Fatima oder Medjugorje? – Der entscheidende Kampf zwischen der Hlst. Jungfrau und dem Dämon

In den Nummern. 200 und 201 der fran­zösischen Zeitschrift „La Contre-Réfor­me Catholique au XXème siècle“ er­schien im Mai/Juni 1984 erstmals eine längere kritische Analyse von Frère Michel de la Sainte Trinité über die Ereignisse von Medjugorje. Das hat zu der dreiteiligen deutschen Übersetzung geführt, die Albert Frey vorgenommen hatte, weil im deut­schen Sprachraum nichts Vergleichbares vorhanden war.

Damals wurde der verantwortliche Orts­bischof nur am Rande erwähnt. Die nun folgende Übersetzung stammt aus der Nr. 234 (Juli 1987) der gleichen Zeitschrift und vom gleichen Autor und behandelt die Haltung des Ortsbischofs, Mgr. Zanic, und seines Gegenspielers aus der Nachbar­diözese Split, Mgr. Franic, in ausführlicher Weise. Sie soll dazu dienen, das Gesamt­bild der Phänomene zu vervollständigen. (A.F.)

„Weil Gott einzig ist, können die vie­len Religionen in ihrer Verschiedenheit nur menschliche Erfindungen sein. Ihre Trennungen steigen nicht bis zu ihm hinauf. In seinen Augen sind sie alle gleich. Alle sind sie Mittel des Heils. Ebenso können durch ihre wahre Treue zu ihrer eigenen Religion alle das Heil erreichen, seien es Katholiken, Ortho­doxe, Protestanten, Moslems oder Bud­dhisten.“ Das ist der äußerst schädliche Irrtum, die monströse Häresie, die von der Erscheinung von Medjugorje seit 1981 gelehrt wird und die die charismatischen Propagandisten in der ganzen Welt ver­breiten und damit die Seelen verderben.

Die Zeugnisse sind zahlreich. Die Tatsa­che ist nicht zu leugnen. Außerdem hätte die Erscheinung in mehr als sechsjährigen täglichen Manifestationen — die jeden Abend im Presbyterium von Medjugorje fortdauern — mehr als zweitausendmal Gelegenheit gehabt, die ketzerischen Äußerungen richtigzustellen, falls man sie ihr zu Unrecht zuschreiben würde. Aber es gab kein Dementi. Im Gegenteil!

In „Apparitions à Medjugorje, 500 Mes­sages à vivre“ (Montréal), zitiert Pater Blais mehrere besonders eindrückliche Zeug­nisse: „Am 1. Okt. 81 hat jemand von den Sehern Jakov und Vicka verlangt, folgende Fragen zu stellen: ‚Sind alle Religonen gut?‘ Antwort der Jungfrau von Medjugorje:

‚Vor Gott sind alle Religonen gleich. Gott herrscht in allen Religionen wie der König in seinem Reich‘.“ An einem ande­ren Tag erklärt die Erscheinung: „Die Gläubigen haben sich die einen von den anderen getrennt. Aber Gott leitet alle Religionen wie ein König seine Angele­genheiten mittels seiner Minister lei­tet.“ Am 18. Aug. 82 heißt es bezüglich der katholischen und der orthodoxen Religion: „Vor meinen Augen und vor den Augen Gottes ist alles gleich. Für euch ist es nicht gleich, weil ihr getrennt seid.“ Der unmittelbare Kontext dieser skandalösen Erklärung — soweit es einen hat — mildert keineswegs ihren unbestreitbaren Charakter formeller Häresie.

MGR. FRANIC,
BEGEISTERTER ZEUGE

DER HÄRESIE VON MEDJUGORJE

Mgr. Franic, der charismatische Erzbi­schof von Split, ist ein Zeuge der ersten Stunde. Seit Januar 1982 nimmt er Partei für Medjugorje, und seither hat er nicht aufgehört, sich leidenschaftlich für die Sache der Erscheinungen einzusetzen, und er erklärt sich bereit, „für Medjugorje zu sterben“. Vertrauter der Seher, Ratgeber der Franziskaner, die die Seher dirigieren und persönlicher Freund von Abbé Lauren­tin, ist Mgr. Franic vielleicht selbst einer Erscheinung der Jungfrau von Medjugorje gewürdigt worden. In der folgenden Erklä­rung zeigt er uns den wichtigsten Kern, den spezifischen Charakter der Botschaft von Medjugorje. Eingewickelt in süßliche Wor­te und in zweideutige Formulierungen, ist das gleiche Gift der Apostasie leicht nach­zuweisen:

„Ich möchte besonders zwei fundamen­tale Punkte unterstreichen: Der Oekume­nismus von Medjugorje und die Kirche als Gemeinschaft verstanden. Die Jungfrau sagt uns, daß wir uns lieben sollen.“

„In Medjugorje trifft man auf drei Religio­nen: Die Katholiken, weil die Pfarrei katho­lisch ist, dann jene, die uns am nächsten sind, die Orthodoxen, dann die Moslems und dann noch die Marxisten oder Athei­sten. Die Jungfrau lehrt, daß man die ortho­doxen Serben, die Moslems und dle Marxi­sten lieben muß: Das ist dann der Oekumenismus.“

„In einer der Vicka Ivankonvic gegebe­nen Botschaft, die mir die Seherin am 18. Januar 1985 persönlich überbrachte, hat die Jungfrau gesagt: ‚Für alle Menschen gibt es nur einen Gott, aber die Menschen haben die verschiedenen Religionen ge­schaffen. Mein Sohn ist der einzige Mittler und Retter aller Menschen, aber ich, ich sehe, daß die Menschen sich auch retten können, indem sie ihre eigene Religion gut praktizieren, wenn sie sie ernsthaft befol­gen und wenn sie nach ihrem Gewissen leben‘  (siehe Dekret über die missionari­sche Aktivität der Kirche Nr. 7)1) ‚Sie sollen ihre mohammedanischen Brüder und ihre orthodoxen Brüder und die Atheisten, die sie regieren, respektieren und lieben‘, hat die Jungfrau im Gegensatz zur alten Hal­tung des Heiligen Krieges bei anderer Gelegenheit gesagt. Sie verlangt den Sieg der Nächstenliebe, die weder Sieger noch Besiegte kennt. Sie folgt der Botschaft des Magnifikats buchstabengetreu: Eine Re­volution, die nicht tötet, sondern die Geg­ner zur Würde der Armen hinbewegt.“

„Viele haben reagiert, indem sie sagten, es handle sich da um religiösen Elektionis­mus und daß die Jungfrau so nicht habe reden können. Deshalb habe ich versucht, der Vicka etwas über den Oekumenismus des 2. Vatikanischen Konzils zu erklären. Sie hat mir geantwortet: ‚Ich kenne nichts vom 2. Vatikanischen Konzil, ich weiß nur, daß mir die Jungfrau diese Worte gesagt hat‘. Hier habe ich mich von der Aufrichtigkeit Vickas überzeugen können. Es ist für mich unmöglich, daß Vicka diese Worte hätte erfinden können.“

