DASS DIE KIRCHE SO TIEF DARNIEDERLIEGT

Lehre, welche die grosse Königin der Engel der ehrw. Maria von Agreda bezüglich des Zerfalles der Kirche und des Klerus gegeben hat.

(Siehe »Die Mystische Stadt Gottes», 3. Teil, 7. Buch, 13. Hauptstück.)

240. Meine Tochter, die Lehre, welche ich dir zu diesem Hauptstück gebe, be­steht darin, dass ich dich ermahne und dir befehle, mit tiefen Seufzern, mit blu­tigen Zähren, falls sie dir zu Gebote ste­hen, und in der Bitterkeit deiner Seele darüber zu weinen, dass die heilige Kirche zu gegenwärtiger Zeit in so ganz an­derem Zustande sich befindet, als sie sich bei ihrem Beginne befunden hat. O wie ist doch verdunkelt das reinste Gold der Heiligkeit, wie ist verändert die gesunde Farbe! (Klagel. 4, 1). Die alte Schönheit, in welcher die Apostel die Kirche ge­gründet haben, ist verloren, und dafür sucht man nun unechte Farben und trü­gerische Schminke, um die Hässlichkeit und Schmach der Laster, welche sie in unseliger Weise entstellen und mit furcht­barem Greuel erfüllen, zu bedecken. Willst du diese Wahrheit in ihrer ersten Ursache und in ihrem tiefsten Grunde erkennen, so musst du dich an das erinnern, was dir früher schon im himmlischen Lichte ge­zeigt worden ist, nämlich an den gewal­tigen Drang, mit welchem die Gottheit ihre Güte und Vollkommenheiten den Ge­schöpfen mitzuteilen geneigt ist. So heftig ist der Drang des höchsten Gutes, sich in die Seelen zu ergiessen, dass bloss der menschliche Wille, welcher vermöge der ihm verliehenen Wahlfreiheit den Strom der Gottheit aufnehmen sollte, ihn aufzu­halten imstande ist. Und wenn der Mensch aufgrund seines freien Willens dem Drange und den Gnadeneinflüssen der un­endlichen Güte widersteht, so tut er, menschlich gesprochen, der unendlichen Güte Gottes und seiner freigebigsten Liebe gleichsam Gewalt an und betrübt sie. Würden dagegen die Geschöpfe die unendliche Güte Gottes nicht aufhalten, würden sie dieselbe in ihrer ganzen Kraft wirken las­sen, dann würde der Strom der Gottheit sich in alle Seelen ergiessen und dieselben in höchster Fülle teilhaftig machen der Natur und der Vollkommenheiten Gottes. (2. Petr. 1, 4). Der Herr würde erheben aus dem Staube die Gefallenen und bereichern die armen Kinder Adams; er würde aus ihrem Elende sie erlösen und sie setzen ne­ben die Fürsten seines himmlischen Rei­ches. (1. Kön. 2, 8).

