. mit Erzbischof Lefebvre…

Auch möchten mir doch bitte mal die Paspsttreuen plausibel erklären, warum dieser Papst den üblichen Krönungseid verweigert? Soldaten, Beamte, Minister, Richter leisten ihren Eid. Klosterleute le­gen Gelübde ab. Selbst Eheleute geben sich ein Jawort. Sonst leben sie in einer außerehelichen Verbindung. Muß man dieses Pontifikat etwa auch als ein konku­binatsähnliches Verhältnis einstufen? ­Jedenfalls würde ich nicht so sehr auf dem rechtmäßig gewählten Oberhaupt herum­reiten…

Mit der Vorhersage von P. Pio über Johannes-Paul II. ist keinerlei Wertung ver­bunden! Pater Pio hat nämlich auch eine Aussage über die Amtszeit von Paul VI. gemacht: Seine Regierungszeit würde solange dauern, wie jene des Petrus, des ersten Papstes, also ca. 34 Jahre. Auf diese Voraussage stützt bekanntlich Herr Bonaventur Meyer die Exorzismusaussa­ge, wonach Paul VI. noch lebe. Diese ein­ander widersprechenden Prophezeiungen von P. Pio sind so zu deuten: Gott hat das gegenwärtige Pontifikat nicht gewollt,sowenig wie das Königtum Sauls. Aber wie schon dort, hat ER auch hier zugelas­sen, daß gewisse Kreise — der Vorherse­hung etwas nachgeholfen haben… Hier liegt auch die Begründung, warum sich Herr Meyer mit seiner These irrt.

Wiederholt haben wir Saul erwähnt. Da drängt sich ein weiterer Vergleich auf: En­dor mit Assisi. Damals: Ein von Gott er­wählter, durch Samuel gesalbter König. Heute: Ein von Benelli für tragbar einge­stufter Kandidat wird von einem (größten­teils modernistischen) Konklave zum Papst gekürt. En-Dor: In großer Bedrängnis nimmt Saul im Geheimen bei einer Totenbeschwö­rerin Zuflucht zu dem verstorbenen Pro­pheten Samuel, daß er Ihm Gottes Bei­stand erflehe. Doch Saul wird verworfen. Assisi: Johannes-Paul II. ladet ungeniert die Vertreter verschiedener Irrlehrer und  Götzendiener ein, um vor aller Welt den Frieden mit Magiern zu beschwören!

Aber hartnäckig weigert er sich, die Bedingung von Fatima zu erfüllen und Rußland dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen, mit Ihrer untrügli­chen Zusage: „Wenn man tut was ich sage, wird Friede sein!“

Wie kann hier noch jemand „papsttreu“ mit „glaubenstreu“ gleichsetzen, wenn der Pontifex maximus, statt „MARIA, Hilfe der Christen“ und „Königin des Frie­dens“ anzurufen, von den Götzen und  Dämonen der Eingeladenen den Frieden erwartet?

„Rom wird den Glauben verlieren und Sitz. des Antichristen werden!“

Dankenswerterweise hat „Der Anruf“ die Neuerscheinung von Pfarrer M. Adler: ‚das „dritte Geheimnis“ von Fatima‘ posi­tiv in die Buchbesprechung aufgenommen. Es ist jedoch ein Selbstbetrug, wenn Pfr. Adlers Ausführungen: „Auf dem ökumeni­schen Sektor ereignen sich heute in der Kirche wahrhaft himmelschreiende und unglaubliche Vorgänge, die umso schlim­mer sind, weil auch Papst Johannes Paul  hinter ihnen steht“, als „mißverständlich“ hingestellt werden.

Diese Behauptung ist nämlich die zwin­gende Folgerung der auf Seite 61, hier noch als These erwogenen Feststellung: „Wenn aber Maria 1917 gesagt hätte, daß der „Heilige Vater“ selbst an der Glau­bensfinsternis in der Kirche beteiligt sein wird, dann wäre das unbestreitbar eine extreme und „unglaubliche“ Sensation. Maria könnte das tatsächlich gesagt ha­ben, denn diese Sensation, die gegenwär­tig vielen gläubigen Zeitgenossen immer noch „unglaublich“ erscheint, ist heute leider schmerzliche, tragische und  verhängnisvolle Wirklichkeit geworden.“

Pfarrer Manfred Adler, bekannter Autor in Sachen Freimaurerei und Geheimlogen, hat mit seinen fundierten Kenntnissen in minutiöser Aufarbeitung die einschlägigen Veröffentlichungen, Aussagen und Erklä­rungen in bestechender Folgerichtigkeit analysiert. Dabei hat er u.a. nachgewiesen, daß die an Louis Emrich lancierte „diplo­matische Version“ des 3. Geheimnisses eine sogar recht plumpe Fälschung ist. Wohingegen das echte und authentische mit Sicherheit den Hl. Vater und dessen Umfeld mitbetrifft. Das ist auch der ein­leuchtende Grund, warum der Vatikan diese Prophezeiung seit 1960 als das bestgehü­tete Staatsgeheimnis behandelt.

„DIE WAHRHEIT WIRD EUCH FREI MA­CHEN!“ Entsprechend dieser Maxime hat just in dieser Zeit auch Herr Paul O. Schen­ker im „Zeichen Mariens“ sehr engagiert in die Machenschaften der Vatikan-Hierar­chie hineingeleuchtet. Gewissermaßen eine Bestätigung, Ergänzung und Erweite­rung von Pfr. Adlers Ausführungen. Vor allem aber ein spontanes und freimütiges Zeugnis zur Entlastung und Rechtfertigung von Erzbischof Lefebvre gegen alle unqua­lifizierten und falschen Anschuldigungen. Ohne Emotionen, dafür mit umso profun­derem Wissen hat Herr Schenker den Hl. Vater persönlich angeschrieben und Sei­ner Heiligkeit den Brief über den Nuntius in Bern zuleiten lassen. Der Wortlaut des Briefes: „Heiliger Vater!“ ist in einer Son­dernummer vom DZM veröffentlicht wor­den. Diese Ausgabe kann gratis bezogen werden. Weitere Buchempfehlungen mit Bestelladressen lege ich bei.

JESUS CHRISTUS, König der Gerech­tigkeit, möge Hochw. Herrn Pfarrer Adler und Herrn Schenker ihren Einsatz für Wahrheit und Gerechtigkeit ewiglich ver­gelten! Sollte uns jemand die ‚Gretchen­frage‘ stellen: „Wie haltet ihr es mit dem Papst?“, so glaube ich, auch im Namen von Erzbischof Lefebvre, der Priesterbru­derschaft und gewiß auch der beiden Obgenannten antworten zu dürfen: „Wie David zu König Saul!“ Loyal, aufrecht, korrekt, ehrlich, respektierlich!

Unter den Anklägern von Monseigneur Lefebvre finden wir auch so bekannte Namen wie Pater Werenfried van Straa­ten, wortgewaltiger Trommler für den ‚Millionenhut‘ der Ostpriesterhilfe. Gehor­samst absolviert auch er die Pflichtübung, seine Ergebenheit gegenüber dem Hl. Stuhl unter Beweis zu stellen, indem er „seinem ehemaligen Freund Msgr. Lefebvre“ die Leviten verliest. Wobei ihm das Mißge­schick Sauls widerfährt, daß er sich gewis­sermaßen eigenhändig ‚entleibt‘. Eingangs gibt er nämlich noch die Meinung Pauls VI. wieder, daß dieser „die Permissivität mancher Bischöfe, die Lefebvres Reaktion provoziert hatten, für ein viel größeres Unglück hielt.“ Nachdem er dann selber den ganzen Verfall der Kirche auflistet, „bringt er sich also selber um, indem er dann nämlich das gerade Gegenteil behauptet: „daß sein (Lefebvres) Heilmit­tel schlimmer als das Übel ist.“

Daß sich Johannes Paul II. beharrlich weigert, den Erzbischof zu empfangen ­außer ein einziges Mal am Anfang — weiß P. Werenfried wohl auch nicht…

„Sein Heilmittel!“ Damit sind natürlich die Bischofsweihen von Ecône gemeint. Die VISITATION von Kardinal Gagnon, bei seiner Ankunft Wohlwollen bezeigend ­bei der Abreise noch Anerkennung zol­lend — hat nichts zutage gebracht, was zu beanstanden gewesen wäre, einschließ­lich der Bischofskandidaten. Die Ankündi­gung dieser Weihen war ja Anlaß dieser Visitation. Somit sind die Bischofsweihen grundlos Verboten worden. So wie Saul den David verfolgte, weil GOTT mit ihm war! Wie Saul geendet hat, wissen wir. Rom, das nach der Prophezeiung von La Salette „den Glauben verlieren und Sitz des Antichristen wird“ dürfte es ebenso ergehen!

„Das Übel!“  Es beinhaltet den ganzen Glaubensverfall mit allen Profanierungen, Sakrilegien und Exzessen. Den globalen sittlichen und moralischen Niedergang.

Für eines der Übel wähle ich zu einem Vergleich eine Episode aus 2. Sam. 6. Kap. Als David die Bundeslade nach Jerusalem zurückholen wollte, scheuten die Ochsen. Usa, ein Sohn Abinadabs hielt die Bundes­lade fest, damit sie nicht herunterfalle: „Da entbrannte der Zorn Jahwes gegen Usa, und Gott schlug ihn dort wegen seines Vergehens, so daß er neben der Lade starb.“

Wenn nun schon ein Vergehen an der Bundeslade, welche die Gesetzestafeln  enthielt, so streng geahndet wurde, wie verwerflich muß es in den Augen Gottes erst sein, wenn gar der Tabernakel angeta­stet wird, der den Gesetzgeber selbst enthält? Und doch vergreifen sich täglich Zigtausende „gläubiger“ Katholiken am HERRN: Durch die Handkommunion! So kann man also besten Gewissens sagen: Auf diese nichtgenehmigten Bischofsweihen blickt Gott mit Wohlgefallen! Eine einzige „erlaubte“ Handkommuni­on aber erregt den Unwillen des HERRN!

