Strafgerichte Gottes über Bischöfe, die heftige Gegner von La Salette waren

Apparition La SaletteDer Pariser Erzbischof Darbois ließ am 4. Dezember 1868 den Maximin (eines der beiden Seherkinder von La Salette) in seine Residenz rufen, um dessen „Geheimnis“ zu erfahren. Maximin aber blieb standhaft. Er ließ nicht die geringste Andeutung durchschlüpfen. Da erzürnte der Erzbischof und machte die Worte der „schönen Frau“ lächerlich: „Dumm war ihr Gerede, und recht dumm muß auch ihr Geheimnis sein.“ Maximin empörte sich über diese Ausdrucksweise des Erzbischofs und sprach mit tiefem Ernst und bedeutungsvoll: „Daß die heilige Jungfrau mir auf La Salette erschienen ist und zu mir gesprochen hat, ist ebenso wahr wie es wahr ist, daß Sie in drei Jahren vom Gesindel werden erschossen werden.“ Und so geschah es 1871. Der Erzbischof wurde am 4. April von der Pariser Kommune verhaftet und in das Gefängnis Mazat gebracht. Am 22. Mai wurde er von dort ins Gefängnis Grand Roquette gebracht, wo die zum Tode Verurteilten untergebracht waren bis zu ihrer Hinrichtung. Am 24. Mai führte man den Erzbischof unter Schimpfreden, Spott und Hohngelächter in den Gefängnishof, wo er von einer Abteilung Soldaten niedergeschossen wurde. Er fiel erst nach der zweiten Salve. Sein Leichnam, schreibt Prof. Konzionator, wurde in viehischer Weise verstümmelt, auf einen Karren geworfen und am Friedhof Père la Chaise mit anderen Hingerichteten in eine Grube geworfen. Bemerkenswert ist folgendes: Als der Erzbischof schon eingekerkert war, und als man ihm seine Befreiung durch Helfershelfer in Aussicht stellte, soll er erklärt haben: „Es ist alles vergeblich, ich werde erschossen werden. Maximin hat mir das schon vor drei Jahen prophezeit.“ Auf dem Wege zur Hinrichtung sprach der Erzbischof zu seinem Generalvikar Petit: „Erinnern Sie sich der Weissagung Maximins?“

Auffallend ist auch, daß Priester und Bischöfe, die heftige Gegner von La Salette waren, in ihrem späteren Leben vom Schicksal bitter heimgesucht und gedemütigt wurden. In den Berichten wird ein Priester erwähnt, der an Msgr. Ernest Rigaud, den unerschrockenen Verteidiger von La Salette, schrieb. „Sie sind verrückt.“ Ein halbes Jahr später kam er ins Irrenhaus – nicht der „verrückte“ Verteidiger, sondern der Priester. Ein Bischof, der an Msgr. Rigaud schrieb und ihn ebenfalls einen Verrückten nannte, wurde später gleichfalls wahnsinnig. Einem anderen Bischof, der die Andacht zur Muttergottes von La Salette in seiner Diözese zu verhindern suchte, faulte der Fuß ab, und er starb an dieser Krankheit.

Großes Aufsehen erregte seinerzeit auch die Todesart des Bischofs Fava von Grenoble. Seinen Bemühungen war es „gelungen“, die Mélanie (das andere Seherkind von La Salette) aus Frankreich zu vertreiben, wodurch sie an der Erfüllung ihres von der Muttergottes übertragenen Berufes, nämlich die Erscheinung bekannt zu machen, gehindert wurde. Den Wunsch des Papstes vom 3. Dezember 1878, Bischof Fava möge allen Mönchen und Nonnen, die auf dem heiligen Berge von La Salette tätig waren, einen ihm vom Papste übersandten Orden umhängen, erfüllte der Bischof nicht. Eines Morgens fand man ihn tot auf dem Fußboden liegen, er lag dort ganz entkleidet mit verdrehten Armen und geballten Fäusten, sein wilder Blick ließ vermuten, als habe er im Tode etwas Abscheuliches gesehen. — Bemerkenswert ist es, was Mélanie im Jahre 1878 diesem Bischof Fava antwortete, als er in ihrer Gegenwart erklärte, er werde eine neue Statue der Muttergottes von La Salette anfertigen lassen, da er die bisherige Darstellung für unschön finde. Darauf entgegnete ihm Mélanie: „Dann schreiben Sie aber auch in großen Buchstaben am Fuße Ihrer Statue: Muttergottes von der Erscheinung des Bischofs Fava!“