241. Hieraus wirst du, meine Tochter, zwei Dinge lernen, welche der menschli­chen Weisheit verborgen sind. Fürs erste wirst du einsehen, welch grosses Wohlge­fallen und welch grosse Freude dem höch­sten Gute jene Seelen bereiten, welche, mit glühendem Eifer für Gottes Ehre be­seelt, durch ihre Anstrengungen und ihre Wachsamkeit ihm gleichsam helfen, aus anderen Seelen die Hindernisse zu besei­tigen, die sie durch ihre Sünden dem Wir­ken Gottes entgegengesetzt haben; denn diese Sünden sind es, welche den Herrn hindern, die Seelen zu rechtfertigen und ihnen die zahllosen Güter mitzuteilen, wie sie dieselben von der unermesslichen Güte Gottes zu empfangen fähig sind, und wie der Allerhöchste sie ihnen verleihen will. Das Wohlgefallen, das Gott empfindet, wenn man ihm in diesem Werke hilft, ist so gross, dass es in diesem sterblichen Leben nicht begriffen werden kann. Aus diesem Grunde ist es etwas so Grosses und Erhabenes um den Dienst der Apo­stel, der Bischöfe, der Priester und aller Verkündiger des göttlichen Wortes, wel­che vermöge ihres Amtes die Nachfolger der Gründer der Kirche sind und durch ihr Bemühen zur Erweiterung und Erhal­tung der Kirche beitragen: sie alle müssen ja Mitarbeiter und Werkzeuge der uner­messlichen Liebe sein, welche Gott zu den Seelen trägt, zu den Seelen, die er er­schaffen hat, damit sie seiner Gottheit teil­haftig werden. Das zweite, was du beher­zigen sollst, ist die Grösse und der Ueber­reichtum der Gaben und Gnaden, welche Gottes unbegrenzte Macht jenen Seelen mitteilen wird, welche seiner Macht kein Hindernis entgegensetzen. Diese Wahrheit offenbarte der Herr schon im Beginne sei­ner heiligen Kirche, indem er den Gläu­bigen, welche in dieselbe eintraten, sich in so vielen Wundern zu erkennen gab, seinen Heiligen Geist so oft sichtbar auf dieselben herabkommen liess, denselben die Macht verlieh, mit Hilfe des Credo z. B. selbst Wunder zu wirken, nebst vie­len anderen Wohltaten, die sie aus der Hand des Allerhöchsten empfingen.

242. Am meisten erglänzte die Güte und Allmacht Gottes in den Aposteln und Jüngern. Der Grund war, weil sie dem ewigen und heiligen Willen Gottes keine Hindernisse entgegensetzten: sie waren in der Tat Werkzeuge und Gehilfen der gött­lichen Liebe, sie waren echte Nachahmer Jesu Christi und folgten seiner Wahrheit. Dies war der Grund, warum sie zu einer so erhabenen Teilnahme an den Vollkom­menheiten Gottes gelangten, besonders an seiner Wissenschaft, Heiligkeit und Macht, und warum sie zu ihrem eigenen From­men sowie zum Heile fremder Seelen Wunder wirkten, welche die Sterblichen nie genugsam preisen können. Von den Aposteln an wurde diese göttliche Weis­heit mit ihren Wirkungen auf andere Söhne der Kirche von Geschlecht zu Ge­schlecht fortgepflanzt und übertragen. Ich will hier nicht von den unzähligen Mär­tyrern sprechen, welche Blut und Leben für den heiligen Glauben hingeopfert ha­ben. Aber betrachte die Stifter der geist­lichen Orden, die grossen Heiligen, welche in diesen letzteren geblüht, die Kirchen­lehrer, Bischöfe, Prälaten und apostoli­schen Männer, in welchen Gottes Güte und Allmacht sich deutlich geoffenbart haben! Es können sich daher die übrigen Priester und Seelenhirten und überhaupt alle Gläubigen nicht entschuldigen, wenn Gott in ihnen die Wunder und Gnaden nicht wirkt, die er in den ersten Gläubi­gen gewirkt hat und die er fortwährend noch wirkt in allen, welche er hiezu taug­lich findet!