Sind Sie, Pater Werenfried, jetzt immer noch der Meinung, daß solche Übel besser seien als die Bischofsweihen durch Marcel Lefebvre am 30. Juni dieses Jahres? Sie hätten sich erst einmal über den Werde­gang von Mgr. Lefebvre informieren sol­len, ehe Sie ihn mit dem Attribut „der greise Erzbischof“ unterschwellig als se­nil, verkalkt, starrsinnig und dergleichen hinstellen. Darf ich Ihnen sein Buch: „Meine vierzig Bischofsjahre“ zuschicken? Gra­tis, damit’s Ihr Werk nicht belastet!

Auch Pater Hönisch nutzt die Aktualität der Stunde, um erneut einen Konter gegen Lefebvre anzubringen. Nach dem Wunsch des „für den Inhalt verantwortlichen Chef­redakteurs“, wie zu vermuten ist. Offen­bar nach der Devise: Die Masse muß es bringen! Quantität statt Qualität. Es lohnt sich nicht, darauf einzugehen. Auf seine frühere Aussage hin, „daß auch Maria erlö­sungsbedürftig sei“, habe ich ihn 2 x ange­schrieben. Doch mit Klauen und Zähnen, d.h. mit Ansichten und Meinungen hat er seine Behauptung verteidigt. Nicht aber zurückgenommen. Dies läßt befürchten, daß er auch hier Tatsachen und Argumen­ten nicht zugänglich sein wird.

Was andere unserer Kontrahenten be­trifft, so fühlen sich diese der Hierarchie mehr verpflichtet, als dem Glauben der Überlieferung. Trotz allen ihren Verspre­chungen und Gelöbnissen wie z.B. im An­timodernisteneid. Die gepanschte Mes­se, die sie lesen, selbst ohne die bekann­ten Fälschungen, dürften eben „nicht mehr soviel Licht durchlassen“. Darum können sie die Wahrheit nicht mehr erkennen.

Wenn wir uns daran erinnern, daß auch der hl. Athanasius, Jeanne d’Arc und die hl. Theresia von Avila exkommuniziert waren, so befinden wir uns bei Erzbischof Marcel Lefebvre in der besten Gesellschaft. Alle aufrechten Katholiken guten Willens sind herzlich eingeladen, hier ihr Heil zu wirken.

Ewald Thoma
Jurastr. 28 b, D-7889 Grenzach-Wyhlen

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Negative Stellungnahmen

Selbstverständlich sind uns nicht nur positive Stellungnahmen zu­gegangen. Auch die relativ weni­gen, aber mitunter recht ausführli­chen negativen Reaktionen ver­dienen es, unserem Leserkreis unterbreitet zu werden. Diese aber wollen wir nicht kommentarlos ver­öffentlichen. Das jedoch erfordert einiges an Arbeit, die für dieses Heft, nebst all dem andern, nicht auch noch geleistet werden konn­te. Sicher werden Sie dafür Ver­ständnis haben.

Positiv überrascht sind wir auch davon, daß so wenige Abbestel­lungen eingegangen sind. Wir hatten mit weit mehr gerechnet! Jedenfalls überwiegen die Neu­bestellungen etwa im Verhältnis von 1:2! Also auf eine Annullation zwei Neuabonnemente! Innigen Dank allen beherzten, sofortent­schlossenen Neubestellern. Letzt­lich sind es nur die Dauerbezüger unseres „Zeichen Mariens“, die diese unsere Zeitschrift auch am Leben erhalten. Wenn Sie also noch nicht Abonnent, sondern „nur“ Leser, Mitleser, sind, dann überlegen Sie es sich doch, bitte, nochmals, ob nicht auch Sie ein Abonnement auf Ihren Namen und  ihre Adresse bestellen könnten, sollten! Wir sind doch sehr ange­wiesen auf Ihre Mitgliedschaft.

Ihr IMMACULATA-Verlag, CH-9050 Appenzell

Kritik und Widerlegung

Es gibt auch die ablehnenden Reak­tionen auf meinen Papstbrief, bzw. meine  Serie von Briefen an den Heiligen Vater. Es war zu erwarten, daß viele damit nicht einverstanden sein würden. Immerhin hatte ich mit weit mehr Ab­lehnung gerechnet. Bis heute sind rela­tiv wenig solche Stellungnahmen ein­gegangen. Aber auch sie, wenigstens die charakteristischsten, sollen hier zur Veröffentlichung gelangen. Kommen­tare werde ich nur anbringen, wo es mir nötig erscheint:

Von einem nicht genannt sein wollenden Priester(freund):

(…) Ich bin mit Ihren Äußerungen, vor allem in den letzten beiden Nummern, nicht einverstanden. Es ist für mich unerträglich zu lesen, wie ehrfurchtslos Sie den Heiligen Vater behandeln. Es schien mir immer gefährlich, eine Zeitschrift für ka­tholische Mystik zu redigieren. Bei allen mystischen Äußerungen müssen wir mit größter Behutsamkeit vorgehen. Es braucht dazu die Unterscheidung der Geister als Gabe des Heiligen Geistes. Ich maße mir in diesen Dingen nicht so schnell ein Urteil zu. Es gibt so viele mystische Äußerungen, daß Sie jetzt selber eine Auswahl treffen und nur diejenigen als echt zitieren, die Ihrer jetzt festen Meinung über die un­glückliche Angelegenheit um Bischof Le­febvre entsprechen. Don Stefano Gobbi und andere disqualifizieren Sie, vielleicht auch Medjugorje, weil dort der Papst in anderem Licht als in Ihrem Licht erscheint.

Wie ist es nun in Wirklichkeit: Wenn Sie in Ihrer so festen Glaubensüberzeugung unrecht hätten? Das Wichtigste ist die Liebe. Haben Sie den Papst nicht gern? Haben Sie die Kirche mit Ihren Runzeln nicht gern? Haben Sie unseren Bischof nicht gern?

Der Papst ist für mich auch heute noch ein Mann Gottes für unsere Zeit. (…) Haben Sie nicht Angst, ein Verführer zu sein, der unseren einfachen Christen mit so vielen heftigen Worten Schaden zufügt, der schwerlich wieder gut gemacht werden kann.

Es ist besser, in der jetzigen Stunde der Kirche zu beten, zu opfern und sie, die Kirche, und die Hirten zu lieben, als zu viel zu schreiben und wie ex cathedra seine Meinung zu vertreten.

Mit Grüßen und Segen —   Pater N.N.

ANTWORT:

Ihre Bemerkungen zur katholischen My­stik kann ich an sich nur unterstreichen. Vor allem an die aktuelle Mystik müssen wir mit größter Behutsamkeit herange­hen, also z.B. an „Begnadete“, die noch leben, an Erscheinungsgeschehen, die nicht abgeschlossen sind. Zum Beispiel Don Gobbi, Medjugorje. Es gibt aber schon katholische Mystik, die von der Kirche als echt verbürgt wurde (Fatima, Lourdes, Paray-le-Monial, etc.). Auf diese, und  diese allein, wollen wir uns wirklich abstützen. Ich maße mir in Sachen Mystik auch nicht so schnell ein Urteil an. Durch meine 25­jährige intensive Tätigkeit auf diesem Gebiet habe ich „manchen Schuh voll herausgezogen“, „manches Horn abge­stoßen“, manche Fehlsicht korrigiert. Jedenfalls gewichte ich diese Dinge heute anders als früher. Aber gerade um diese Gabe des Heiligen Geistes (discretione spirituum) sollte man immer wieder beten und dann es auch wagen, sie fruchtbrin­gend einzusetzen, statt sie „unter dem Scheffel“ zu lassen! Wir sollen urteilen, dazu hat uns Gott das Urteilsvermögen geschenkt. Aber wir sollen nicht verurtei­len, nicht richten. Das sind zwei grundver­schiedene Dinge, die immer wieder verwechselt werden. So  treffe ich immer wieder, auch jetzt selbstverständlich, eine Auswahl, eine Wahl zwischen Gut und Bös, zwischen Wahr und Unwahr, soweit ich das mit der Hilfe Gottes vermag. Vieles aber können wir unmöglich „durchschau­en“. Und so schieben wir unser Urteil, unsere Wahl auf. Die Zeit fördert dann manches Verborgene zutage, und wenn der gewachsene Baum seine Früchte zeigt, bzw. das Fehlen von Früchten, können wir unser Urteil fällen. Das gilt nun nicht nur für mystische Vorkommnisse, wie Erscheinun­gen und Botschaften, sondern auch für kirchliche Ereignisse wie ein Konzil, oder Personen wie Bischöfe und Päpste. Letztlich müssen wir alle urteilen — im Lichte des Heiligen Geistes. Tun wir es nicht, dann bilden wir uns zwar oft ein, es aus Demut nicht zu tun, in Wirklichkeit aber tun wir es nicht, weil wir den Mut dazu nicht haben, weil wir die Konsequenzen unseres Nein-Nein Ja-Ja fürchten oder weil wir uns in unserer Unwissenheit und dar­aus zuunrecht gefolgerten Unverantwort­lichkeit „in Sicherheit wiegen“.

Das Wichtigste ist die Liebe. Das stimmt. Denn wenn ich alle Erkenntnis besäße, hätte aber die Liebe nicht… Ich liebe GOTT, ich liebe meinen Herrn und GOTT Jesus Christus über alles. Ich liebe Seine Heilig­ste Jungfräuliche Mutter, ich habe mich Ihr sogar in absoluter Totalhingabe geweiht; ich liebe die Kirche, ich liebe den Papst, die Bischöfe, die Priester, alle Mitgläubigen, alle Christen, alle Menschen. Ich liebe, aber Herr, stärke meine schwache Liebe! Ich möchte, ich könnte lieben wie ein Seraphim…

Aber gerade die Liebe ist es, die uns, die mich drängt. Caritas Christi urget nos! Drängt, nicht „nur“ zu beten, zu opfern und die Kirche und ihre Hirten zu lieben, son­dern auch Zeugnis abzulegen in Wort und Tat. Die ganze Heilige Schrift, von der Genesis bis zur Offenbarung ist voll von Berichten, wie GOTT die „Niedrigen be­ruft, um die Stolzgesinnten, die Machtha­ber, die Reichen zu zerstreuen, vom Thro­ne zu stürzen, leer ausgehen zu lassen“. Gott kann sogar machen, daß „die Steine reden“!