„Der zweite fundamentale Punkt der Boschaft von Medjugorje“, fährt der Erzbi­schof von Split weiter, „ist die Gemein­schaft der Kirche, die Eintracht, die Liebe, das Verzeihen. In Medjugorje spricht man immer von der ‚Feindesliebe‘, jene, die uns verleumden, jene, die nicht auf die Jung­frau hören können oder wollen. (Da sind Mgr. Zanic und alle Gegner von Medjugor­je klar bezeichnet … und in liebenswürdiger Weise angeklagt, auf die Jungfrau nicht hören zu wollen!) Unsere einzige Waffe ist das Verzeihen, die Liebe. Die Allerseligste Jungfrau selbst betrachtet alle Menschen mit gleichem mütterlichem Blick; alle sind ihre Kinder (muß man die schädliche Häre­sie noch hervorheben? Gewiß sind alle Menschen eingeladen, Kinder Gottes und Mariens zu werden, aber nicht alle sind es in Wirklichkeit! Jene, die entschieden Par­tei für den Dämon und gegen Gott genom­men haben und seinen einzigen Sohn Jesus Christus ablehnen und es ablehnen, in die wirkliche Kirche, seine einzige Braut, von der der Heilige Geist die Seele ist, einzutre­ten, jene sind die „Söhne des Teufels“ (Joh. 8,44; 1. Joh. 4,1-6) und nicht die Söhne der heiligen und unbefleckten Jungfrau!) und die Mutter der Kirche ist auch die Mutter aller, wie es das Konzil sagt.“

„Zwischen Lourdes, Fatlma und Medju­gorje gibt es einen Unterschied; ich würde sagen, daß Medjugorje ein wichtiger Zu­satz zu den Botschaften von Lourdes und Fatima ist. In Fatima spricht man nicht von der Liebe gegenüber den Marxisten, den Moslems und den Orthodoxen. Deshalb kam die Jungfrau nach Medjugorje, ein strategischer Ort, wo man genau die ver­schiedenen Religionen trifft, und lhre Ab­sicht ist bedeutend. Vor dem Krieg gab es verschiedene Regimes, die sich für ihren Antikommunismus auf die Botschaft von Fatlma beriefen, das aber war Politik, und die Jungfrau kümmert sich nicht um Politik; demgegenüber spricht sie vom Frieden Christi und vom Heil aller Menschen.“

Darauf werden wir zurückkommen. Zwi­schen Lourdes, Fatima und Medjugorje gibt es nicht nur eine „Differenz“, sondern einen radikalen und unerbittlichen Gegen­satz. Wenn man es wagt, den apostati­schen Oekumenismus der jugoslawischen Erscheinung als „Zusatz“ zu den wahren Botschaften von Lourdes und Fatima hin­zustellen, ist das ein neuer Betrug. Als würde man das Licht der Finsternis gleich­stellen, die Wahrheit der Lüge, Christus Belial.

MGR. ZANIC:

EHER STERBEN, ALS DEN BETRUG VON MEDJUGORJE GUTZUHEISSEN

Die Charismatiker, die Propaganda für Medjugorje machen — ob es sich um die jugoslawischen Franziskaner, um Abbé Laurentin, die Patres Girard aus Kanada oder um Mgr. Amorth und Mgr. Hnilica in Italien handelt—entwickeln alle eine fieber­hafte Aktivität. Man muß fortfahren — mit allen Mitteln! — Menschenmengen nach Medjugorje zu ziehen. Der Zustrom der Pilger muß als das eindrücklichste Argu­ment zugunsten der angeblichen Erschei­nungen dienen. In Mexico hat Pater Tiberio Munari — ein Xaver-Missionar und Anima­tor des „Xaver-Zentrums“ von Guadalajara — schon vier oder fünf Bücher über Medju­gorje erscheinen lassen. Seit März 86 publiziert er sogar eine Monatszeitschrift, die ausschließlich über die jugoslawischen Erscheinungen berichtet!

Pater Ruben E. Rios, ein mexikanischer Priester, zuerst von dieser Propaganda beeindruckt, machte 1985 in Medjugorje eine Erhebung. Dann wünschte er die verantwortliche Autorität zu konsultieren und begab sich am 29. Sept. 1986 zum Bischofssitz in Mostar. Anschließend ist der ganze Text seiner Befragung anläßlich seines Besuchs aufgeführt. Er wurde im Dez. 86 mit dem Imprimatur Mgr. Suares Riveras, Erzbischof von Monterrey publi­ziert:

„Die Kathedrale von Mostar ist neuerer Konstruktion, mit modernen Materialien und in der Form einer Pyramide. Sie sollte 16 Meter höher werden, aber die Regierung war dagegen, wegen der Konkurrenz dem Denkmal der Toten gegenüber, das sich auf 200 Meter Höhe erhebt. So hat es uns der Generalvikar von Mostar, Mgr. Antonio Brajko erklärt. Er empfing uns in liebens­würdiger Weise und da der Bischof abwe­send war, war er selbst bereit, auf einige Fragen zu antworten.

PATER RIOS: Welches ist Ihre Meinung über die angeblichen Erscheinungen von Medjugorje?

MGR. BRAJKO: Meine persönliche Meinung kann ich nicht darlegen, weil ich Mitglied der Untersuchungskommission bin, aber ich kann Ihnen etwas über die Beurtei­lung meines Bischofs sagen: Mgr. Pavao Zanic äußert sich negativ, weil er theologi­sche und kirchendisziplinare Argumente berücksichtigt, die gegen die Wahrheit der Erscheinungen sprechen.

In dem Moment kam der Bischof, und wir stellten ihm die weiteren Fragen.

PATER RIOS: Monseigneur, ein Xaver-Priester aus Mexiko hat vier oder fünf Bücher publiziert, wo als Tatsache hinge­stellt wird, daß die Allerseligste Jungfrau jungen Leuten von Medjugorje erschienen ist. Jedermann hat vernehmen können, daß die Jungfrau in Medjugorje spricht. Was halten Sie davon?

MGR. ZANIC: Es ist nicht gewiß, daß die Jungfrau spricht! Es ist eine Täuschung. All das ist ein Schwindel und ein Verbrechen gegen die Wahrheit. Es ist eine tragische Angelegenheit.

PATER RIOS: Gibt es Streit zwischen den Franziskanerpatres und Ihrer Exzel­lenz?