243. Damit die Beschämung aller un­würdigen Diener der heiligen Kirche, wel­che heutigentages leben, um so grösser sei, so höre: Als der Allerhöchste den ewi­gen Ratschluss fasste, seine unendlichen Gnadenschätze den Seelen mitzuteilen, hat er eben diese Gnaden an erster Stelle und unmittelbar den Kirchenvorstehern, Prie­stern, Predigern und allen Verwaltern des göttlichen Wortes zuzuwenden gedacht. Denn es war sein Wille, dass sie alle, so­weit es von ihm abhänge, an Heiligkeit und Vollkommenheit mehr Engeln als Men­schen gleichen sollten: Er wollte, dass sie vor allen anderen Erdenpilgern zahlreicher Vorrechte und Auszeichnungen der Natur und Gnade sich erfreuten, damit sie, ge­stärkt durch so ausserordentliche Gnaden, taugliche Diener des Allerhöchsten wür­den, was sicher geschähe, wenn sie die Ordnung der unendlichen Weisheit Gottes nicht verkehren, sondern der Würde, zu welcher sie aus allen anderen berufen und auserwählt sind, entsprechen wollten. Diese unermessliche Güte Gottes ist aber heutzutage dieselbe wie in den Anfangs­zeiten der Kirche; der Drang des höchsten Gutes, die Seelen zu bereichern, hat sich nicht verändert: er kann sich gar nicht verändern; die Freigebigkeit und Güte Gottes hat nicht abgenommen; die Liebe, die er zu seiner Kirche trägt, ist allezeit unendlich gross; er, die Barmherzigkeit selbst, hat sein Auge dahin gerichtet, wo Elend ist, und solches gibt es heutzutage in massloser Fülle; das Geschrei der Schäflein Christi ertönt so laut, als es nur möglich ist; der Prälaten, Priester und Kirchendiener gibt es so viele wie nie zu­vor. Wenn nun all dies sich so verhält, wem ist dann der Untergang so vieler See­len und der jammervolle Zustand des christlichen Volkes zuzuschreiben? Wem ist es dann zuzuschreiben, dass die Un­gläubigen heutigentags sich nicht der heiligen Kirche anschliessen, sondern sie bedrücken und mit Trauer erfüllen? Wie kommt es, dass die Prälaten und Diener der Kirche nicht mehr im Glanze der Heiligkeit dastehen und dass Jesus Chri­stus nicht mehr in ihnen verherrlicht wird, wie dies in den vergangenen Jahrhunder­ten, zumal in den ersten Zeiten der Kirche, der Fall war?

244. O meine Tochter! ich lade dich ein, über ein solches Elend deinen Klage­ruf zu erheben. Schau, wie die Steine des Heiligtumes zerstreut liegen an den Stras­senecken der Städte! (Klagel. 4, 1). Siehe, wie die Priester des Herrn sich gleichge­macht haben dem Volke, (Is. 24, 2.), wäh­rend sie doch das Volk heilig und sich ähnlich machen sollten! Die Würde der Priester und ihr reicher, kostbarer Tu­gendschmuck sind beschmutzt durch den ansteckenden Umgang mit den Weltleu­ten. Die Gesalbten des Herrn, die doch geweiht sind, um nur mit dem Herrn zu verkehren und um ihm zu dienen, sie sind freiwillig herabgesunken vom Adel ihrer Gottähnlichkeit und haben ihren Glanz verloren, weil sie sich herabgewürdigt ha­ben zu einer gemeinen Handlungsweise, welche ihrer ausgezeichneten Stellung unter den Menschen unwürdig ist. Sie ergeben sich der Eitelkeit, folgen dem Geize und der Habsucht, dienen dem eigenen Interesse, lieben das Geld, setzen ihre Hoffnung auf Schätze von Gold und Silber; sie lassen sich herab, den Weltleuten, den Mächti­gen, ja, was noch schlimmer ist, selbst verächtlichen Frauenspersonen zu schmei­cheln und zu Gefallen zu handeln; es kommt zuweilen sogar vor, dass sie an den Versammlungen und dem Rate der Bösen teilnehmen. Kaum ist noch ein Schäflein in der Hürde Christi, das die Stimme seines Hirten in ihnen erkennt und das bei ihnen die gesunde Nahrung und Weise der Tugend und Heiligkeit findet, deren Lehrmeister sie sein sollten. Die Kindlein bitten um Brot, und niemand ist, der es ihnen bricht. (Klagel. 4, 4). Und wenn es auch noch gereicht wird, so ge­schieht es um des zeitlichen Vorteiles wil­len, oder weil es eben sein muss. Wie wird aber eine mit Aussatz bedeckte Hand dem Armen und Kranken gesunde Nahrung bieten können? Wie soll der höchste Arzt der Seelen einer solchen Hand die Arznei anvertrauen, von welcher das Leben ab­hängt? Wenn diejenigen, welche die Mitt­ler und Fürsprecher der übrigen sein soll­ten, mit grösseren Sünden beladen sind als diese, wie werden sie dann Barmher­zigkeit herabziehen auf jene, welche ge­ringerer oder höchstens gleicher Sünden schuldig sind?