Und wenn ich in meiner so festen Glau­bensüberzeugung unrecht hätte? Dann wäre es keine Glaubensüberzeugung, sondern eine Einbildung, oder dann wäre sie nicht fest, sondern brüchig. Sie ist aber tatsächlich fest, lieber Herr Pater! Und darum habe ich auch keine Furcht. Und darum darf ich wohl auch damit rechnen, daß GOTT alles weitere Erforderliche (be)wirken wird, damit diese Briefe an den Papst früher oder später gute Früchte zeit­igen. Und so habe ich auch keine Angst, Verführer zu sein. Ich halte ja übrigens niemanden davon ab, den Heiligen Vater zu lieben. Ich versuche nur zu verhindern, daß man seinen Mitbruder und Mit-Apo­stel samt seinen Schäfchen haßt und wie Aussätzige ausstößt. Ich versuche zu ver­hindern, daß der kranke Körper den noch gesunden Teil abstößt, statt ihn zu „ertra­gen“, da (nur) er es ist, derden kranken Teil regenerieren kann.

Oberriet, den 12. Okt. 1988

Sehr geehrter Herr Schenker,

letzthin wurde mir die Zeitschrift „Das Zeichen Mariens“ Nr. 5 zugesandt. Ich las dort Ihren Artikel. Übrigens: Darf ich Ihnen dennoch Sie sagen, wenn Sie auch mit dem Papst auf Du sind? Es ist vermutlich besser, ich sage Sie, weil ich weder in Ihrer Haut, noch in der des Papstes stecken möchte, wenn Gott ruft. Ich habe genug an mir selber zu arbeiten. Ich bin darum auch froh, daß ich nicht Sie und den Papst abän­dern muß. Am Papst flicken schon alle herum und Sie haben keine Probleme mit der eigenen Heiligkeit, darum können Sie so leicht seitenweise den Papst kritisieren und bei ihm alles auf die schlechte Seite legen. Der Herrgott wird sich ganz sicher sofort bemühen, Ihre Meinung zu über­nehmen, Sie sind doch schließlich kompe­tent zu urteilen, Sie haben ja genügend böse Artikel über den Papst gelesen!

Eine Bitte habe ich, sorgen Sie dafür, daß ich diese Zeitschrift nicht mehr lesen muß, d.h. schreiben Sie weiter so, daß alle Leser merken, wie weit Sie von der Haltung Mariens entfernt sind!

Es grüßt Sie —  P. Imholz

Hochwürdiger Herr Pfarrer,

es freut mich, daß Sie sich überhaupt an die Schreibmaschine gesetzt haben, um mir ein paar Zeilen zu schreiben, auch wenn es mit spöttischem Unterton ge­schehen ist. Sie gehen allerdings nicht auf die Sache ein. Sie qualifizieren das Ganze ab als ein „am Papst-Herumflicken“. Scha­de, Herr Pfarrer, Sie haben es nicht erfaßt. Sie merken nicht, worum es geht. Ich halte mich nicht für heilig und auch nicht für kompetent, so wie Sie das offenbar verste­hen. Ich halte mich aber als getaufter und gefirmter katholischer Christ für durchaus berufen und damit berechtigt, meinen Glauben zu verteidigen, und dies selbst dann und erst recht dann, wenn er durch ein Fehlverhalten an höchster Stelle „töd­lich“ gefährdet ist. Damit meine ich dann noch lange nicht, „der Herrgott müsse meine Meinung übernehmen“. Denn ich vertrete nicht meine Meinung, sondern die Lehre, das „Credo“ der katholischen Kir­che aller Zeiten. Es geht hier um Gegensät­ze zwischen dem, was bis und mit Pius XII. galt und was nun seit dem Konzil neu gelten soll! Und es wäre Ihre besondere Berufung als Priester und Pfarrer (und Theologe) dieser Kirche, sich nicht hinter der Ausrede „ich habe genug an mir selber zu arbeiten“ zu verkriechen, sondern auch Ihr Glaubensbekenntnis und Ihr Glaubens­zeugnis abzulegen. Dies müßte Ihnen umso leichter fallen, als Sie unmittelbar in der Nachbarschaft des Institus St. Borromäus wirken, wo Sie jederzeit Hilfe, Unterstüt­zung in diesem Glaubenskampf finden kön­nen.

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Don Vincenzo Kreienbühl
Brauerstr. 99, 8004 Zürich

Zürich, 2.9.88

Sehr geehrter Herr Paul O. Schenker,

DZM war unter meiner Post. Der erste Artikel v. Sept. 88 „Heiliger Vater“ interes­sierte mich. Ich las ihn auf dem Weg zu den Kranken im Tram/Bus. Ich hatte schon früher Nummern DZM gelesen und freute mich. Gott möge Ihnen vergelten für all das Gute, das Sie den Seelen erwiesen haben, die nach solcher Kost hungern.

Weil ich aber mit der Veröffentlichung dieses Briefes nicht einverstanden bin und weil Sie im Kästchen schreiben, es werden „Fortsetzungs-Briefe folgen“, erlaube ich mir, dem Text folgend, einige Bemerkungen, die Ihnen vielleicht beachtenswert scheinen. Ich ginge jetzt zwar lieber zur Ruhe nach des Tages Last seit 5.00 Uhr.

Wollen Sie darum meine Tipfehler u.a. entschuldigen, bin im 82sten, seh- und hörbehindert.

Wem nützt eine solcheV eröffentlichung? Jetzt müssen wir den Akzent auf Versöhnung setzen. Das Ruhe- und Liebespflästerchen am Schluß wirkt nicht und ist sogar contraproducente nach so vielen Antitiraden, die bisweilen schier in Ironie und Zynismus ausarten.

Sie haben eine lange Reihe Organe gele­sen. Einige davon las auch ich. Sie sind einseitig rechts. Haben Sie aber, um der Wahrheitsfindung willen, auch das Axiom audiatur et altera pars beachtet?

Sie haben zwei Varianten für die Entste­hung der innerkirchl. Verwirrung, nämlich zeitlich nach und im Konzil. Welche gilt? Bitte lesen Sie den Brief „Aggiornamento, und Tradition“ Juni 1971 von Mgr. Antonio de Castro Mayer.

Assisi, seien Sie vorsichtig, hier beson­ders audiatur et altera pars.

Bücher von Mgr.; ich kenne 5, gibt es noch andere? Haben Sie sie kritisch und im Querschnitt gelesen. Wenn nicht, bitte tun Sie das noch und dann werden Sie Fest­stellungen machen, die Sie heute schein­bar nicht kennen.

Liturgiereform: gut, das ist die Stärke von Mgr. Sie hätte nie so geschehen sollen, ist übrigens antikonziliär. Würden doch die Priester der Bruderschaft sich zusammen mit der Kirche für die Rehabilitierung der hl. Messe einsetzen! Eine herrliche, äußerst notwendige und ver­dienstvollste Aufgabe! Darum Versöhnung!

Vaticanum II, nicht das fueri seiner De­krete, sondern die Texte als solche sind maßgebend und ihr wahrer Geist, so wie Mgr. A. de Castro Mayer ihn sieht, ist entscheidend. Aber wer hat diese Texte ganz, vergleichend studiert? Sind sie überhaupt in den Händen der Seminaristen von Ecône u.a., damit sie sich selber überzeugen können und nicht einfach in verba magistri iurant? Kann etwas Wichtiges in den Konzilsdokumenten nicht stimmen, wenn Mgr. selber sagt, daß er nicht gegen das Konzil sei, sondern darin nur den Geist der Vorbereitung vermisse, aber keine eigentliche Häresie sehe?

Oekumenismus: Warum so apodiktisch dagegen? Dürfen wir ihn ganz unterdrücken? Gilt das Testament des Heilandes nicht, wo er den Jüngern die Einheit so sehr empfiehlt? Dann der „verlorene“ Sohn und das verirrte Schaf und der Missionsbe­fehl Christi?

Parabel vom Unkraut Mt 13,29. Ist Mgr. Ihrer Meinung?

Hochwürdiger Don Vincenzo,

Ihr Brief hat mich ganz besonders ge­freut, weil Sie in einer offenen Art ganz unkompliziert die natürlichsten Einwände machen. Leider konnte ich Ihnen darauf nicht eigens antworten, weil ich geradezu überschwemmt wurde mit Briefen und Anrufen. Aber ich versuche, jetzt und hier Punkt für Punkt kurz zu behandeln.

Diese Veröffentlichung(en) nützen der ganzen Kirche, ja eigentlich der ganzen Welt, dem Himmel und der Erde. Ich will nicht unbescheiden sein, aber alles, jedes einzelne  Gute, das ein Gotteskind tut, nützt doch allen und dem Ganzen. Aber diese Briefe nützen ganz besonders und direkt dem Papst, der höchsten Kirchenführung. Wenn alle einfach schwiegen, würde der Hirte nie erfahren, wo was wie schiefgeht. Versöhnung wie Einheit kann es nur in der Wahrheit, in der Ganzheit des Glaubens geben. Und wo die göttliche Wahrheit verletzt wird, wo der Glaube „durchlö­chert“, „abgebrochen“ wird, da ist biswei­len auch Ironie und sogar „Zynismus“ nicht fehl am Platz. Die Heiligen haben sich nicht immer „lammfromm“ ausgedrückt. Die Heilige Schrift ist erfüllt von göttlicher Iro­nie.

Die Organe, die ich anführte im ersten Brief, sind sicher einseitig  rechts. Das kann man wohl nicht leugnen. Aber sie sind das im Sinne des Bildes, das die Hl. Schrift verwendet: zur Rechten des Herrn. In die­sen Organen wurde kompromißlos für die Wahrheit, die ganze Wahrheit gekämpft. Das ist zwar gewiß auch „einseitig“, aber, wenn Sie wollen, einseitig auf der richtigen Seite, einseitig wahr, gut, heilig.