MGR. ZANIC: Es gibt keinen Streit. Ich bin mit dem Pater Provinzial und mit der Leitung der Provinz freundschaftlich ver­bunden. Aber die Franziskaner sind in zwei Gruppen gespalten. Die Gruppe, die mit dem Pater Provinzial und mit mir selbst auf Kriegsfuß steht, verteidigt Medjugorje.

PATER RIOS: Jede Spaltung ist traurig.

MGR. ZANIC: Es ist tragisch! Die Anhän­ger von Medjugorje sagen: „Der Bischof soll schweigen, er hat nicht das Recht, gegen Medjugorje zu sprechen“. Sie sagen sogar: „Er müßte zuallerletzt sprechen!“ Und unterdessen verbreiten sie ihre Lügen auf der ganzen Welt.

PATER RIOS: Monseigneur, wie sind Sie zu der Überzeugung gelangt, daß alles falsch ist?

MGR. ZANIC: Ich habe eine Kommis­sion von fünfzehn Mitgliedern bestellt. Wir haben die Frage in ausführlicher Weise studiert. Mehrmals haben wir mit den jun­gen Leuten gesprochen. Bei der Schluß-Abstimmung (am 2. Mai 86) — nach dreijähri­ger Untersuchung — haben dreizehn Mit­glieder der Kommission gesagt: „Non satis constat de supernaturaliter apparitionum“.2) Nur zwei haben gesagt: „Satis constat“.3) Glauben Sie mir, das ist eine schreckliche Sache, eine Schande der Kirchengeschich­te. Wir hätten nie geglaubt, daß so etwas geschehen könne.

PATER RIOS: Das christliche Volk glaubt, daß die Jungfrau in Medjugorje spricht.

MGR. ZANIC: Sie spricht nicht! Alles ist die Erfindung von Pater Tomislav Vlasic und von Pater Barbaric. Diese sind in einer Haltung der offenen Rebellion gegen Pater Provinzial und gegen mich selbst.

PATER RIOS: Also es scheint mir, daß das eine Dornenkrone für Ihre Exzellenz ist.

MGR. ZANIC: Es ist schrecklich! Es ist zum Sterben! … Ich denke mir: Wie ist es möglich, daß sich solche Sachen in meiner katholischen Kirche abspielen! Ich bin ein großer Verehrer der Jungfrau von Lourdes und Fatima. Ich bin mit Pilgern achtmal nach Lourdes gegangen. Ich habe auch an einer Wallfahrt nach Syrakus und anderen Heiligtümern teilgenommen, weil ich die Jungfrau Maria innig liebe.

PATER RIOS: Exzellenz, wann werden Sie von all dem sprechen, um die Leute zu warnen?

MGR. ZANIC: Ich arbeite mit dem Heili­gen Stuhl zusammen. Obwohl der Heilige Stuhl weiß, daß die Propaganda zugun­sten von Medjugorje schon in der ganzen Welt verbreitet ist, wollte er noch nicht Stellung nehmen. Sie haben mir gesagt: „Diese Angelegenheit wird studiert“. Der Fehler der Parteigänger von Medjugorje ist der, daß sie eine Sache verbreiten, die die Approbation der Kirche nicht hat.

PATER RIOS: Wo befindet sich Pater Vlasic gegenwärtig?

MGR. ZANIC: Er befindet sich in einer Nachbarpfarrei von Medjugorje. Aber er ist immer dort, er geht nicht weg davon.4)

PATER RIOS: Verbreitet Pater Barbaric die gleiche Version?

MGR. ZANIC: Deswegen habe ich den Pater Provinzial schon dreimal gebeten, Pater Barbaric von Medjugorje zu entfer­nen. Er sagt wirklich viel Ungenaues. Er wagt es z.B. zu bestätigen, daß die angeb­lichen Seher Personen gesunden Geistes sind, was nicht wahr ist, denn einige sind es nicht. Eine Kommission von Ärzten, die von den Verteidigern von Medjugorje ein­geladen wurden, haben bestätigt, daß Vicka hysterisch ist. Sie hat es dem Papst, Kardi­nal Ratzinger und mir selbst mitgeteilt. Sobald Pater Barbaric davon gehört hat, nahm er das Flugzeug nach Wien, um einen Psychiater aufzusuchen, um von ihm eine günstige Diagnose zu bekommen. Er beeilte sich, zahlreiche Journalisten einzu­laden, um eine Pressekonferenz zu organi­sieren, wo er erklärte: „Alle Seher sind geistig gesund“. Ich habe das alles dem Heiligen Stuhl und Kardinal Ratzinger mit­geteilt, damit sie wissen, daß diese Fran­ziskanerpatres dabei sind, die Welt zu betrügen.

PATER RIOS: Exzellenz, gab es Wun­der?

MGR. ZANIC: Es gab nicht ein einziges Wunder. Aber bedauerlicherweise erfin­den diese Herren laufend welche. Lassen Sie mich Ihnen eine gefälschte Foto zeigen (der Bischof verließ für einen Moment das Zimmer und kommt wieder), schauen Sie da, das ist eine davon. Dem Volk sagen sie, daß dieses Foto im Verlauf einer Gebets­zusammenkunft auf dem Berg Krizevac aufgenommen wurde und daß dort die Al­lerseligste Jungfrau fotographiert wurde. Nur, selbst Personen, die nicht viel von Fotographie verstehen, entdecken den Schwindel. Jemand hat eine Postkarte mit dem Kreuz auf dem Berg Krizevac gekauft, dann ein Bild der Jungfrau ausgeschnitten und es zum Kreuz geklebt. Wenn man diese Montage fotographiert, erhält man etwas, das natürlich scheint. Aber man sieht den Rand des ausgeschnittenen Bil­des. Das ist ein Betrug, ein Trick, ein Schwin­del.

PATER RIOS: Ich habe dieses Foto in Mexiko gesehen. Exzellenz, warum veröf­fentlichen Sie keine bischöfliche Anord­nung, um das Kommen der Pilger nach Medjugorje zu verbieten?

MGR. ZANIC: Weil die Situation sehr schwierig ist. Der Heilige Stuhl gibt mir seine Direktiven: „Man darf noch nicht sprechen. Sie müssen mit der endgültigen Beurteilung noch ein wenig warten“. „War­ten Sie ein wenig. Warten Sie ein wenig“. Da haben Sie, was mir der Heilige Stuhl sagt.

PATER RIOS: Glaubt der Papst an die Erscheinungen von Medjugorje?

MGR. ZANIC: Nein, er glaubt nicht.

PATER RIOS: Und Kardinal Ratzinger?

MGR. ZANIC: Er glaubt auch nicht dar­an. Am vergangenen 21. September woll­ten die Verteidiger von Medjugorje eine große Versammlung im Amphitheater in Verona organisieren und rechneten damit, daß ca. 30.000 Personen kommen wer­den. Kardinal Ratzinger sagte mir, daß er die Versammlung verboten habe, sobald er davon erfahren hatte. Auch der Bischof von Verona hatte sie verboten. Trotz allem, trotz den Verboten kamen etwa acht- bis zehntausend Personen und alle italieni­schen Zeitungen titelten: Ungehorsam gegenüber dem Bischof.