245. Dies sind die Ursachen, warum die Prälaten und Priester in gegenwärtiger Zeit nicht mehr die Wunder wirken, welche die Apostel und Jünger des Herrn beim Entstehen der Kirche gewirkt haben und welche so viele andere Seelenhirten wirkten, die, von glühendem Eifer für Gottes Ehre und für die Bekehrung der Seelen entflammt, das Leben der Apostel nach­geahmt haben. Das sind die Ursachen, warum die der Kirche anvertrauten Schätze des Leidens und Sterbens Jesu Christi we­der in den Priestern und Kirchendienern noch in den übrigen Sterblichen Frucht bringen. Denn wenn die Priester diese Schätze verachten und nicht daran den­ken, sie für sich nutzbar zu machen, wie werden sie dieselben an die übrigen Kin­der der Familie Christi austeilen? Das sind die Ursachen, warum sich gegenwärtig nicht mehr wie ehedem die Ungläubigen zur Erkenntnis des wahren Glaubens be­kehren, obgleich sie unter den Augen der Kirchenfürsten, Kirchendiener und Ver­kündiger des Evangeliums leben. Die Kir­che ist heutzutage mehr als je bereichert mit zeitlichen Gütern, Einkünften und Be­sitztümern; sie hat Ueberfluss an gelehr­ten Männern, welche sich reiche Wissen­schaft erworben haben, Ueberfluss an ho­hen Prälaturen und einträglichen Stellen. Und da man alle diese Güter dem Blute Jesu Christi zu verdanken hat, so sollte man auch alles nach dem Willen und Wohlgefallen des Herrn verwenden, d. h. man sollte es verwenden zur Bekehrung der Seelen, zur Unterstützung der Armen Christi, zur Unterhaltung des Kultus und zur Verherrlichung des heiligsten Namens Jesu Christi.

246. Ob dies geschieht, das mögen die Gefangenen sagen, welche mit den Ein­künften der Kirchen aus der Sklaverei los­gekauft wurden; die Ungläubigen mögen es sagen, welche bekehrt, und die Ketze­reien, welche ausgerottet werden; sie mö­gen sagen, welche Summen aus den Kirchengütern für fromme Zwecke veraus­gabt werden. Ja, sagen werden es die Pa­läste, welche vom Gute der Kirche erbaut, die Majorate, welche damit gestiftet, die prächtigen Landhäuser, welche damit her­gestellt sind, und, was noch trauriger ist, sagen werden es die profanen und schänd­lichen Ausgaben derjenigen, welche, den obersten Hohepriester Jesum Christum ent­ehrend, von der Nachfolge des Herrn und ihrer eigenen Amtsvorgänger, der Apostel, ebensoweit entfernt sind, als die verkom­mensten Weltleute dem Herrn ferneste­hen. Und wenn die Predigt derjenigen, die das Wort Gottes verwalten, tot, kraftlos und unfähig ist, die Zuhörer zu beleben, so liegt die Schuld nicht an der Wahrheit und Lehre der Heiligen Schrift, sondern an dem schlechten Gebrauche, welchen die Prediger davon machen, indem sie sich von verkehrten Absichten leiten lassen. Sie verfehlen den Zweck der Predigt und vertauschen die Ehre Jesu Christi mit ih­rer eigenen Ehre und eitlen Hochschät­zung, den geistlichen Nutzen mit dem schnöden zeitlichen Gewinn; und haben sie diese ihre beiden Zwecke erreicht, dann kümmern sie sich um keine weitere Frucht ihrer Predigt. Sie nehmen darum auch der gesunden und heiligen Lehre die Lauterkeit und Reinheit (manchmal auch die Wahrheit), mit welcher die hl. Ver­fasser sie geschrieben und die heiligen Kirchenlehrer sie ausgelegt haben. Was sie sagen, das sind nur Spitzfindigkeiten und Erfindungen ihres eigenen Geistes, welche in den Zuhörern mehr Bewunderung und Beifall erregen, als dass sie ihnen Nutzen bringen. Gelangt aber das Wort Gottes an die Ohren der Sünder in einer so entstell­ten Form, so erkennen sie in der Lehre nicht so sehr die Liebe Christi als viel­mehr den Geist des Predigers; und dann hat die Predigt nicht die Kraft und Wirk­samkeit, in die Herzen einzudringen, mag sie auch noch so künstlich ausgearbeitet und darauf ausgelegt sein, die Ohren zu erfreuen.