Die innerkirchliche Verwirrung nahm ihren Anfang mit dem Konzil, für aufmerk­same Beobachter mit dessen Ankündigung und Vorbereitung. Und alle seitherigen Reformen sind grundgelegt im Konzil, ja auch in den Konzilstexten (nicht nur im Konzilsgeist) wie sie von Papst Paul Vl. promulgiert wurden. Die Schrift „Aggior­namento und Tradition“ des verehrten Bischofs Antonio de Castro Mayer kenne ich bestens, da ich höchstpersönlich sie ins Deutsche übersetzt und (in dem von mir gegründeten Petrus-Verlag, Kirchen/ Sieg) herausgegeben habe. Damals (1971) glaubte Bischof Antonio de Castro Mayer (wie wir selber z.T. auch) noch, er könne sich auf gewisse päpstliche Verlautbarun­gen Pauls VI. stützen, um die Tradition gegen die Progressisten zu verteidigen. Aber leider hat gerade Paul Vl. immer wieder in der Praxis gegen seine eigenen (ober­hirtlichen) Grundsätze verstoßen.

Assisi: ich empfehle Ihnen dringendst, das Buch „Dieeine Wahrheit und die vielen Religionen“ von HH Prof. Dr. Johannes Dörmann zu lesen, eingehend zu studieren! Kein seiner Verantwortung bewußter Priester darf an diesem Buch vorbeigehen.

Alle Bücher/Schriften von Mgr. Marcel Lefebvre sind Gold wert. Was wollen Sie sagen mit „im Querschnitt lesen“. Meinen Sie: miteinander ständig vergleichend. Wollen Sie damit sagen, sie enthielten Widersprüche? Mag sein, daß da und dort eine Aussage einer andern dem Wortlaut nach widerspricht. Auch in der Heiligen Schrift finden sie solche Widersprüche. Nur wer den Geist hinter dem Buchstaben liest, versteht.

Liturgiereform: schön, daß Sie das aner­kennen. So geben Sie uns das Zeugnis, daß Sie nicht zu den Reformern, zu den Modernisten und Progressisten gehören. Sie sind in Wirklichkeit ein „Traditionslist“ wie wir. Nur möchten Sie eben gehorchen. Das Dumme ist nur, daß Sie durch ihren Gehorsam jetzt immer mehr und mehr in Dinge hineingezogen werden, die Sie an sich ablehnen, mit denen Sie sich nicht identifizieren können. Man kann sich selbst­verständlich auch für die Rehabilitierung der hl. Messe „zusammen mit der Kirche“ einsetzen. Aber da dieses „Zusammen mit der Kirche“ heute eindeutig heißt: Aner­kennung des Konzils, Anerkennung, Gut­heißung der Liturgiereform“, so heißt dies eben, daß man den Einsatz für die hl. Messe ständig wieder neutralisiert. Wenn Sie einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben, müssen Sie gleich wieder einen Schritt in der Gegenrichtung tun! Sie heben das Positive ständig durch das Negative auf! Darum hat sich Monseig­neur mit Recht entschlossen, nicht „zu­sammen mit der (Konzils)Kirche“ für die hl. Messe zu kämpfen. Früher oder später werden alle einsehen müssen, daß Marcel Lefebvre prophetisch gehandelt hat.

Vaticanum II: Nochmals: der wahre Geist des Konzils geht nicht aus den Texten hervor, sondern aus den Kontexten. Ein Liebesbrief kann dem Wortlaut nach ein wunderbarer Liebesbrief sein und kann dennoch das Produkt einer abscheulichen Heuchelei sein. Wer nur den Brief hat und kennt, fällt unweigerlich auf die Heuchelei herein. Wer aber den Verfasser desselben kennt, d.h. sein Denken und Reden und Handeln, der durchschaut das Spiel. So ist es mit diesem „hochstilisierten“ Konzil. Die „Drahtzieher“, die „Macher“ kennen wir mittlerweile. Lesen Sie bitte das so­eben in deutsch neuerscheindende Doku­mentarwerk „Der Rhein fließt in den Ti­ber“ oder eben: „Sie haben Ihn entthront“ von Mgr. Lefebvre.

Oekumenismus: ich bin nicht apodik­tisch dagegen. Eine gewisse Oekumene, einen Wiedervereinigungseinsatz hat es immer gegeben. Aber was heute unter Oekumene verstanden wird auch an höch­ster Stelle, ist freimaurerisch, antichrist­lich. Dagegen bin ich radikal. Das Niveau unseres katholischen Glaubens ist schon derart heruntergenommen worden, daß ungezählte Katholiken schon tiefer stehen als ihre protestantischen „Glaubensbrü­der“! Verantwortlich dafür zeichnen die „Hirten“. Jesus hat gewiß die Einheit gewollt und innigst dafür gesorgt. Aber Er meinte natürlich die Einheit der Gläubigen, nicht die Einheit der Gläubigen mit den Weniger-Gläubigen und den Fast-nicht­-Gläubigen und den Un-Gläubigen und den Irr-Gläubigen. Die katholische Kirche war immer einig im Sinne des Heilandes, auch zur Zeit der Remormation, als die Christen auseinanderbrachen.

Priesterkleid: Wenn ein Vorgesetzter, gleich welcher Stufe, weiß, daß ihm nicht gehorcht wird, dann ist er stets dennoch zum Befehlen verpflichtet. Denn sollte er deswegen aufhören zu befehlen, weil ja ohnehin nicht gehorcht wird, dann wäre das nichts anderes als eine Kapitulation. Er darf es aber gar nicht zulassen, daß nicht gehorcht wird. Er muß seinen Befehlen (sofern sie gerecht sind) Nachachtung verschaffen. Und erreicht er es nicht, daß ihm gehorcht wird, hat er die Pflicht, die Konsequenzen zu ziehen. Entweder der Untergebene muß gehen oder er selber. Nun aber geht weder der Untergebene noch er selbst. Und so schaffen sie einfach den Befehl ab oder die Sache, die zu befeh­len wäre.

Ausschluß aus der Kirche: die Exkom­munikation ist zwar keine Degradierung zu einem Heiden. Man bleibt Christ und Ka­tholik und damit (Mit)Glied der Kirche. Aber sie ist ein wirklicher Ausschluß, weil man durch die Exkommunikation „von der Gemeinschaft der Gläubigen „ausgeschlos­sen wird. „Jeder Exkommunizierte – auch der toleratus (ohne namentliche Nennung/ Verurteilung Exkommunizierte) – hat kein Recht, gottesdienstlichen Handlungen beizuwohnen; nur die Predigt darf auch er anhören. Wenn der toleratus nur passiv dem Gottesdienst beiwohnt braucht er nicht entfernt zu werden. Dagegen ist der vitandus (der namentlich/richterlich Exkom­munizierte) (durch Mahnung) zu entfer­nen; wenn dies nicht möglich ist dann muß die heilige Handlung abgebrochen werden, sofern dies ohne schweren Scha­den geschehen kann. Von der aktiven Assistenz beim Gottesdienst ist nicht bloß der vitandus sondern jeder durch deklara­torische oder kondemnatorische Sentenz oder  sonstwie notorisch Exkommunizierte ausgeschlossen. Exkommunizierte dürfen Sakramente weder vollziehen noch emp­fangen und auch nicht Sakramentalien, wenn die Exkommunikation auf einer deklaratorischen oder kondemnatorischen Sentenz beruht. Unter dergleichen Voraussetzung ist ihnen das kirchliche Begräbnis verwehrt, wenn sie nicht vor dem Tode Zeichen der Reue gegeben haben. Der Exkommunizierte darf auch erlaubterweise keine Sakramente oder Sakramen­talien spenden… Der Exkommunizierte wird nicht teilhaft der Ablässe, der Suffragien und der öffentlichen Gebet der Kirche, etc. etc. Dies alles natürlich nach dem Kirchen­recht von anno 1923. Aber all dies zeigt eben klar, daß diese Exkommunikation, wie sie jetzt über Mgr. Lefebvre und Bi­schof Antonio de Castro Mayer und die vier Neugeweihten verhängt wurde und allen sie weiterhin Unterstützenden ein eigent­licher, praktischer Ausschluß aus der Kir­che ist, ein regelrechtes „Anathem“, eine „Verfluchung“!

Papst: Ja, Mgr. steht wirklich zum jetzi­gen konkreten Papst Johannes-Paul Il. Das hat er immer und immer wieder beteuert und auch bewiesen. Sonst hätte er ja auch nicht das Protokoll von Anfang Mai 1988 unterzeichnet.

Bischofsweihe: Selbstverständlich hät­te der Erzbischof sich auch mit einem einzigen Bischof von Papstes Gnaden begnügen können. Damit hätte er aber nur vorläufig den Bruch vermeiden können (von Schisma sollte man wirklich nicht reden; denn es ist keines!). Warum aber wollte der Papst nicht nachgeben? Wenn eben­derselbe Papst unmittelbar darauf bewie­sen hat, daß er entscheidende Bedingun­gen gegenüber der Benediktiner-Gemein­schaft im Kloster Le Barroux „fahren ließ“! Warum wollte er keinen der von ihm vorge­schlagenen Kandidaten akzeptieren? War­um verlangte er neue Vorschläge? Der Papst hatte ausgiebig Zeit, mit Erzbischof Lefebvre zu einem „Konkordat“ zu kom­men. Er hätte persönlich mit ihm verhandeln sollen. Dem aber wich er aus. Nun, lesen Sie dazu die neuerschienene Bro­schüre von P. Franz Schmidberger: „Die Bischofskonsekrationen des 30. Juni 1988“. Da können Sie den ganzen Ablauf nachlesen und Hintergründe erfahren!

Nun, hochwürdiger, lieber Don Vincen­zo, habe ich Ihre Fragen einigermaßen beantwortet? In einem 2. Brief vom 14.10.88 schreiben Sie mir: „Ihre Ankla­gen gegen den Papst sind allgemein, unbe­stimmt, unkontrollierbar, sehr übertrieben. Sie stützen sich fast ausschließlich auf Meinung und Urteil Dritter, anstatt auf­grund von Studium einschlägiger Doku­mente zu einem eigenen begründeten Urteil zu kommen. Drei Päpste haben „nachweisbar schwerwiegende Irrtümer… wiederholt geäußert“ behaupten Sie. Wie stimmt dazu das Wort des HERRN von Petrus dem FELS? Und „Ich habe für Dich gebetet… „?Sind vielewiederholte Behaup­tungen für Sie Beweis?