PATER RIOS: Ist es möglich, daß sich in Medjugorje eine schismatische Kirche for­miert?

MGR. ZANIC: Nein, es geht vor allem ums Geld. Es häufen sich enorme Sum­men Geldes an. Man kauft die Journali­sten, man kauft die Theologen, man kauft die Propaganda. Man kauft alles.

PATER RIOS: Der Theologe Hans Urs von Balthasar hat wohlwollend über Med­jugorje gesprochen.

MGR. ZANIC: Es ist wahr. Auch P. Lau­rentin hat viele Artikel geschrieben.

PATER RIOS: Gibt es irgendwelche Sanktionen für jene, die sich nach Medju­gorje begeben? Kann man dort die Messe lesen?

MGR. ZANIC: Es gibt keine Sanktionen. Alle Priester, die wollen, können dort die Messe lesen. Viele sagen von mir: Der Bischof glaubt nicht, er hat keinen Glau­ben; sie zeigen fast mit dem Finger nach mir als wäre ich ein Häretiker. Es bereitet mir Kummer zu wissen, daß einfache und fromme Leute von mir schlecht reden, wie von einer Person, die keinen Glauben hat. Aber ich bin absolut sicher, hundertprozen­tig, daß alles, was die Erscheinungen be­trifft, eine reine Lüge, ein Schwindel, eine Fälschung ist und ich kann nicht gegen mein Gewissen sprechen. Eher würde ich vorziehen zu sterben.

PATER RIOS: Was empfehlen Sie de­nen, die hören, daß es in Medjugorje Er­scheinungen gibt?

MGR. ZANIC: Sie können in Mexiko erzählen, daß Sie mit mir gesprochen haben und daß ich bestätige: Es gibt keine Er­scheinungen in Medjugorje. Es gibt keine Wunder. Alles ist die Frucht einer enormen Propaganda, die mich seit Beginn angreift.

PATER RIOS: Was ist die Ursache von alldem?

MGR. ZANIC: Es ist nicht leicht, das so genau zu bestimmen. Man hat ähnliche Fälle im Verlauf der ersten Jahrhunderte der Kirchengeschichte gekannt. In letzter Zeit gab es San Damiano und Garabandal. Die Parapsychologischen Phänomene können nicht als übernatürlich betrachtet werden. Es ist nicht so einfach, eine Erklä­rung zu geben. Die Sache bekommt einen großen Umfang, sobald sich der Enthu­siasmus dazu mischt. Die Propagandisten von Medjugorje haben lauthals proklamiert: „300 Wunder hat es in Medjugorje gege­ben!!“ Sie haben mir sogar etwa 50 Fälle davon gebracht, damit ich sie überprüfe. Ich übergab sie der internationalen medizi­nischen Kommission in Lourdes. Und in Lourdes haben sie sie als zweifelhaft abge­lehnt. Es gibt einen einzigen Fall, der als Wunder gelten könnte. Jener der Mme Diana Basile, die von Multipler Sklerose befallen war und die geheilt wurde. Aber selbst das ist nicht klar, weil die Ärzte sagen, daß es eine natürliche Erklärung geben kann.

Zudem haben die Ärzte in Lourdes ge­sagt: „Alle diese Fälle (von behaupteten Heilungen) kommen aus dergleichen Bude (Institut de perfectionnement in Mailand). Sie haben das gleiche Cachet. Was die Multiple Sklerose betrifft, muß man vier Jahre warten, um zu sehen, daß das Übel nicht wiederkehrt. Die Anhänger von Med­jugorje behaupten jedoch Hals über Kopf Fälle als Wunder, die es nicht sind.

PATER RIOS: Exzellenz, was können Sie mir sagen bezüglich der Bekehrungen, des Geistes der Buße und des Gebetes, die man angeblich in Medjugorje findet?

MGR. ZANIC: Im Mittelalter taten die Häretiker große und fürchterliche Buß­übungen. Das beweist aber nicht, daß sie die Wahrheit sagten. Für mich ist Medju­gorje der größte Betrug, der größte Schwin­del der ganzen Kirchengeschichte.

PATER RIOS: Warum greift der Pater Provinzial der Franziskaner bei den Erfin­dern dieser Lüge nicht ein?

MGR. ZANIC: Weil er die Opposition der ganzen franziskanischen Provinz fürchtet. Diese Provinz hat schon viele Priester- und Ordensberufe ergeben. Zudem ist das Volk fromm und traditionalistisch; eine Sanktion gegen die Franziskaner der Provinz hätte katastrophale Folgen.

PATER RIOS: Exzellenz, denken Sie daran, ein Dokument zu publizieren, das diese Lüge darstellt?

MGR. ZANIC: Aber sicher, ja! Aber si­cher!

PATER RIOS: Wann?

MGR. ZANIC: Ich weiß es nicht. Heute abend gehe ich nach Belgrad, um von neuem mit dem Nuntius zu sprechen, und nächste Woche untersuchen wir dieses Problem an der Bischofskonferenz. Wir sind ein wenig im Rückstand in dieser Sache. Immerhin ist es nie zu spät zu versuchen, da Besserung zu erreichen.

PATER RIOS: Vielen Dank.

Notiz: Ich publiziere diese Besprechung ohne weiteren Kommentar, weil dies nicht notwendig ist. die Antworten von Mgr. Bi­schof sind präzise und überzeugend. Sie zeigen die sehr wichtige Rolle der Bischöfe in der Kirche Gottes: Es ist ihre Pflicht, über Lehre und Sitte zu wachen, die Meister des Glaubens zu sein und die ihnen anvertrau­ten Schafe auf sicheren Wegen zu führen.

Rubén Rios Zalaga — Caminos de Luz XET —Apart. Postal 203, 64000 Monterrey, N.L. Mexico.

Als ein Mann des gesunden Menschenverstandes und als ein Mann Gottes sieht Mgr. Zanic absolut klar in dieser tragischen Affäre von Medjugorje. Als wachsamer und mutiger Hirte empfindet er außerordentlich die immer dringender werdende Notwen­digkeit eines definitiven Urteils, um den Betrug zu denunzieren. Es geht um die Ehre der Muttergottes selber, welche durch dieses diabolische Affentheater beleidigt wird. Es geht auch darum, die Glaubwür­digkeit der Kirche — die schon so lange kompromittiert ist — zu erhalten. Es ist höchste Zeit, daß die Seelen den Illusionen und den Lügen, deren Opfer sie sind, ent­rissen werden. Es gibt so viele Gründe, die eine prompte Entscheidung fordern!

