DZM: Mein Redaktionsbrief an die Leser vom 2. Februar 1989

Appenzell, den 2. Februar 1989 – Mariä Lichtmeß, Mariä Reinigung

Liebe Leser,

Gerade so wie das ll. Vatikanische Konzil ein sogenanntes „Aggiomamento“, eine Generalanpassung unserer heiligen Kirche (in ihrem sichtbaren Bereich) an unsere moderne Welt gebracht hat, bringen in neuester Zeit auch die „Einbrüche des Jenseits“ in unser aktuelles Diesseits auffällig ähnliche, wenn nicht die genau gleichen, ja sogar darüber hinausgehende Anpassungen der „Auffassungen“ der Bewohner des Himmels (didaktisch) zur Darstellung. Es wird uns so gewissermaßen vom Himmel her zu bedeuten gegeben, daß sich die Triumphierende Kirche genau gleich wie die Streitende Kirche entsprechend den Weisungen des Konzils „erneuert“ hat. (Etwa nach dem Schriftwort: „Alles, was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein!“)

Medjugorje ist ein Paradebeispiel dafür. Die Gottesmutter, die seit 1981 in diesem jugoslawischen Ort erscheint, ist durchaus nicht mehr die selbe Gottesmutter, die in Paris an der Rue du Bac, in La Salette und in Lourdes und Fatima oder noch in Beauraing und Banneux erschienen ist. Und ihre Haltungen, ihre Gebärden, ihr ganzes Benehmen ist ein völlig anderes. Und die Kinder, die sie erwählte, sind kaum zu vergleichen mit einer Katharina Labouré, einer Mélanie Calvat, einer Bernadette Soubirous, einer Luzia, Hyazintha, eines Francisco. Und die Botschaften, die sie gibt, sind anzahlmäßig und inhaltlich ebenso „zeitgemäß“ „tageszeitungs- und fernsehkonsumenten-konform“. Sie entsprechen ziemlich genau dem, was seit dem Konzil überall in unserer Kirche verkündet und gelehrt und praktiziert wird.

Kurz, das Ganze soll wohl eine Bekräftigung seitens der höchsten Autoritäten (im Himmel) der (offiziellen und offiziösen) kirchlichen Reformen, der eingeführten Neuerungen, des Verhaltens und Wirkens der Konzilspäpste und des jetzigen Papstes (samt Weltepiskopat und -Klerus und treuergebene Laienschaft) sein. Es soll die modernen Gläubigen in ihren modernen Anschauungen bestärken und die zögernden Altgläubigen zur nötigen Konversion führen, bzw. ihnen wenigstens klarmachen, daß der Himmel ebensowenig mit ihnen ist wie die heutige Amtskirche.

Nun aber ist für den, der sich nicht mit Oberflächlichem begnügt, der der Sache auf den Grund geht, klar, daß das Konzil (massiv) Früchte gezeitigt hat, die keine heiligen sind, aber auch keine nur unbrauchbaren, wie z.B. Holzäpfel, sondern verdorbene und verderbliche, faule und schädliche, giftige gar, wie es Tollkirschen sind. Und die Logik allein schon sagt uns somit, daß wenn das Konzil nicht Gottes ist, auch solche konzilsgemäße Manifestationen der Übernatur nicht Gottes sein können.

Prüfen wir deshalb von nun an diese sogenannten Erscheinungen und Offenbarungen kritisch(er). Vergleichen wir sie in all ihren Aspekten mit den uns bekannten klassischen katholischen Erscheinungen und Privatoffenbarungen, damit wir auch anhand dieser raffiniert-verführerischen Szenarien zu erkennen lernen, wie in unserer antichristlichen Zeit das enorme Verwirrspiel der Infernalen und der mit ihnen zusammenarbeitenden Irdischen subtil und effizient, weiträumig und vernetzt, beinahe undurchschaubar und unzerstörbar aufgebaut ist.

Frère Michel de la Sainte Trinité des Petits Frères du Sacré-Coeur (der Gemeinschaft um Abbé de Nantes) ist bisher der einzige weltweit, der es auf sich genommen hat, die Erscheinungen von Medjugorje bis ins Detail zu durchleuchten und anhand einer umfassenden Analyse des ganzen Geschehens kompetent, unwiderlegbar zu beweisen, daß diese Erscheinungen unecht sind, d.h. daß sie eine Koproduktion der Unterwelt und der verblendeten Diesseitswelt sein müssen. Wer das 140 Seiten starke Heft im A4-Format (in französischer Sprache) besitzen möchte, kann es durch unsere Versandbuchhandlung beziehen1). Kein ehrlicher Gläubiger wird nach der Lektüre dieser meisterhaften Untersuchung und Dokumentation weiterhin zu den Anhängern und Verfechtern von Medjugorje gehören können.

Medjugorje offenbart sich als eine genauso peinliche Blamage für den derzeitigen Papst wie Hans Urs von Balthasar, der übrigens auch ganz eingenommen war von Medjugorje. Wie er diesen schon längst hätte exkommunizieren, statt ehren, müssen, hätte er auch dieses Geschehen in der Herzegowina schon längst verurteilen, statt sich entwickeln lassen, müssen. Er hätte dazu nur dem zuständigen Ortsbischof von Mostar die Erlaubnis geben, statt sie ihm entziehen, müssen, sein (negatives) Urteil darüber zu veröffentlichen und in Kraft zu setzen.

Es ist Geisterscheidungszeit. Auch unter den Marienverehrern. Seien wir deshalb (noch) nüchtern(er) und (noch) wachsam(er). Lassen wir uns nicht abbringen von unserer Bahn wegen solcher Blendwerke. Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort schreibt in seinem „Goldenen Buch“: „Aber die demütige Magd Maria wird immerdar den Sieg über jenen stolzen Geist davontragen, und zwar einen so überwältigenden Sieg, daß sie ihm sogar den Kopf, den Sitz seines Stolzes, zertreten wird. Immerdar wird sie seine Schlangenbosheit aufdecken; sie wird seine höllischen Pläne zuschanden machen, seine teuflischen Ratschlüsse durchkreuzen und bis zum Ende der Zeiten ihre treuen Diener vor seinen grausamen Krallen bewahren.“

Unter ihren Schutz und Schirm wollen wir darum allzeit fliehen, wir elenden Kinder Evas. Wir wollen dem Teufel widersagen und all seinen Werken und all seiner vor uns entfalteten „Pracht“!

Paul O. Schenker

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1) Gilt inzwischen natürlich nicht mehr. – Aber ich werde ohnehin den wichtigsten Teil davon hier in meinem Blog in deutscher Übersetzung veröffentlichen!

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