Don Vincenzo, wenn all das, was ich geschrieben habe, zu allgemein, unbe­stimmt und unkontrollierbar ist, dann bitte ich Sie doch, lesen Sie das neueste Buch „Pierre, m’aimes-tu?“ oder „lota unum“ oder „Der Rhein fließt in den Tiber“. Oder die genannten Zeitschriften. Mehr kann ich doch auch nicht tun. Ich kann und will doch nicht eine ganze wissenschaftliche Beweis­führung publizieren. Das haben andere ausreichend getan. Zum Beispiel auch die Priesterbruderschaft St. Pius X. Haben Sie z.B. die „Dubia“ gelesen? Oder gehören Sie auch zu denen, die vor lauter Bäumen der Evidenz den Wald der Beweise nicht mehr sehen (wollen)?

3.10.1988

Lieber Herr Paul Otto Schenker!

Mit Freuden hab ich seit Jahren Ihre Zeit­schrift empfangen und war ganz Ihrer Meinung. Was mich nun schmerzlich berührt, ist die Veröffentlichung Ihres Briefes an den heiligen Vater.

Ich sehe Sie darin keineswegs unter dem Geist Gottes walten, sondern empfin­de, daß Sie, sicher unbewußt und unbe­merkt, auf einen Weg geraten sind, auf dem Sie der Gefahr ausgesetzt sind, an­statt Gott zu dienen, Teufels Werkzeug zu sein.

Ich bin eine einfache Schwester, die als Krankenschwester im Dienst Gottes steht. Auch ich kann manchen Erneuerungen nicht zustimmen, denn auch ich gehöre der Menschengruppe der Traditionalisten an. Meine Philosophie seit Jahren ist: Alles, was mich zu Gott bringt, ist gut, und alles, was mich von Ihm wegbringt, ist schlecht. Ein Zwischending gibt es für mich nicht. Ob Ihnen Herr Pater Kentenich bekannt ist? Mir und vielen Gläubigen wurde er zur Stütze und zum Halt in dieser schwierigen Zeit. Wir dürfen ihn mit Recht einen Pro­pheten Mariens nennen. Ich glaube, es wäre für Sie von großem Wert, seine Per­son und Gründung in sich aufzunehmen. Er war ein Kriegsführer der Sache Gottes seit seiner Kindheit und nannte seine Grün­dung, das Schönstattwerk, ein Kriegskind. Hier haben Sie den gleichen Kriegsbegriff, den auch Sie bis jetzt vertreten haben.

Den Brief von Ihnen an den heiligen Vater empfinde ich als eine verkehrte Kamp­fesstellung, die dem Feind Gottes mehr dient als seinen Streitern. Herr Pater Ken­tenich war ein Kämpfer der Wahrheit, die zu verteidigen ihm 14 Jahre der kirchlichen Verbannung einbrachte. In seinem Verhal­ten finden Sie die richtige Einstellung, im Bezug auf den Gehorsam, Gott und der rechtmäßigen Autorität gegenüber. Hier ist es, wo ich fürchte, daß sich der Feind bei Ihnen Einlaß verschaffte. Leider fehlt mir die Zeit und auch die Fähigkeit, auf Einzel­heiten Ihrer Anklagen dem heiligen Vater gegenüber einzugehen. Richtet nicht, sodaß auch ihr nicht gerichtet werdet. Herr Pater Kentenich vertrat mit Offenheit jed­wedem gegenüber seinen Standpunkt, aber immer mit der Grundhaltung, dem andern seine Meinung offen ins Gesicht zu sagen, hinterrücks ihn aber zu schützen. Es kann mitunter eine schwere Sünde sein, die Fehler und Vergehen des andern zu ver­breiten, und nach meiner Meinung sind Sie mit Ihrer Veröffentlichung dieses Briefes an den heiligen Vater im Begriff, in diese Sünde zu fallen.

3500 Personen lesen Ihre Meinung und Ihr Urteil, sowie Verurteilung des heiligen Vaters, die meinem Begriff nach sehr ein­seitig ist. Vieles kann man und muß man im Leben von verschiedenen Gesichtspunk­ten aus sehen.

Stur auf einer Idee, auf einem Gesetz oder Lebensweise zu verharren, wirkt sich nachteilig auf das Leben des Menschen aus. Auch hier finden Sie eine Antwort in Pater Kentenich, der harmonisch die Ver­gangenheit mit der Zukunft, die Tradition mit dem Fortschritt zu verbinden verstand.

Lieber Herr Schenker, möge unsere himmlische Mutter, deren Diener wir sind, Sie erleuchten und es nicht zulassen, daß Sie geblendet werden, anstatt Ihr zu die­nen, Ihr schaden.

Schreiben Sie an den heiligen Vater, was Sie denken und wie Sie wollen, doch verunreinigen Sie Ihre Zeitschrift nicht mit dem revolutionären Zeitgeist der dunklen Machenschaften gegenüber dem Stellver­treter Christi. …

Durch das Zeichen Mariens hab ich Sie sehr schätzen gelernt und fühle mich Ihnen in Liebe zu unserer Himmelskönigin verbunden, deswegen drängte es mich, Ihnen zu schreiben. Werde in der nächsten Zeit besonders für Sie und Ihre Familie beten.

Geeint im Glauben und in der Liebe zu Christus und Maria, — Ihre Schw. M. M.

Liebe, ehrwürdige Schwester M.,

Aus Ihren Zeilen entnehme ich mit Freu­den, daß auch Sie sich zur „Sorte“ der „Traditionalisten“ zählen. Noch dazu sind Sie ein „Schönstatt-Kind“ und damit an sich prädestiniert, meine, unsere Positionen in diesem gigantischen endzeitlichen Kampf zu verstehen und sogar mitzuvollziehen. Aber auch Sie, wie so viele andere  Bestge­willte, stehen gewissermaßen wiegebannt, oder  wie gelähmt, vor der einen, „letzten“, höchsten „Hürde“: dem Papst. Auch ich habe lange, zu lange, jahrelang wegen dieser „Hürde“ genau so gehandelt, wie Sie möchten, daß ich jetzt und fernerhin handle. Ich habe wider eigene bessere Erkenntnis, eben „in demütiger Selbstver­leugnung“, den Papst in Schutz zu nehmen und zu rechtfertigen versucht, wo und wie ich nur konnte. Mit der Zeit bin ich dazu gelangt, vor allem auch jenen „Begnade­ten“ einigerma$en Glauben zu schenken, die alle Schuld am Niedergang unserer Kirche den Personen zuschoben, die um den Papst sind, den „Freimaurern im Vati­kan“, den „üblen Kardinälen, Bischöfen“, den „bösen Präfekten und Sekretären der Dikasterien“, den „abgefallenen Theo­logen“, nur nicht dem Heiligen Vater, der einfach so beschützt, so bewahrt, so gelei­tet ist vom Himmel, daß er wie ein Engel unter Teufeln zu sehen ist. Vor allem Don Gobbi mit seinen „Offenbarungen“ der „Gottesmutter“ und mit seiner weltweit verbrei­teten Marianischen Priesterbewegung hat es fertiggebracht, eine solche unsinnige allgemeine Meinung zu etablieren, daß alle schuld sind, nur nicht der Papst. Und viele andere „Begnadete“ stießen und stoßen in dasselbe Horn.

Nach und nach aber, vor allem in jüng­ster Zeit, gingen mir dann die Lichter doch auf. Ich erkannte, wie nie zuvor, daß genau das Gegenteil von dem zutrifft, was da eben gemeinhin angenommen, geglaubt wird. Die Päpste, die letzten Päpste, ange­fangen mit Johannes XXIII., dann Paul Vl., Johannes-Paul I. und jetzt Johannes-Paul II., waren es, die in erster Linie versagten! Und obwohl diese Päpste moralisch ausnahmslos einwandfrei waren/sind; brachten sie durch ihr Wirken, Zulassen und Unterlassen eben das in Gang, was wir heute beklagen. Ihre Untergebenen waren zum Teil wenigstens besser, einsichtiger, und sie hätten das geistige Rüstzeug ge­habt, um diesen versagenden Führern auf die rechte Bahn zu verhelfen. Aber auch sie blickten wie gebannt auf ihren höchsten Vorgesetzten, den sie fast wie einen Halb­gott sahen, der ohnehin immer schon alles besser weiß als alle anderen und der direkt von Gott, vom Heiligen Geist gelenkt wird, und den zu kritisieren ohnehin eine Maje­stätsbeleidigung, eine Gotteslästerung ist. Und die Päpste ihrerseits blickten hinwie­derum wie gebannt auf das Kardinals- und Bischofs-„Kollegium“, diese „ehrfurchtge­bietende Versammlung heiliger Väter“, und wenn sie Zweifel hatten, dann holten sie sich „Beruhigung“ bei ihrer Mehrheitsauf­fassung. Und so zogen sie sich wechsel­seitig in den Abgrund. Und das alles nur, weil man diese „devote“ Meinung vertritt, daß man alle Hierarchen, alle Prälaten, alle Priester, alle Vorsteher kritisieren und sogar verurteilen darf, nur nicht den Heiligen Va­ter.

Da bin ich nun nicht mehr gewillt mitzu­machen. Und wenn noch so viele „Begna­dete“ kommen und behaupten, der Heilige Vater sei ein von der Gottesmutter beson­ders Auserwählter, er sei, wenn er spricht, gar nicht mehr er selber, jedes Wort von ihm sei vom Heiligen Geist, und derlei Unsinn, ich bleibe dabei: (objektiv) schuld an unserer desolaten Situation sind in erster Linie die Päpste seit Johannes XXIII. Aber diese Päpste sind deswegen keine Teufel. Sie handel(te)n nie (wirklich) aus Bosheit. Sie mein(t)en es gut. Sie woll(t)en (prinzi­piell) das Gute und Heilige. Aber sie wa­ren/sind wie mit Blindheit geschlagen. Sie sind durch göttliches Dekret zu blinden Führern von Blinden geworden, zur Be­strafung und Heimsuchung der gottlosen, gottfeindlichen, gottlästernden Welt.