247. Wundere dich daher nicht, gelieb­teste Tochter, dass die göttliche Gerech­tigkeit zur Strafe für diese Eitelkeiten und Missbräuche und andere Missstände, wel­che die Welt gar wohl kennt, die Prälaten, die Priester und die Verkündiger des gött­lichen Wortes so ohne Hilfe lässt und dass die Kirche, die in ihren Anfängen so erhaben dastand, nunmehr so tief darnie­derliegt. Es ist in der Tat noch eine grosse Gnade Jesu Christi für seine Kirche, dass es in dieser Zeit, in welcher er so sehr von allen verlassen und verachtet ist, noch einige Priester gibt, die von diesen bekla­genswerten Lastern frei sind. Gegen diese Guten ist der Herr sehr freigebig; allein ihre Zahl ist sehr klein, wie der Ruin des christlichen Volkes und die Verachtung bekunden, in welche der Stand der Prie­ster und der Verkündiger des Wortes Got­tes gesunken ist. Denn wenn die heiligen und seeleneifrigen Priester zahlreich wä­ren, so würden sich die Sünder ganz ge­wiss bekehren und bessern, viele Ungläu­bige würden sich zum Glauben wenden, man würde allgemein die Prälaten, Prie­ster und Prediger mit Ehrfurcht ansehen und hören und sie wegen ihrer Würde und Heiligkeit ehren und achten, nicht aber bloss wegen des äusseren Ansehens und Prunkes, wodurch sie sich Achtung verschaffen, aber eine Achtung, die eigent­lich nichts anderes ist als nutzloser, welt­licher Beifall.

Sei nicht ängstlich und in Sorge dar­über, dass du dieses niedergeschrieben hast. Denn sie selbst wissen gar wohl, dass es wahr ist; und du schreibst es ja nicht nach deinem eigenen Willen, sondern auf meinen Befehl. Weine, meine Tochter, über diese Uebel und lade Himmel und Erde ein, dass sie dir klagen helfen; denn es gibt sehr wenige, die dies tun, und das ist die grösste Unbill, die der Herr von allen Kindern seiner Kirche erfährt.

(Quelle: DAS ZEICHEN MARIENS, 1. Jahrgang, Nr. 10, Februar 1968, Seiten 142-143) 

10 Kommentare zu “DASS DIE KIRCHE SO TIEF DARNIEDERLIEGT

  1. Durch den frommen und heiligmäßigen Lebenswandel der Glieder der Kirche erstrahlt die Kirche auch nach außen, für alle schön sichtbar. Je heiliger die Glieder desto größer ist der Glanz der Kirche.

    Durch den schlechten und sündhaften Lebenswandel der Gläubigen verliert die Kirche nach außen gesehen wieder ihren Glanz und ihr Ansehen.

    In beiden Fällen bleibt es im Sinne des göttlichen Gründers ein und die selbe Kirche, mit dem gleichen Glauben, den gleichen Sakramenten, dem gleichen Opfer und der gleichen Struktur.

    Was in unseren Tagen als katholische Kirche bezeichnet wird, hat mit dieser Kirche, die bei Maria von Agreda beschrieben wird, nichts mehr zu tun. Bei Maria von Agreda wird der schlechte Wandel vieler Kirchenglieder beklagt. Bei der Kirche unserer Tage ist nur noch der Name übrig und ein Mann im weißen Gewand, der Papst spielt und dem an seiner Herde nichts, aber auch gar nichts mehr liegt. Die Gläubigen werden heute von jenen, die sie schützen und führen müssten nur noch verführt zu Sünden und Un- und Irrglauben und belogen und betrogen.