Aber der Vatikan macht lauter Winkelzü­ge und behauptet, daß man warten müsse und verlangt immer neue Zeitspannen, ohne je die mindesten Gründe für diese unglaub­lichen Aufschübe zu geben. So kommt man allmählich dazu, sich die quälende Frage zu stellen: Welch finstere Gewalt handelt denn so effizient in Rom, daß nun schon seit vier Jahren verhindert wird, daß die so wichtige und klare Wahrheit zum Durchbruch kommt? Hierin liegt der größte Skandal und darin besteht das Drama von Medjugorje hauptsächlich!

DAS KOMPLIZENHAFTE SCHWEIGEN DES VATIKANS

Wiederholen wir kurz die Tatsachen. Nachdem ihn Rom schon mehrmals ge­zwungen hatte, sein Urteil zu verschieben, wurde am 2. Mai 1986 Mgr. Zanic die Sache schließlich entzogen.

Gleichzeitig triumphierten die Medjugor­jisten auf der ganzen Welt. Am 28. Aug. titelte selbst „La Croix“: „Medjugorje: Der Heilige Stuhl wird entscheiden“. Und er­klärt weiter: „Eine kürzliche Nummer der italienischen Zeitschrift ‚Madre di Dio‘ kündigte eine Entscheidung an, die von der Kongregation für die Glaubenslehre über die Erscheinungen von Medjugorje getrof­fen wurde: Der Heilige Stuhl behält es sich vor, das Urteil über Medjugorje abzuge­ben‘. Gemäß einer von Kardinal Seper 1978 erarbeiteten Direktive: ‚Wenn ein Erscheinungsphänomen beginnt, interna­tionale Proportionen anzunehmen, oder wenn qualifizierte Gruppen von Gläubigen die Intervention von Rom verlangen, wird der Heilige Stuhl selbst die Verantwortung übernehmen!‘ Das Urteil wird nicht schnell kommen, aber das Urteil stärkt jene, die von den geistlichen Wohltaten, die sie in Medjugorje erhalten haben, überzeugt sind.“

In seinen „Dernières nouvelles de Med­jugorje“ Juli 86, verbirgt Abbé Laurentin seine Genugtuung nicht. Medjugorje war gerettet (Seite 101). Er war auch dafür, daß das Dossier von Mostar nach Rom transfe­riert werde, ein Transfer, der bisher als unmöglich betrachtet wurde. Er bezog sich auf eine „Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre vom 25. Febr. 1978“, die „neue Normen“ in Sachen Erscheinun­gen eingeführt habe (Seite 50; 71-73).

Der Triumph der Medjugorjisten war indessen nicht so vollständig, wie sie es sich ausrechneten. Nach einigen Monaten des Prüfens des umfangreichen Dossiers, das von Mgr. Zanic nach Rom transferiert wurde, mußten die Experten der Kongre­gation, die mit der Sache betraut wurden, doch zur Einsicht kommen, daß es unmög­lich ist, daß die Kongregation offiziell die Echtheit der Erscheinungen anerkennen könne, die so offensichtlich falsch sind. Was ist zu tun? Rom legte diskret den Rückwärtsgang ein: Im August konnte man im „Fels“, einer deutschen Zeitschrift, die sich gewöhnlicherweise zum Sprachrohr Kardinal Ratzingers macht, lesen: 5)

„Wegen des weltweiten Interesses be­züglich der Erscheinungen von Medjugorje in Jugoslawien, haben die Autoritäten des Vatikans der Untersuchungskommission der Diözese von Mostar ihre Hilfe (sic) angeboten. Wir haben den Ortsbischof gebeten, mit der Kongregation für die Glau­benslehre und mit dem Staatssekretariat in Verbindung zu bleiben‘, hat Kard. Ratzin­ger im Verlauf einer Unterhaltung mit ei­nem Vertreter der amerikanischen kath. Agentur N.C. verlauten lassen. Die Verant­wortung der Untersuchung liege zuerst beim kompetenten Ordinarius, Mgr. Pavao Za­nic, Bischof von Mostar, bestätigte der Präfekt der Kongregation für die Glaubens­lehre; er dementierte damit die Berichte der italienischen Presse, nach denen der Vatikan selbst die Prüfung der Begeben­heiten in die Hand nehmen wolle.“

„Der Kardinal erinnerte daran, daß die Kongregation die offiziellen Wallfahrten‘ nach Medjugorje nicht gutheiße, weil die Glaubwürdigkeit der Erscheinungen nicht geklärt sei. Eine offizielle Wallfahrt setze eine positive Entscheidung der Kirche voraus. Das bedeutet jedoch nicht, daß private Gruppen von Wallfahrern nicht die Erlaubnis hätten, dorthin zu wallfahren‘, fügte der Kardinal hinzu. Er erwartet keine baldige Entscheidung der Kirche über die Echtheit der Erscheinungen.“

Anfangs September 1986 hoffte Mgr. Zanic trotzdem, daß ein negatives Urteil über Medjugorje demnächst publiziert werden könne. Am 29. Sept. nahm er in der Besprechung mit Pater Rios (die wir so­eben zitiert haben) Bezug auf die römi­schen Direktiven: „Der Heilige Stuhl sagt mir: ‚Man darf noch nicht sprechen. Sie müssen Ihr Urteil noch ein wenig verschie­ben. Warten Sie noch ein wenig‘.“ Am gleichen Abend traf er den Nuntius in Bel­grad und in der folgenden Woche sollte die Frage über Medjugorje an der Bischofs­konferenz behandelt werden.

In der gleichen Zeit, anfangs Oktober, begab sich Abbé Laurentin nach Medju­gorje. Bei seiner Rückkehr am 20. Nov. gab er an einem Vortrag in Paris bekannt, daß das Dossier nunmehr der jugoslawischen Bischofskonferenz übergeben worden ist, um die Untersuchung vor dem definitiven Urteil — das ihr zukommt — zu vervollständi­gen.

Im Dezember kündigte Mgr. Zanic neu­erdings das Erscheinen eines definitiven Dokumentes an. Er konnte auf fast die Gesamtheit seiner Mitbrüder im Bischofs­amt zählen. Außer Mgr. Franic und Kardi­nal Kuharic, dessen Position rätselhaft bleibt6), hat sich noch kein jugoslawischer Bischof je zugunsten von Medjugorje aus­gesprochen und keiner ist je dorthin ge­gangen. Nach Laurentin verfaßte Mgr. Zanic selbst ein sehr entschlossenes Dokument. Aber in Rom — „um es mit keinem zu verderben, denn es gibt dort vermischte Einflüsse“ — hat man dessen Schärfe gemildert. Der Text wurde endlich am 29. Jan. 87 durch Kard. Kuharic, Präsident der Bischofskonferenz und durch Mgr. Zanic unterzeichnet.