Altötting, 3.10.1988

Herr Schenker!

In Ihrem Spaltenblättle mit dem anma­ßenden Namen: DAS ZEICHEN M….“, schlechter Druck!!! schlechtes Papier!!!) haben Sie dem Papst einen anmaßenden Brief geschrieben. Wer sind Sie? Ein gro­ßer Gelehrter, ein großer HEILIGER? Der Trotzbischof — sein Leben lang hat er ge­trotzt!!! — Lefebvre hat sich die EXKOMMU­NIKATION!!! selbst zugezogen!!! Er hat Priester und Bischöfe geweiht ohne päpst­liche Erlaubnis!!! Schisma ist die größte Sünde, die’s gibt. Eine „Sünde wider den Heiligen Geist“, die weder in diesem noch in jenem Leben vergeben wird!!! Bald steht er vor dem Ewigen Richter. Sie können ihm nicht helfen. Er konnte auch nicht mehr anders. Seine „Freunde“! haben ihn ge­zwungen. Wir halten zum Papst, Johannes-Paul II.: „DU BIST PETRUS, DER FELS“! Was Du auf Erden BINDEN wirst, ist auch im HIMMEL gebunden!!!!

Ob es nun die Schenkerbande oder die Lef.bande ist. Heiliger Vater, wir mariani­schen Priester sind Dir treu…

Wer bezahlt so ein freches Blättle? die Papstfreunde??? HEILIGER VATER, die­se Anmaßung, GRAUSAM!!!

C. Rapsary, Pfr.

Hochwürdiger Herr Pfarrer,

Sie urteilen nicht sachlich, sondern emotional. Sie beherrschen Ihre Gefühle nicht. Die vielen Ausrufzeichen stehen ja auch für etwas. Und Sie urteilen kurzschlußartig. Für Sie ist Erzbischof Lefebvre „der Trotzbischof“. Und sein Leben hat darin bestanden, zu trotzen. Nun, lieber Herr Pfarrer, diese Ihre Aussagen sind nicht einmal so falsch. Auch ich halte den Erzbischof für einen „Trotzbischof“, und auch ich pflichte dem bei, nachdem ich seine Bio­graphie „Meine vierzig Bischofsjahre“ ge­lesen habe, daß er „sein Leben lang ge­trotzt hat“. Aber was, wem hat er getrotzt? Dem Antichristlichen, Widergöttlichen, dem Widersacher, dem Durcheinanderwerfer, dem Satan, und allen seinen Helfern, sei­nen Dienern, deren es massenweise auch in der Kirche gibt, bis in die Spitze hinauf! Und damit hat er nur das getan, was der Heilige Geist will. Der Heilige Geist ist nämlich der Geist des Trotzes, der Aufleh­nung gegen das Böse, das Widergöttliche. Der Heilige Geist „zwingt“ Erzbischof Le­febvre, so zu handeln, wie er handelt, nicht seine Freunde. Und Schisma ist nur dann die größte Sünde, eine Sünde wider den Heiligen Geist, die weder in diesem Leben, noch im andern vergeben werden kann, wenn es sich um ein Schisma, eine Tren­nung, Abspaltung vom Heiligen Geist handelt. Wer aber trennt sich vom Heiligen Geist? Jeder, der (schwer) sündigt und sich in der Sünde (Trennung) verhärtet. Hat sich Erzbischof Lefebvre durch seine Bischofskonsekration vom Heiligen Geist abgespaltet? Kann denn irgendein Mensch, der, nach Maßgabe seiner Erkenntnisse, nach bestem Wissen und Gewissen, das Gute, das Heilige will, von Gott verlassen werden? Welch eigenartigen, unerleuchteten Glauben haben Sie denn da, Herr Pfarrer? Wollen Sie denn behaupten, Erz­bischof Lefebvre habe kein gutes Gewis­sen und auch noch ein schlechtes Wissen? Haben Sie sich einmal aufgerafft, seine Bücher zu lesen? Seinen Lebenslauf? Wenn Sie die Kosten reuen, dann lassen Sie sich zwei, drei solche Bücher schenken zu Weihnachten!

Sie zählen sich zu den „marianischen Priestern“. Vergessen Sie nicht, daß auch Maria ein „Trotzkind“ war. Sie hat ein Le­ben lang dem Gottfeindlichen getrotzt, bis in die kleinste Einzelheit. Und sie war eine starke Frau, sie war furchtlos! Sie kannte keine Menschenfurcht, umsomehr aber die Gottesfurcht.

Stolberg-Venwegen, den 8. Sept. 1988

Sende Ihnen hiermit die letzte Nummer des „Zeichen Mariens“ zurück und bitte Sie, mir die Zeitschrift weiterhin nicht mehr zu schicken. Sie werden fragen: warum das?

Meine Antwort: Manches im Laufe der Zeit sagte mir nicht zu, aber die letzte Entscheidung hat mir der Brief des Herrn Paul O. Schenker an den Hl. Vater ge­bracht. Zunächst schon einmal die anma­ßende Art, wie er sich mit dem Papst auf Du und Du stellt. So kann man nicht mit dem Oberhaupt der Kirche umgehen: Man kann ihm nicht kameradschaftlich auf die Schul­tern klopfen: „Hör einmal, lieber Kumpel, mach es doch bitte etwas anders, so wie es mir gefällt!“

Dann das Thema dieses Briefes. Es ist unbezweifelbar: Erzbischof Lefebvre hat ein schweres Schisma verschuldet! Er hat der Kirche den schlechtesten Dienst erwie­sen, den er ihr erweisen konnte. Und zwar nur aus Geltungsdrang! Je eher sein Unternehmen verschwindet, desto besser ist es für die Kirche, denn nur dann kann wirklich das ganze Unwesen der nachkonziliaren Entwicklung gestoppt werden!!! Daß nach dem Konzil manches in Unordnung geraten ist, ist nicht zu bezweifeln. Daß vieles unter Berufung auf den „Geist des Konzils“ verdorben wurde, bezweifelt kein ehrlich denkender Mensch. Aber mußte da nicht das Bemühen aller Gutgesinnten sein, dem Papst den Rücken zu stärken, statt ihm in den Rücken zu fallen und das Durch­einander zu vergrößern? Nicht der Papst, sondern — neben den Revolutionären ­Erzbischof Lefebvre tragen Schuld an die­sem Chaos! Herr Schenker beruft sich auf ein Werk von Prof. Dr. Waldstein: Hirten­sorge und Liturgiereform. Ich habe dieses Büchlein durchgearbeitet: Es ist ein wildes Durcheinander, das nur ein Ziel hat: den Wirrwarr nach dem Konzil noch zu vergrö­ßern. So geht es nicht!!

Und wenn Ihre Zeitschrift sich auf diese Bahn endgültig begibt, dann kann und will ich sie nicht unterstützen!!

Also bitte: Senden Sie mir sie nicht mehr zu. Ich werde auf jeden Fall die Annahme verweigern!

Hochachtungsvoll — Pfr. B.

Hochwürdiger Herr Pfarrer,

Nocheinmal zum „Du“: Wenn das anma­ßend oder despektierlich ist, dann sind alle, die in ihren Gebeten GOTT, der höch­sten Majestät und den Engeln und Heiligen und insbesondere auch der „Königin-Mut­ter“, „Du“ sagen, ehrfurchtslos. Und daß das natürlich nicht zutrifft, sehen Sie auch ein. Hingegen stimmt es, daß man jeman­dem liebevoll „Du“ sagen kann, oder aber auch „kumpelhaft“. Ich verstehe mein „Du“ gegenüber dem Papst nicht im letzteren Sinne, aber auch nicht im ersteren. Es gibt noch etwas zwischendrin. Mein „Du“ will bedeuten, daß der Papst keine ferne, ent­rückte Person und Majestät sein soll für uns Christen, die wir alle wirklich Brüder sind vor Gott, daß der Papst als unser höchster Seelenhirte  nahbar sein muß, was sich auch in der Anrede ausdrücken soll. Ich finde es deplaziert, den Papst mit „Eure Heiligkeit“ anzureden, nachdem Papst Johannes-Paul II. selber ebendiese Anre­de gebraucht gegenüber andern Kirchen­führern außerhalb der katholischen Kirche. Und ich halte sie für fehl am Platz in der heutigen Zeit, nachdem man alle Monar­chien (von Gottes Gnaden) abgeschafft hat. Sie führt heute dazu, daß man „ihre Heiligkeiten“ fast schon mit Gott, mit dem Heiligen Geist identifiziert. Man fördert so ­völlig gegen Christi Gebot und zum Ärger­nis Andersgläubiger (und potentieller Kon­vertiten) — den Personenkult, die Papola­trie. Natürlich unterstelle ich unseren (auch den letzten) Päpsten nicht, daß sie diesen Personenkult wollen. Aber sie tun nichts oder nur sehr wenig dagegen. Durch die vielen Reisen und Massenveranstaltungen fördern sie jedenfalls (wenn auch unbeabsichtigt) dieses der Botschaft Christi ab­trägliche „Im-Zentrum-Stehen“. Es hat aber Päpste gegeben, die möglichst alles ver­mieden, was ihre Person in den Vorder­grund gerückt hätte.

Und bei meinen Briefen geht es nicht darum, dem Papst zu bedeuten: „mach‘ es so, wie es mir gefällt.“ Vielmehr geht es Erzbischof Lefebvre, geht es allen recht­gläubigen, wohlmeinenden „Papst- und Konzils-, Kirchen-Kritikern“darum, daß die Kirche wieder so wird, wie sie immer war und wie sie nach dem Willen Gottes, nach seinem Wohlgefallen sein soll.