  2. @Josua

    Vollkommen richtig!

    Es ist ein Fehler stets die Kirche als Mystisches Leib Christi mit den Katholiken zu verwechseln.

    Die Katholiken sündigen, also sündigt die Kirche als göttliche Heilsanstalt auch.

    Das ist häretisch, weil damit die Kirche zu einer menschlichen fehlerhaften und unheiligen Organisation gemacht.

  3. Die Mutter Gottes sagt anscheinend: „Wie wird aber eine mit Aussatz bedeckte Hand dem Armen und Kranken gesunde Nahrung bieten können? Wie soll der höchste Arzt der Seelen einer solchen Hand die Arznei anvertrauen, von welcher das Leben ab­hängt? Wenn diejenigen, welche die Mitt­ler und Fürsprecher der übrigen sein soll­ten, mit grösseren Sünden beladen sind als diese, wie werden sie dann Barmher­zigkeit herabziehen auf jene, welche ge­ringerer oder höchstens gleicher Sünden schuldig sind?“

    Die Kirche lehrt aber (catechismus romanus): XIX. Der Ausspender kann durch seine Lasterhaftigkeit die Wirksamheit der sakramentalischen Gnade nicht hindern.

    Weil die Ausspender und Verwalter der Geheimnisse in diesem heiligen Amte nicht ihre, sondern Christi Person vorstellen, so geschieht dadurch, dass sie, mögen sie gut oder böse seyn, wenn sie sich nur der Form und Materie bedienen, welche die katholische Kirche nach der Einsetzung Christi immer beobachtet hat, und den Vorsatz machen, das zu thun, was die Kirche bei ihrer Verwaltung thut, wahrhaft und wirklich die Sakramente vollenden und ertheilen, so dass nichts die Wirkung der Gnade verhindern kann, ausser es betrügen sich diejenigen, die sie empfangen, selbst um ein so grosses Gut, und widerstehen selbst dem heiligen Geiste. Dass diess immer die bestimmte und ausgesprochene Meinung der Kirche gewesen ist, zeigte sehr deutlich der heilige Augustin in seinen Streitreden, die er gegen die Donatisten geschrieben hat. Verlangen wir hierüber auch Zeugnisse der heiligen Schrift, so hören wir den Apostel sagen: Ich habe gepflanzt; Apollo hat begossen; aber Gott gab das Wachsthum. Denn weder der ist etwas, der pflanzt, noch der, welcher begiesst, sondern Gott, der das Wachsthum gibt. [I. Cor. 3,6] Aus dieser Stelle sieht man deutlich, dass,x wie den Bäumen die Gottlosigkeit derer, durch deren Hand sie geplanzt wurden, nichts schadet, so auch fremde Schuld denen nicht zum Verbrechen gereichen kann, die durch den Dienst böser Menschen Christo sind eingepflanzt worden. Daher, wie unsere heiligen Väter aus dem Evangelium des heiligen Johannes gezeigt haben, hat auch Judas der Verräther Mehrere getauft, und wir lesen von Keinem, dass er wieder getauft worden sey, so dass der heilige Augustin gar schön darüber schrieb: „Judas ertheilte die Taufe, und man taufte nach ihm nicht wieder, wie nach Johannes, weil die vom Judas ertheilte Taufe Christi Taufe war; die Taufe aber vom Johannes war Johannis Taufe; wir ziehen nicht den Judas dem Johannes, sondern die Taufe Christi, wenn sie auch von den Händen des Judas ertheilt war, der Taufe des Johannes, wenn sie auch von Johannis Händen »ertheilt war, mit Recht vor.“

    Poschenker schreibt in „Über mich“: @Marion Strauss, Bei Ihrer ganzen Haltung ist es auch nicht verwunderlich, dass Sie keinen Zugang und kein Verständnis für sogenannte “Privatoffenbarungen” und solche Werke der Mystik (wie die MYSTISCHE STADT GOTTES) haben, nicht einmal für jene, die reichliche kirchliche Anerkennung und Auszeichnung erhalten haben.