Dieses Communiqué weist bereits auf einen sicheren Sieg des Bischofs von Mostar und der römischen Prälaten, die den Mut hatten, seine Sache zu unterstüt­zen, hin. Sie sollen geehrt sein! Es ist in der Tat unleugbar, daß die Kongregation es abgelehnt hat, sich selbst direkt zugunsten von Medjugorje zu engagieren, und damit hat sie die Erwartungen der Charismatiker enttäuscht. Sie hat sogar erklärt, „daß sie die Arbeit der Diözesankommission unter der Verantwortung von Mgr. Zanic ge­schätzt hat“. So wären jetzt die Wallfahrten nach Medjugorje verboten.

Das hindert aber nicht zu sagen, daß der Bischof von Mostar das Spiel immer noch nicht gewonnen hat. Unter dem trügeri­schen Vorwand, daß „die Ereignisse von Medjugorje die Grenzen der Diözese über­schreiten“ verlangt Rom eine absolut un­nötige zusätzliche Untersuchung, dessen einziger Grund es ist, das Endurteil noch sine die hinauszuschieben. Indessen ist es klar, daß nur ein klares und definitives kanonisches Urteil, wo gesagt ist, daß die Jungfrau in Medjugorje niemals erschie­nen ist, die Verbreitung des Betrugs auf­halten kann. Aber leider hat in Rom die Stunde der Wahrheit noch nicht geschla­gen. Man legt ihr sogar Hindernisse in den Weg.

DER HEIMTÜCKISCHE MISCHMASCH VON MGR. HNILICA

Mgr. Paolo Hnilica, ein Jesuit tschechi­scher Herkunft, gehört zum intimen Freundeskreis von Joh.Paul II. Mit Mme. Wanda Poltavska — eine „Kindheitsfreundin des Papstes“, belehrt uns Laurentin — wurde er im Sept. 85 nach Medjugorje geschickt, um in seinem Namen Untersuchungen anzu­stellen. Als begeisterter Medjugorjist be­schäftigt sich Mgr. Hnilica auch mit Fatima. Er gehört sogar zu den wenigen Privilegier­ten, die Schwester Luzia soviel besuchen können wie sie wollen. Begleitet von Mme. Poltavska konnte er die Seherin am 14. Mai 1985 treffen. Nach einem späteren Besuch am 14. Dez. 1985 erklärte Mgr. Hnilica, daß Schwester Luzia ihm gesagt habe: „Medju­gorje ergänzt Fatima“. Es sei uns erlaubt, an der Genauigkeit dieser Information zu zweifeln, denn wir wissen anderswoher, daß die Seherin von Fatima bekannt gab, daß sie Medjugorje nicht günstig gesinnt sei! Wir wissen, daß Mgr. Hnilica in diesen Wochen sich neuerdings in den Karmel von Coimbra begab.

In einem kürzlich erschienenen Artikel ­ein leidenschaftliches Plädoyer für Medju­gorje — enthüllt uns Mgr. Hnilica sein Ge­dankengut und ohne Zweifel auch die geheimen Absichten, von denen das ma­rianische Jahr inspiriert sein wird. Anschlie­ßend bringen wir weitgehende Auszüge dieses wichtigen Textes.

IST MEDJUGORJE VON GOTT, VOM MENSCHEN ODER VON SATAN?

„Es gibt drei Möglichkeiten: Gott, die Fähigkeit des Menschen oder Satan.“

  1. „Der Böse ist im Fall von Medjugorje von vornherein auszuschließen (1), denn es wäre ziemlich überraschend, wenn es letzterer wäre, der zu Bekehrung und Ver­söhnung aufruft, zu Gebet und Fasten, zur Anbetung des Allerheiligsten Sakraments und zu marianischer Frömmigkeit (?).“
  2. „Die Fähigkeiten des Menschen wür­den die Phänomene auch nicht erklären, denn keiner der Seher hat z.B. die theolo­gische Ausbildung, um solche evangeli­schen Botschaften erfinden zu können (?).“ „Während einer Unterhaltung mit der Seherin von Fatima, Schwester Luzia, habe ich ihr gesagt: ‚Ich beginne zu verstehen, warum Gott solch tiefe Wahrheiten Kin­dern7) offenbart. Ein Theologe würde sofort einen „Salat“ daraus machen, indem er sein Wissen und seine Interpretation als Theologe zumischen würde. Nur die klare Einfachheit des Kindes ist Garant für die ursprüngliche Wahrheit einer himmlischen Botschaft. Die Kinder von Medjugorje (!) sprechen mit einer so einfachen Sprache (?) und für so hohe geoffenbarte Wahrhei­ten dermaßen verständlich, daß kein Pro­fessor der Theologie die gleiche Wirkung zustande brächte (…).“
  3. „Wenn man jetzt annimmt, daß das Phänomen von Gott kommt, dann gibt uns Jesus selbst das Kriterium, das anzuwen­den ist, um die Echtheit dieser Bejahung zu überprüfen: ‚An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen‘ (Mt. 7,16). Man erkennt den Baum an seinen Früchten, und bis zum heutigen Tag sind die Früchte in Medjugor­je positiv, sehr positiv sogar. Es sind nicht die gleichen Früchte wie jene von Lourdes oder Fatima, oder anderer marianischer Orte. Die Früchte von Medjugorje sind speziell positiv, weil die Personen, die diese Botschaften empfangen, stärker disponiert sind, um ihre Opfer darzubringen und die Botschaften zu leben (!!!). Jede Erschei­nung, jede Botschaft oder Prophezeiung, die nicht von Menschen, sondern von Gott kommt, muß durch unzweideutige Zeichen bestätigt werden, um als solche anerkannt werden zu können. Diese Zeichen können z.B. moralische Wunder (innerliche Hei­lungen) sein … Davon sehen wir in Medju­gorje und überall, wo diese Botschaft an­genommen und gelebt wird, (…). Heilun­gen des Leibes kommen ebenfalls vor. Aber die gründlichen Untersuchungen dieser Heilungen brauchen Zeit, oft Jahre, wie die Erfahrung speziell mit Lourdes zeigt (…).