Ein Gegner von La Salette war auch der Vorgänger des Fava auf dem Bischofsstuhl von Grenoble, Msgr. Ginoulhiac, der es Napoleon III. zuliebe zuwege brachte, daß Mélanie in ein Kloster in England eintrat, wodurch sie aber an der ihr von der Muttergottes übertragenen Mission behindert war. (Sie mußte dann auf Befehl des Papstes Pius IX. aus dem Kloster in England freigelassen werden.) Bischof Ginoulhiac wurde kurze Zeit darauf geisteskrank und starb. Im Irrenhaus spielte er ständig mit Puppen, wie es kleine Mädchen zu tun pflegen. Ein gotterbärmlicher Anblick.

Zu den Gegnern von La Salette gehörte auch Msgr. Guilbert, der Bischof von Gap, in der Nähe von La Salette. Er wurde später Bischof von Amiens und Erzbischof von Bordeaux. Als Bischof von Amiens sagte er 1882 über La Salette: „Das Geheimnis von La Salette ist nichts anderes als ein Gewebe von Irreligiosität, Lüge und Übertreibung.“ In seinen Ansprachen an die Seminaristen von Amiens sagte er manchmal über La Salette: „Ich glaube nicht an jene Dummheiten.“ Als er es zum Erzbischof von Bordeaux gebracht hatte und Kardinal geworden war, reiste Guilbert einige Tage vor der Barettaufsetzung zu seinem Nachfolger, Msgr. Berthet, nach Gap. Dieser nahm ihn in seine Residenz auf. Am Morgen des 16. August 1889 fand man den Erzbischof ausgestreckt und tot am Boden liegen. Man bemerkte, daß er sich mühsam an verschiedenen Möbelstücken anklammernd bis zur Stelle geschleppt haben mußte, wo er nun lag. Seine Leiche wurde nach Bordeaux übergeführt. Bei dem feierlichen Trauergottesdienst stürzte der Sarg mit einem unbeschreiblichen Getöse von dem errichteten Katafalk auf die Steinplatten des Fußbodens und erfüllte das anwesende Publikum mit Schreck und Grauen. Wahrscheinlich hat niemand daran gedacht, daß dieses peinliche Ereignis bei der Trauerfeier des Erzbischofs mit seiner Feindschaft gegen La Salette zusammenhängen könnte.

(Prof. Alfons Konzionator [Franz Spirago], Schulrat in Prag)

6 Kommentare zu “Strafgerichte Gottes über Bischöfe, die heftige Gegner von La Salette waren

  1. Auch ich habe keinerlei Zweifel an der Echtheit der Erscheinung von La Salette. Sie wurde kirchlich anerkannt. Der hl. Bruder Konrad von Parzham hat sich für sie eingesetzt und auch der hl. Pfarrer von Ars, der allerdings, aufgrund von Missverständnissen im Zuge eines Zusammentreffens mit dem Seher Maximin, lange Zeit schwere Zweifel an der Echtheit der Erscheinung durchstehen musste.

    Was dagegen das Geheimnis von La Salette betrifft, das durch Melanie verbreitet wurde, so scheint dies nicht der Wahrheit zu entsprechen. Dazu zwei Quellen:

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    1851, unmittelbar vor der Anerkennung der Erscheinung durch den Bischof von Grenoble, hatten beide Seher das erwähnte Geheimnis dem Papst persönlich aushändigen lassen. Was Mélanie dann 1879 „gegen den Willen Roms als ihr ‚Geheimnis’ veröffentlichte, gibt in vielem Anlass an dessen Echtheit zu zweifeln. Seine Verbreitung ist vom Hl. Stuhl getadelt (1880) und dann unter Exkommunikation verboten worden (AAS, 1915, 594). 1897 begann die Seherin mit der Niederschrift einer „Geschichte ihrer Kindheit“, die „mystische Erlebnisse enthielt, von denen sich in ihrer wirklichen Geschichte keine Spur nachweisen lässt“ [38].