Und da kommen nun auch Sie mit der bösen Anschuldigung, Erzbischof Lefebv­re habe „nur aus Geltungsdrang“ gehan­delt, und Sie versteigen sich zu der schreck­lichen Aussage: „Je eher sein Unterneh­men verschwindet, desto besser ist es für die Kirche“! Ein starkes Stück, fürwahr, Herr Pfarrer! Solches haben auch die jüdi­schen Hohenpriester und Gesetzeslehrer in Bezug auf Jesus Christus und die ersten Christen „im Namen Gottes“ gewünscht. Gott hat aber ihre „Gebete“ ganz und gar nicht erhört. Und die Christen sind nicht „verschwunden“. Und so wird auch das „Unternehmen Lefebvre“ nicht verschwinden; denn „das ganze Unwesen der nach­konziliaren Entwicklung“kann nur gestoppt werden anhand, vermittelst solcher Werke, wie demjenigen der Priesterbruderschaft St. Pius X.! Dieses „fällt dem Papst in den Rücken“ nur insofern, als er „verkehrt dasteht“. Sobald er sich umdreht und seine Richtung ändert, wird er gewahr werden, daß diese Priesterbruderschaft ihm wie keine andere Vereinigung, wie kein ande­res „Unternehmen“ „den Rücken stärkt“.

Und das Buch von Prof. Dr. Waldstein haben Sie offensichtlich nicht gerade sorg­fältig „durchgearbeitet“, sonst kämen Sie nicht zu einem so völlig unzutreffenden Urteil, es sei „ein wildes Durcheinander, das nur ein Ziel habe, den Wirrwarr nach dem Konzil noch zu vergrößern“. Diese Ihre „Rezension“ deklassiert nicht das Buch von Prof. Waldstein, sondern Ihr Urteils­vermögen, in dem offenbar ein wildes Durcheinander herrscht. Und wie eigenar­tig: Sie scheuen sich nicht, solche Urteile über solche Persönlichkeiten und ihre Werke zu fällen, aber Sie schreiben gleich­zeitig: „so kann man mit dem Papst nicht umgehen“! Ja, wenn man mit dem Papst, der doch auch nur ein Mensch ist, nicht so umgehen kann, dann kann man, dann darf man es auch nicht mit Kardinälen, Erzbi­schöfen, Bischöfen, Priestern, Professo­ren, usw. Aber es läuft immer wieder auf dasselbe hinaus: alle sind schuld, nur nicht der Papst, alle dürfen getadelt, beschimpft werden, nur nicht der eine Höchste, der heilige Heilige Vater, aus dem ununterbro­chen der Heilige Geist redet, der ununter­brochen genau das tut, was der Heilige Geist, was Gott will.

Ach Gott, wie weit haben wir es doch gebracht in unserer Kirche mit der Papola­trie! Da muß doch nun endlich Remedur geschaffen werden — im Sinne des heiligen Franz von Assisi!

Auch die Anrede „Heiliger Vater“ ist  streng genommen unchristlich. Im Evangelium des hl. Apostels Matthäus, 23 . Kapitel, heißt es doch, und es handelt sich hier um Worte unseres Herrn und  Gottes, Jesus Christus: „Ihr aber sollt euch nicht Meister nennen lassen, denn einer ist euer Meister, und ihr seid alle Brüder. Auch  Vater nennt keinen von euch auf Erden, denn einer ist euer Vater, der himmlische.“ Wenn also Petrus von seinen Mitaposteln und von den Jün­gern und von den Gläubigen — in Befolgung dieser Heilandslehre — nicht „Vater“ ge­nannt wurde, geschweige denn „Heiliger Vater“, dann wäre es doch nicht abwegig, diese „kultische Wucherung“ in unserer reformatorischen Zeit auch wieder „zurück­zustutzen“. „Ehrwürdigster Bruder“ wäre so ein akzeptabler Titel, meine ich. Im Unterschied dazu könnte man dann die Bischöfe und Priester „ehrwürdiger Bru­der“ heißen. Aber auf alle Fälle nicht Herr Papst, Herr Bischof, Herr Priester und dergleichen. Und auf alle Fälle müßte man endlich aufhören, diese Personen zu „sie­zen“. Und zuallererst müßte man diese dem modernen Menschen so Falsches suggerierenden Feudaltitel wie „Eure Hei­ligkeit“, „Eure Seligkeit“ „fahren lassen“. Denn Jesus sagt: „Ihr seid alle Brüder!“ Die ersten Christen jedenfalls haben sich auch alle „Du“ gesagt, und so kam auch ihr Taufnahme zur Geltung. Unsere Hierar­chen aber sind so heuchlerisch. Sie refor­mieren alles, auch das Heiligste, die Litur­gie, und noch dazu mit Berufung auf das Urchristentum. Aber wenn es um ihre Titel und um die Anredeformen geht, dann las­sen sie diese gerne unangetastet. Oder sie fallen gleich ins andere Extrem, daß sie sich „kumpelhaft“ Du sagen lassen, sogar von Kindern, womit sie dann meinen, be­scheiden und demütig zu sein.

Ich war an sich nie gegen die Anrede „Heiliger Vater“, oder „Eminenz“, „Exzel­lenz“ usw. Aber jetzt, da wir eine völlig andere Situation haben, da diese heiligen Ämter mehrheitlich besetzt sind von Perso­nen, die statt Christus zu dienen in vielem dem Antichristen in die Hände arbeiten, da diese Hirten und Oberhirten mehr verfüh­ren als führen, ist es doppelt gefährlich und schädlich, ihnen solche „überspitzten“ Ehrentitel zu geben. „Bruder“ ist da schon bedeutend nüchterner. Und die Personen werden nahbarer. Und man fühlt sich dann auch nicht so gehemmt, ihnen ab und zu mal die „Leviten zu verlesen“, so es nötig ist.“ Auch Lehrer laßt euch nicht nennen, denn einer ist euer Lehrer, der Messias. Der Größte unter euch soll euer Diener sein. Wer sich selbst erhöht, wird ernie­drigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ (Matth. 23, 10-12)

Koblenz, 7.9.1988

Sehr geehrter Herr Schenker!

So geht es nicht!

Wer auf diese Weise ehrfurchtslos mit dem Stellvertreter Christi spricht, ist nicht wert, Sohn der Kirche zu heißen.

Wir erübrigen uns, eine nähere Stellung­nahme zu Ihrem Brief. Dafür ist die Zeit viel zu kostbar.

Ab sofort verbitten wir uns die weitere Zusendung „Das Zeichen Mariens“. Die Klarissen Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung

Sr. M. Petra, Äbtissin

Bad Kissingen, 6.9.1988 Telebrief:

Sehr geehrter Herr Schenker! Wegen schwersten Verstoßes gegen das vierte Gebot, das auch Sie zur Ehrfurcht ver­pflichtet, verlange ich den sofortigen Stop der Septembernummer „Das Zeichen Mariens“. Im Namen der 100 Abonnenten im In- und Ausland, die ich geworben für Sie, mache ich sie aufmerksam auf Fehlinterpretationen, die uns schmerzlichst ge­troffen haben. Wir empfinden tiefstes Bedauern über die Diffamierungen unse­res Heiligen Vaters, Papst Paul II. in großer Öffentlichkeit.

Wir erwägen Abbestellung, falls Sie — Sie kündigen es an! — uns weiterhin „orien­tieren“ möchten. (Sehen Sie doch endlich klar und überlegen Sie, wie soll das Eins­werden unter einem Hirten vor sich gehen, wenn dies nicht durch Weltreisen des Papstes diese vorbereitet würde? Assisi bleibt eine Glanzleistung dieses Papstes, dem allein es gelang, die unter sich so zerstrittenen Weltreligionen zum Gebet unter Fasten zu vereinen!!! GOTT nimmt das Gebet derer, die IHN nicht kennen, als an IHN gerichtet an! Oder konnten wir uns wünschen, wo wir geboren werden wollten! Jene leben mutiger ihren Glauben beken­nend, wie die meisten Menschen in unse­rem „christlichen Abendland“ oder nicht? Und werfen Sie in Ihrer zynischen Weise auf diesen hl. Vater keine Steine. GOTT könnte Ihr Tun zum Bumerang werden lassen. Es grüßt Sie wohlwollend Ihre Caritas-Schwester — Gemma Sch.

Liebe Schwester Gemma,

das war Ihre Reaktion auf meinen 1. Papstbrief. Inzwischen sind es ja schon deren 4. Sie werden, nachdem Sie Num­mer 2 und 3 auch noch zur Kenntnis ge­nommen haben, wohl kaum Ihre Meinung über den Papst geändert haben, schon weil Sie „Assisi“ für eine „Glanzleistung“ von ihm halten.

„Die Diffamierungen in großer Öffent­lichkeit“. Regen Sie sich ab, Sr. Gemma, die Öffentlichkeit, die ich mit meinem DZM erreiche, ist nicht so groß. Gut 3000 Abon­nenten, vielleicht etwa 20000 Leser. Ein­mal monatlich. Nur deutsch. Der Einfluß auf die Milliarden-Menschheit ist da nicht so „verheerend“. Umgekehrt beim Papst. Für ihn publizieren tausende von Zeitschrif­ten in allen Sprachen mit Millionen von Lesern insgesamt. Radiosender, Fernseh­studios, und die Kirche selbst mit ihrer Organisation, den Bischöfen, den Priestern, bis in alle Kirchen und Kapellen hinein, die Verlage, die Bücher, alles dies wird zum Träger und Weiterträger der Äußerungen, der Taten, der Werke des Heiligen Vaters. Assisi! Nehmen Sie dieses Ereignis. Wie wurde das, was da vorgefallen ist, weltweit propagiert. Und welches waren, sind die Auswirkungen davon? Wir können den Schaden, den diese Vorgänge bewirkten, gar nicht ermessen. Wir können ihn nur nach und nach erkennen. Da hat einer „mit dem Feuer gespielt“. Und daraus ist ein Brand entstanden, ein Steppenbrand, ein Brand, dem niemand mehr Herr werden kann. Aber materielles Feuer sieht man, und physisches Feuer spürt man unange­nehm, wenn es brennt, wo es nicht bren­nen sollte, und einen Brand empfindet man als eine Katastrophe, wenn man sieht, wie er alles vernichtet. Diesen verheerenden Geistesbrand aber sieht man nicht, spürt man nicht, und man erkennt seine destruk­tive Wirkung nicht, wenn man nicht mit dem „inneren Auge“ sieht, spürt, empfindet.