Je mehr ich mich mit den Sehern von Medjugorje unterhielt, je mehr glaubte ich an die Echtheit der Erscheinungen. Ich bin überzeugt, daß diese Kinder von einer übernatürlichen Kraft geführt werden.“

MAN MUSS SICH ENGAGIEREN, BEVOR DIE KIRCHE ENTSCHEIDET

„Angesichts der Zeichen, die in Medju­gorje gegeben werden, muß jeder Christ Stellung beziehen. Wenn diese Botschaf­ten wahr sind, dann nehmen wir sie an und verbreiten sie. Wenn sie falsch sind, dann bekämpfen wir sie. Das Phänomen von Medjugorje ist dermaßen international geworden, daß es uns nicht gleichgültig lassen kann. Vor der offiziellen Entschei­dung der Kirche müssen wir selbst gemäß unserem Gewissen unsere Entscheidung treffen. Nach mir sind diese Botschaften in allen Punkten positiv und schaden der Kirche nicht. Viele Gläubige machen Wall­fahrten nach Medjugorje. Sie beten dort, fasten und empfangen die Sakramente. Wir haben uns da keine besonderen Sor­gen zu machen; denn selbst wenn die Kirche diese Erscheinungen nicht aner­kennen würde, ist doch nichts von dem, was sich in und durch Medjugorje ereignete, dem Glauben und der Praxis der Kirche entgegengesetzt (!).“

DIE AUTORITÄT SCHWEIGT … SIE ANERKENNT ALSO SCHON!

„Die Kirche kann sich weder für noch gegen Medjugorje aussprechen, solange die Erscheinungen fortdauern.“8)

„Bis jetzt hat die Kirche eher eine positive Haltung gezeigt und selbst der Bischof von Mostar hat offiziell nichts verboten. Er hat Maßnahmen angeordnet, dazu er das Recht hatte, wie die Versetzung von Priestern von Medjugorje weg. Aber er kann in Medjugorje nichts verbieten.“

„Das Schweigen der Kirche müßte man als positive Haltung interpretieren, denn wenn etwas von Medjugorje käme, das falsch oder gefährlich wäre, müßte die Kirche sofort Gegenmaßnahmen ergreifen und sich Gehör verschaffen a) Würde die Kirche schweigen, und die Wahrheit des Evangeliums wäre in Gefahr, dann würde sie ihre Pflicht und ihre Mission verraten (!). Solange die Kirche also gegenüber einem so bekannten Phänomen wie Medjugorje schweigt, dann will ihre Haltung sagen: ‚Bis jetzt ist alles in Ordnung‘!“

LOURDES, FATIMA, MEDJUGORJE: EIN HEIMTÜCKISCHER MISCHMASCH!

„Im Fall von einer offiziellen Anerken­nung würde die Kirche einladen, aber nicht verpflichten; denn unsere einzige Pflicht ist, an das Evangelium zu glauben. Nur ‚die Offenbarung‘, die mit dem, was der letzte Apostel geschrieben hat, abgeschlossen ist, zählt und hat Gewicht b) Botschaften wie jene von Fatima, Lourdes, Beauraing oder Medjugorje sagen nichts neues, sondern setzen in die Gegenwart, was sich schon im Evangelium befindet. Sie ermutigen und warnen all jene, die sie freiwillig anneh­men. Die Geschichte des Reichen und des armen Lazarus kann uns helfen, dies zu verstehen (…). Sie bedeutet für uns, daß jene, die weder das Wort hören, noch es in die Tat umsetzen, noch in ihrem Leben die Aktualität des Evangeliums sehen wollen, auch nicht den Glauben für den Inhalt von Botschaften der Art von Lourdes, Fatima, Medjugorje aufbringen werden. Die Bot­schaft von Fatima z.B. ist seit 70 Jahren offiziell von der Kirche anerkannt, und wer unter den Gläubigen hat sie wirklich ernst genommen? Sowohl die Kirche als auch Gott selbst laden uns ein, diese Botschaf­ten zu glauben, ohne es uns indessen vorzuschreiben. Für jene, die an die Reali­tät und die Nähe des Himmels glauben, werden Zeichen wie jene von Medjugorje eine neue Motivation sein, um sich Gott mehr zu öffnen.“

SCHLUSSFOLGERUNGEN:  Mgr. Hnilica kann leicht behaupten, daß „der Böse im Fall von Medjugorje zum vornhinein auszu­schließen sei“, sein Plädoyer ist alles an­deres als überzeugend. Er ignoriert alle Einwände gegen Medjugorje! Er argumen­tiert mit dem „Schweigen der Kirche“ und hütet sich wohl zuzugeben, daß die verantwortliche Autorität in der Person von Mgr. Zanic es unaufhörlich versucht hat, den Betrug abzustellen! Die Wahrheit ist, daß in Rom die Männer der Kirche „ihre Pflicht und ihre Mission verraten haben“, indem sie über diese skandalöse Komödie zu schweigen verpflichteten.

Indes ist es klar, daß ein eifriger Papst, entschlossen im heiligen Sinn an der Wie­derherstellung der Kirche zu arbeiten — wie etwa der hl. Pius X. den Modernismus verurteilte — sich beeilen würde, den cha­rismatischen Betrug von Medjugorje un­mißverständlich als das Werk des Teufels zu bezeichnen. Anderseits würde er sich beeilen, die Bitte Unserer lieben Frau zu erfüllen, indem er endlich den Text ihres letzten Geheimnisses publizieren würde. Wir wissen, daß die Seherin von Fatima immerzu dessen Veröffentlichung verlangt.

Aber der gegenwärtige Papst stellt sich ihren Bitten gegenüber taub: „Kürzlich hat ein Kurienkardinal erklärt, daß Joh. Paul II. während seiner Unterhaltung mit Schwe­ster Luzia am 13. Mai 82 praktisch die ganzen 20 Minuten damit verbracht habe zu versuchen, sie zu überzeugen, daß es weder nötig noch klug sei, jetzt den Inhalt des dritten Geheimnisses von Fatima zu publizieren, denn die Welt würde es nicht verstehen. Der Kardinal denkt, daß der Inhalt dieses Geheimnisses die Krise des Glaubens betrifft, die die Kirche und die Welt erschüttert. Der Papst lehnt es auch ab, die Weihe Rußlands vorzunehmen, so wie sie von Unserer lieben Frau verlangt worden ist. In der Enzyklika vom 25. März, sowie in den Zeremonien der Eröffnung des Marianischen Jahres wurde Fatima hochmütigerweise ignoriert. Auch hatte er es abgelehnt, am 13. Mai, anläßlich des 70. Jahrestages dorthin zu gehen. Kurz, das Marianische Jahr scheint noch nicht das Jahr Fatimas zu sein!

Demgegenüber hört er seit Monaten nicht auf, den Sehern und Propagandisten von Medjugorje großzügige Ermunterungen zu geben. Ich habe vor meinen Augen an die zwanzig solcher Gunsterweise, die von Woche zu Woche das Zutrauen von tau­senden von Gläubigten beleben, die fort­fahren in Wallfahrten nach Medjugorje zu reisen und die fortfahren sich mit dem vergifteten Wasser dieser überall verbrei­teten Botschaften zu tränken.