    38: Stern, in: MarL IV, 26; vgl. ders., Mélanie Calvat, in: Catholicisme VIII, 1110f.

    Quelle: http://www.f-reckinger.de/pdf-dateien/marienerscheinungen.pdf (S. 15)

    Laut Andreas Englisch (Gottes Spuren. Die Wunder der katholischen Kirche, München 2008, S. 238) verbot das Sanctum Ufficium ab 1915 jede Veröffentlichung der Texte von Melanie Calvat und 1923 kamen die Texte sogar auf den Index.

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    Wenn das stimmt, so erfolgte der Tadel (1880) unter Leo XIII., die Exkommunikationsandrohung (1915) unter Benedikt XV. und auf den Index (1923) wurden Melanies Texte unter Pius XI. gesetzt.

  2. Anmerkung:

    Eine kirchliche Anerkennung bedeutet aber freilich nicht, dass eine Privatoffenbarung mit Sicherheit himmlischen Ursprungs ist, sondern nur, dass sie nicht dem katholischen Glauben widerspricht.

    „Privatoffenbarung ist die einem Individuum gewordene übernatürliche Mitteilung von Lehren oder Tatsachen, die im Gegensatz zur göttlichen Offenbarung nur auf menschliche Glaubwürdigkeit Anspruch hat. Ihrem Wesen nach auch von der Inspiration und Unfehlbarkeit verschieden, entspringt sie einer besonderen gratia gratis data [unverdient gegebene Gnade], die nicht den kirchlichen Amtspersonen als solchen, sondern nur Privatpersonen gewährt wird (vgl. 1 Ko 12,8ff.; 14,4ff.; 1 Thess 5,20). Da selbst echte Privatoffenbarungen weder das unveränderliche und abgeschlossene depositum fidei [Glaubenshinterlage] vermehren noch eine absolut sichere Gewähr ihres göttlichen Ursprungs und Inhalts bieten, so können sie nie anstelle der offiziellen Kirchenlehre treten oder zum Gegenstand unfehlbarer Lehrverkündigung werden oder an der rechtmäßigen Weiterentwicklung wird Glaubenshinterlage (außer subsidiär) mitarbeiten. Damit ist der Standpunkt der Kirche von selbst gegeben. Weder prinzipiell ihre Möglichkeit ablehnend, wie der Unglaube und Rationalismus, noch leichtgläubig und schnell in ihrer Anerkennung, weist sie schroff alle Privatoffenbarungen als falsch zurück, die der Bibel, Tradition und Kirchenlehre widersprechen, während sie wenigstens für verdächtigt solche hält, die entweder alberne, unnütze und außergewöhnliche Dinge oder mit der allgemeinen Ansicht der Väter und Theologen nicht harmonierende oder kirchlich noch unentschiedene Lehren als göttliche Offenbarung ausgeben. Die kirchliche Approbation (z. B. bei Hildegard, Birgitta) oder wohlwollende Toleranz (z. B. bei Gertrud, Mechthild, Theresia und anderen) will nicht die Echtheit und Wahrheit der Privatoffenbarungen als unumstößlich sicher verbürgen, sondern nur aussprechen, daß sie der Glaubens- und Sittenlehre nicht widersprechen und bei vernünftiger Auslegung dem Nutzen und der Erbauung der Gläubigen dienen. Eine Glaubenspflicht auch gegenüber echten und approbierten Privatoffenbarungen besteht nicht, obschon der Empfänger selbst nach der gewöhnlichen Theologenlehre zur fides divina [Glaubenszustimmung aufgrund der Autorität des offenbarenden Gottes; diese Glaubenshaltung schuldet der Mensch allen unmittelbar geoffenbarten Wahrheiten] verpflichtet sein kann (vgl. Trident. s. 6, can. 16). Die Einführung einiger allgemeiner kirchlicher Feste, z. B. des Fronleichmamsfestes, geht auf Privatoffenbarungen zurück“ (M. Buchberger (Hg.), Kirchliches Handlexikon, Bd. 2, München 1912, 1595f).