Was meinen Sie, Sr. Gemma, was das für Jesus für eine Leichtigkeit gewesen wäre, eine solche „Einheit“ und „Brüder­lichkeit“ herzustellen unter den damaligen Menschen und Völkern, wenn er diese Art Einheit gemeint hätte, wie sie in Assisi und seinem Programm zum Ausdruck kam? Und die Apostel, wie hätten sie es leicht gehabt, sich mit den Juden, den Gegnern Christi, zu „versöhnen“, wenn sie zu ihnen gesprochen hätten: „Kommt, wir wollen nicht streiten, wir wollen vielmehr zusam­menkommen, und ihr sollt beten, wie ihr es gewohnt seid, und wir wollen beten, so wie uns Christus zu beten gelehrt hat! Wir haben ja alle den gleichen Vater im Him­mel, und er wird schon dafür sorgen, daß alles gut kommt. Vorerst wollen wir vor allem auf das Gemeinsame schauen und das uns Trennende nicht zum Anlaß von Fehde machen.“

Im übrigen wäre es zu schön gewesen, Sr. Gemma, wenn Sie uns tatsächlich 100 Abonnenten gebracht hätten. Sie über­schätzen sich aber tüchtig. Vielleicht ha­ben Sie dem DZM 100  Leser gebracht, was nicht dasselbe ist; solche bezahlen nämlich nichts, gehören also nicht zu denjeni­gen, die die Zeitschrift unterstützen! In Wirklichkeit werden es nicht einmal 10 zahlenden Abonnenten gewesen sein, die wir Ihrer Werbung verdanken, und so sind es dementsprechend wenige, die jetzt durch Ihre Antiwerbung dem DZM verlorenge­hen. Sie überschätzen sich aber auch noch in einem weiteren Sinne, sonst hätten Sie mir nicht einen „Telebrief“ solchen Inhalts geschickt in der naiven Erwartung, ich würde daraufhin den Versand der Septem­ber-Nummer „stoppen“, als ob ich mir das Ganze nicht  vorher gründlich überlegt hät­te! Und wenn mein Brief vom 15. August 1988 an den Heiligen Vater ein „zynisches Steinewerfen auf den Papst“ ist, was ist dann umgekehrt z.B. die ganze Liturgiere­form gegenüber den Gläubigen? Oder die Suspension und Exkommunikation von Erzbischof Lefebvre und damit die Mißach­tung, Verachtung und Verurteilung seiner Anliegen und seiner Anhänger?

Zürich, 21. Nov. 1988

In zwei Briefen an Sie versuchte ich, Sie auf die Versöhnung als das Wichtigste in der aktuellen Situation von Mgr. Lefebvre und der Priesterbruderschaft (PB) aufmerk­sam zu machen. Sie haben trotzdem in einem dritten Brief an den H. Vater die „Alarmglocke“ geläutet, das Vatik. Konzil attakiert und mir Bücher zum Studium empfohlen, unter andern „Sie haben Ihn entthront“ von M. Lefebvre. Die gleiche Empfehlung machten Sie auch dem Papst. Sie selber zollen diesen Büchern höchste Anerkennung: „Alle Bücher/Schriften von Mgr. Marcel Lefebvre sind Gold wert“. Die Leser erwarten da mit mir eine begründete Erklärung. Bitte geben Sie uns diese schon in der Dezember-Nummer des DZM. In der Januar-Nummer werde ich dann meine Meinung dazu vorlegen, die je nach Ihrer Antwort einige Seiten füllen wird.

Weil die PB in das Problem der Bücher von und über Mgr. Lefebvre hineinbezogen ist, — ich habe sie mehrmals brieflich infor­miert, aber keine sachliche Antwort erhal­ten — geht dieser Brief auch an mehrere Priorate. Das ohne die geringste Absicht, jemand zu kompromittieren. Ich möchte einfach die Versöhnung zwischen Rom und Ecône voranbringen, indem ich den Grad der Wahrheit beiderseits nachprüfe, so wie er sich aus den einschlägigen Bü­chern ergibt.

Noch ein Wort an die Leser(innen). Ihr habt ein Recht auf die Wahrheit. Mit gutem Willen und Eifer geschriebene Artikel aber genügen nicht, um sie zu finden, beson­ders wenn es sich um ein so verwickeltes Problem wie das unsere handelt. Drum erlaube ich mir, denen zu raten, die an der Zerrissenheit unserer Kirche leiden: Bildet Euch ein eigenes Urteil und kauft Euch wenigstens drei Bücher und studiert sie mit dem Bleistift in der Hand. Z.B. das Buch von Mgr. Lefebvre „Sie haben Ihn ent­thront“, Kardinal Ratzinger „Zur Lage des Glaubens“, Verlag Neue Stadt, und Rah­ner-Vorgrimler „Kleines Konzilskompen­dium“. In unsere Auseinandersetzungen kommen natürlich alle einschlägigen Bü­cher von und über Mgr. und seine PB. Wer Lust hat, kann mir jetzt schon schreiben. Dann trifft meine Antwort im Januar-Heft eher das Richtige.

Herr Schenker, empfangen Sie meinen Gruß im HERRN.

Don Vincenzo Kreienbühl Brauerstr. 99, CH-8004 Zürich

Hochwürdiger Don Vincenzo,

vielen Dank für Ihren Brief vom 21.11. Schön, daß Sie nicht den „Fehde-Hand­schuh“ werfen, sondern posititiv „dranbleiben“! Ich öffne Ihnen die Spalten des DZM gerne für Ihre Ausführungen, auch wenn sie „mehrere Seiten füllen“. Bitte aber nicht bereits Abgehandeltes außer Acht lassen!

Sehr gut ist, daß Sie sich für eine  Versöh­nung einsetzen wollen. Berücksichtigen Sie aber, daß eine solche nur möglich ist, wenn der Papst auf die berechtigten Forderun­gen des Erzbischofs wirklich eingeht. Völ­lig ausgeschlossen ist aber eine Versöh­nung, wenn der Papst meint, er könne den Anführer der Fordernden verurteilen und gleichzeitig die Forderungen gegenüber der Gefolgschaft des Anführers „erfüllen“. Das wäre etwa so, wie wenn die polnische Regierung Lech Walesa ins Gefängnis werfen würde (weil er sich gegenüber der Regierung formal falsch verhalten habe), die „Solidarität“ aber (gemäß seiner Forde­rung) anerkennen, zulassen würde.

Es wird mich auch sehr freuen, wenn Sie nicht so vorgehen werden in unserer Aus­einandersetzung wie die amtlichen Stellen im Vatikan inkl. Papst mit dem Erzbischof. Gehen Sie anders als diese jeweils ganz auf die Sache ein, auf die Inhalte. Bleiben Sie nicht beim Formalen stehen. Konkret, welches sind die substantiellen Fehler des Erzbischofs, welches jene des Konzils, der Päpste? Und veranschlagen sie dabei die jeweilige Stellung, die Verantwortung, den Einfluß!  — P.O.S.

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Quelle: DAS ZEICHEN MARIENS – November 1988 und Dezember 1988

2 Kommentare zu “Weitere LESERBRIEFE zu meinem 1. Brief an Papst Johannes-Paul II.

  1. Nicht begreiflich Herr Schenker. Im Jahr 1988, das Jahr der Entscheidung der Priesterbruderschaft St. Pius X.,war alles ausreichend klar, was von Rom zu halten ist. Sich zu wundern, eine Rückantwort zu bekommen mit dem Hinweis
    „Ich kann Ihnen versichern, dass Ihre Post wirklich am Bestimmungsort angekommen ist“, ist merkwürdig.

    Natürlich ist die Post „am Bestimmungsort angekommen“! Nur nicht an dem Bestimmungsort, den Sie im Auge hatten. Leider ist festzustellen, daß Sie sich im Jahre 1988 irgend einen guten Einfluß in Rom erhofften, was nicht zu begreifen ist.

    Wie ist es möglich – das war immerhin nach dem Assisiskandal – an Rom „an den Heiligen Vater“ zu schreiben und den Brief dem Apostolischen Nuntius anzuvertrauen? Das ist unfassbar. Der Brief landete schlußendlich im Shredder, sonst nirgendwo!

    „Er möge mir ausdrücklich bestätigen, daß er die Briefe dem Heiligen Vater persönlich zur Kenntnisnahme vorgelegt habe. Bis heute ist darauf noch keine Erwiderung gekommen.“
    Können Sie mit der Vorstellung nichts anfangen, daß Ihre Zeitschrift hohnlachend beseitigt wurde und nie Rom gesehen hat?

    Herr Thoma schreibt (vermutlich zitiert aus Zeitschrift DZM):

    „‚Die widergöttlichen Kräfte lassen sich nur überwinden durch den Gehorsam dem Willen Gottes gegenüber, der… in den Gesetzen und Anordnungen der rechtmäßigen Obrigkeit zu uns spricht, sofern sie nicht offenkundig einem göttlichen Gebot widersprechen. Dann… müßte man Gott mehr gehorchen als den Menschen!‘ RICHTIG! “
    Nein!
    Hier haben wir es wieder: „Dann…“
    „sofern sie nicht offenkundig einem göttlichen Gebot widersprechen“!

    Der Wille Gottes spricht also in den Gesetzen und Anordnungen der rechtmäßigen Obrigkeit, dem wir im Gehorsam uns zu unterwerfen haben. Welcher Wille Gottes spricht dann, wenn die Obrigkeit dem göttlichen Gebot widerspricht? Das gab es noch nie, kann es nicht geben und wird es niemals geben!

    Es ist diese Sackgasse, wenn man sich die Sichtweise leider des Erzbischofs und auch Bischof Williamsons zu eigen macht: Papst ja, gehorchen nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, in bestimmten Lagen und Fällen. Das ist irrgläubig und ketzerisch. Was ist der Papst zu der Zeit, wo er dem göttlichen Gebot widerspricht?

    Gottes Beistand, der ihm zugesichert wurde, verhindert also, daß der Papst nicht immer im Willen Gottes spricht?
    Absurd und denkwidrig!

  2. Alexius, völlig richtig erkannt und argumentiert !

    …..leider haben wir schon das Jahr 2014…. und ein Umdenken der Gläubigen dieser “ Konzilskirche/-sekte “ ist ( trotzdem ) in noch weiter(e) Ferne gerückt….!

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