Der letzte Betrug. Wenn unsere Medju­gorjisten hie und da Fatima erwähnen, so geschieht das um einen heimtückischen Mischmasch zu fabrizieren. Alles was unwidersprochen den Reichtum und die Bedeutung Fatimas ausmacht, das schrei­ben sie gleicherweise und lügnerischerweise auch Medjugorje zu. Fatima soll Medjugorje dienen und bestätigen. Dann erklären sie voll Scheinheiligkeit, daß Medjugorje Fatima vervollkommne und verlängere und es deshalb übersteige und aktualisiere, so daß man es von nun an vergessen und beerdigen könne. Was die Schwächen Medjugorjes betrifft, so wer­den perfiderweise auch Fatima welche zugeschrieben! „Medjugorje riskiert nie von der Kirche angenommen zu werden? Spielt keine Rolle! Diese Anerkennung ist ohne großen Wert noch Autorität. Niemand ist gezwungen, an Lourdes oder an Fatima zu glauben … sowenig wie an Medjugorje. Die Geheimnisse von Medjugoje sind entmuti­gend? Das Geheimnis von Fatima war es auch“, wagt Laurentin zu bemerken. Kurz, mehr denn je, schlägt die entscheidende Stunde des entscheidenden Kampfes zwi­schen der Jungfrau und dem Dämon. Aber wir wissen es: die Unbefleckte wird am Ende siegen!

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1) Hier bekommt man den zynischen Betrug der Medjugorje-Propagandisten zu fassen: Der Text von Vatikanum II, der hier frecherweise vorgebracht wird, ist genau eine der Passagen, wo das Konzil, bezüglich der Notwendigkeit des Glaubens an Christus und der Zugehörigkeit zu seiner Kirche, um gerettet zu werden, an die tra­ditionelle Lehre der Kirche erinnert! „Die Missio­nare“, erklärt unser Abbé de Nantes, „waren tief besorgt und verlangten, daß das Konzil von der ganzen Kirche materielle und geistige Hilfe erhalte, aber daß zuerst ‚die Wichtigkeit und die Dringlichkeit und die absolute Notwendigkeit der Mission gründlich überprüft — und in über­zeugender Weise verkündet werde‘. Denn die­se Notwendigkeit, diese Nützlichkeit der Missio­nen wurde bezweifelt. Die Missionare behielten schlußendlich Oberhand, und es kam zur wunderbaren Nr. 7 des Dekrets.

2) „Es gibt keine hinreichende Beweise für die Übernatürlichkeit der Erscheinungen.“

3) Dieses Stimmenverhältnis ist umso signifi­kanter, als fünf jugoslawische Franziskaner Mitglied der kanonischen Kommission waren. Sicher hat sich Pater Dugandzic von der Ge­meinschaft von Medjugorje für die Echtheit ausgesprochen. Aber die anderen vier Franzis­kaner waren dagegen.

4) Nach dem Bericht seines Freundes, Abbé Laurentin, befindet sich Pater Vlasic aus uner­findlichen Gründen seit Jan. 87 inkognito in Italien.

5) „Kardial Ratzinger zu Medjugorje“ in „Der Fels“ Nr. 7-8, S. 235 (es handelt sich hier um eine Rückübersetzung).

6) Am 22. Mai 1984 hatte ein französischer Priester dem Kard. Kuharic eine kurze Studie gegen Medjugorje geschickt. Der Sekretär des Bischofssitzes in Zagreb übersandte sie alsogleich dem Abbé Laurentin. Am folgenden 17. Juli nahm sich der Kardinal die Mühe, ausführ­lich und in liebenswürdiger Weise seinem Brief­schreiber aus Frankreich mitzuteilen, daß es zwischen ihm und Abbé Laurentin kein heimli­ches Einverständnis gebe, sondern nur ein Austausch von Dokumentationen. Abbé Lau­rentin brüstet sich damit, daß er bei jedem seiner Besuche in Zagreb vom Kardinal immer lange empfangen werde. Soll das heißen, daß der Kardinal von der Echtheit der Erscheinun­gen in Medjugorje überzeugt ist? Oder, daß er bereit ist, jedem Druck nachzugeben, um den höheren Stellen nicht zu mißfallen? Oder spielt er geschickterweise das Spiel der Medjugorji­sten? Man weiß es nicht.

7) Es ist wahr, daß die Seher von Fatima anno 1917 erst 10, 9, und 7 Jahre alt waren. In Medjugorje hingegen war 1981 nur ein Kind, Jakov, 10 Jahre alt. Vicka war bereits fast 17jährig; Ivan, Mirjana und Maria 16jährig. Ivan­ka ihrerseits war erst 15jährig, aber „sie ist sehr schön … es ist verrückt!“ erklärt uns Laurentin sehr bewegt, „sie war eigentlich schon verlobt“, als die Erscheinungen anfingen (Vortrag vom 20. Nov. 1986). Drei der „Kinder“ von Medjugor­je sind heute 22 Jahre alt, das jüngste 16 und Ivanka (21) hat sich am vergangenen 28. Dez. verheiratet!

8) Werden sie denn eines Tages aufhören? Die Jungfrau von Medjugorje hat versprochen, ein großes Zeichen auf dem Hügel der Erscheinungen zu erwirken: Ein sichtbares, handgreif­liches, unzerstörbares und andauerndes Zei­chen, das die Ungläubigen nicht leugnen können. Anderseits sagt Vicka deutlich, daß die Er­scheinungen bis zum Eintreffen des Zeichens andauern müssen, ja selbst darüber hinaus: „Die Jungfrau hat gesagt, daß sie auch nach ihrem Zeichen weiterhin erscheinen werde“ (Bubalo, „Je vois la Vièrge“, S. 137). Wird Rom auf das Ende warten, um die Veröffentlichung des kanonischen Urteils zu erlauben? Das wäre grotesk. Wenn es auch sehr delikat, wenn nicht gar unmöglich ist, die Echtheit von Erscheinun­gen dessen Zyklus noch nicht abgeschlossen ist, anzuerkennen, so ist es nie nötig, das Ende des Phänomens abzuwarten, um einen Betrug aufzuzeigen. Oft kann schon eine einzige Dar­stellung der Komödie oder des diabolischen Affentheaters genügen!

a) Das soll nun verstehen, wer will. Kaum 12 Zeilen vorher schreibt derselbe Mgr. Hnilica genau das Gegenteil, nämlich, daß sich die Kirche nicht gegen Medjugorje aussprechen könne, solange die Erscheinungen fortdauern und daß der Bischof nichts verbieten könne.

b) Was Mgr. Hnilica hier bezüglich anerkann­ter Erscheinungsorte sagt, ist sicher richtig. Umso verkehrter ist es jedoch, wenn er weiter oben schreibt, daß sich wegen Medjugorje je­der Christ engagieren müsse. Wenn man schon bei einem anerkannten Erscheinungsort nicht muß, dann bei einem nicht oder noch nicht anerkannten erst recht nicht.