    „Die Approbation von Privatoffenbarungen seitens der Kirche besagt nur, daß sie nichts gegen den Glauben und die guten Sitten enthalten. Wer sie leugnet, weil er nicht überzeugt ist, daß sie von Gott stammen, sündigt niemals schwer“ (H. Jone, Katholische Moraltheologie, Paderborn 1936, 93).

    Quelle der beiden Zitate: http://kirchenlehre.com/privat.htm

  3. Danke, Christian Schenk, für den ausführlichen Kommentar.
    Ich versuche, an seriöse Informationen über La Salette heranzukommen, aber ich finde nichts Verwertbares.
    Wenn ich Ihren Kommentar richtig gelesen habe, ist zu unterscheiden zwischen der Erscheinung von La Salette und einem „Geheimnis“, dass das Sehermädchen Melanie verbreitet hat und das nicht glaubwürdig ist.
    Der Hinweis ist wertvoll bei der weiteren Suche nach seriösen Informationen.

  4. Danke, für den Hinweis.
    Aber der Kommentar von Christian Schenk stimmt mich weiterhin nachdenklich, abwartend, auch suchend.
    Zunächst hat er sehr klar und vor allem sehr ausgewogen die katholische Lehre über die Privatoffenbarungen dargelegt. Ich finde nichts, was dagegen einzuwenden ist. Im Gegenteil, ich schätze seine Ausführungen deshalb, weil in bestimmten Kreisen der Tradition Privatoffenbarungen derart überbewertet werden, als gehörten sie zum geoffenbarten Glaubensgut.
    Für mich stellt sich die Frage: Wie ist der Papst mit dem Geheimnis umgegangen, wie ist Rom im Laufe der Zeit damit umgegangen? Anders ausgedrückt: Was gilt (in der Kirche) als allgemein gesichert?
    Die Ausführungen von Prof. Alfons Konzionator lese ich eher kritisch. Hier wird ein Tun-Ergehenszusammenhang hergestellt, der mich an den Alten Bund erinnert. Diese Tendenz ist bei ihm ständig festzustellen, so weit es mir möglich ist, an seine Schriften heranzukommen. Diese Möglichkeit ist sehr beschränkt, füge ich hinzu. Mir ist das deshalb nicht gleichgültig, weil er in der FSSPX in Deutschland weiter zu wirken scheint.

  5. Johannes Rothkranz schreibt davon, dass die Echtheit des Texts der Großen Botschaft von La Salette, wie er seit 1879 verbreitet wird, „trotz nie aufhörender Verleumdungen“ außer Frage stünde, und er behauptet dass dieser Text vom zuständigen Ortsbischof Msgr. Zola offiziell publiziert worden sei und zwar unter Billigung von Pius IX. Allerdings ist Pius IX. bereits am 7. Februar 1878 verstorben. Rothkranz möchte dabei nicht ausschließen, dass das geschehen ist, was in einem Buch von Johannes Maria Höcht (Die große Botschaft von La Salette, 4. Auflage, Stein am Rhein 1977) auf Seite 57f vermutet wird, dass nämlich Mélanie einiges von den 35 Punkten des Geheimnisses von La Salette in jenem Text vertauscht habe, der ab 1879 veröffentlicht wurde. Außerdem, so heißt es in diesem Buch von Höcht, das Rothkranz zitiert, weise der von Mélanie 1879 veröffentlichte Text Divergenzen zu den mündlichen Äußerungen Pius‘ IX. über das Geheimnis auf. (Rothkranz, Johannes, Die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit. Ein Dokument des II. Vatikanums und seine Folgen, Bd. 2, Durach 1995, S. 1068 und Fußnote 374)

    Warum sollte Pius IX., der ohnehin bereits verstorben war, einen Text des Geheimnisses billigen, dessen chronologische Reihenfolge durcheinandergebracht wurde? Oder hat Unsere Liebe Frau am Ende selbst eine Botschaft gegeben, die chronologisch durcheinander war. Das würde mich auch wundern.

    Auf folgender Seite sind die Äußerungen des Heiligen Offiziums über La Salette im lateinischen Original und in englischer Übersetzung nachlesbar: http://jloughnan.tripod.com/sal_decr.htm

    Ich selbst habe diese Texte noch nicht gelesen.

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