    Ja, ich hasse es, wenn behauptet wird die Mutter Gottes habe etwas gesagt was der Lehre der Kirche widerspricht! Auf den Zugang verzichte ich gerne! Meine Erfahrung mit diesen ganzen Privatoffenbarungen zeigt, daß hier sehr viel geschummelt wird und kein Vertrauenswürdier da ist der aufpasst. Ich glaube, daß es wahre Privatoffenbarungen gibt und gab. Ich glaube auch daß die Kirche immer gut prüfte wenn sie eine Privatoffenbarung anerkannte. Ich sehe aber, daß in den ganzen Büchern mit den Privatoffenbarungen die vor allem in den Tradikreisen rumgeistern, alles voll mit Häresien ist. Ich denke sie wurden allesamt gefälscht und mit Häresien gespickt und sind heute ein prima Mittel um Marienverehrer zu verführen. Jemand der die Mutter Gottes aber wirklich ehrt, wird niemals nie glauben, daß sie auch nur das kleinste gegen die Lehre des Kirche von sich geben würde.

    Ich kopiere vom Über mich Strang mal hier her :

    Tomas schreibt: “Die Erscheinungssucht hat sich in den konservativen und “traditionalistischen” Kreise wie eine Seuche verbreitet.”

    Ich schreibe: Das stimmt! Überall hört man da “Die Mutter Gottes hat gesagt”. Überall werden einem da die Bücher anempfohlen. Bei allen Erscheinungen herrscht ein wildes durcheinander, was die Mutter Gottes alles gesagt habe. Trotzdem werden die Aussagen wie Herrenworte aus der Heiligen Schrift die kanonisiert ist angenommen. Der Teufel hat sich dieser schon längst bedient und es ist höchste Vorsicht geboten! Es gibt keinen vertrauensvollen Kirchenmann, der diese Aussagen der Mutter Gottes vor Verdrehungen und Fälschungen geschützt hat. Es ist wohl eine gewaltige Falle für Marienverehrer. Die meisten Tradis sind aber so drauf, daß wenn in den Texten auch Worte wie Hölle, Gericht, Antichrist, Greuel etc vorkommen, gleich voll und ganz vertrauen, weil es sich eben nicht auf Anhieb und so plump modernistisch verseucht wie gewohnt anhört. Der stinkende Eiter ist aber nur besser versteckt.

  4. Es ist auch üblich, daß der Feind so (Schriften fälschen) vorgeht. Es gibt nichts neues unter der Sonne. Schon im 5. Jahrhundert schreibt Vinzenz v. Lerin:

    Aber weder zu jeder Zeit noch alle Häresien kann man auf diese Weise bekämpfen, sondern nur die neuen und eben erst entstandenen, ehe sie nämlich Zeit gewinnen, die Regeln des alten Glaubens zu fälschen und ehe sie bei weiterer Verbreitung des Giftes die Schriften der Vorfahren zu fälschen versuchen.

  5. @Marion Strauss

    Also, dann sagen Sie mir, was Sie von der „MYSTISCHEN STADT GOTTES“ der Äbtissin Maria von Jesus von Ágreda halten; denn um diese geht es hier.

  6. Ich kopiere ihnen meinen Beitrag, der ihre Frage eigentlich beantworten sollte?!
    Ich bestreite, daß die Mutter Gottes etwas sagt was der Lehre der Kirche widerspricht!

    Kopie von Marion Strauss 15. Januar 2014 um 13:23 :

    Die Mutter Gottes (in ihrem Artikel hier) sagt anscheinend: “Wie wird aber eine mit Aussatz bedeckte Hand dem Armen und Kranken gesunde Nahrung bieten können? Wie soll der höchste Arzt der Seelen einer solchen Hand die Arznei anvertrauen, von welcher das Leben ab­hängt? Wenn diejenigen, welche die Mitt­ler und Fürsprecher der übrigen sein soll­ten, mit grösseren Sünden beladen sind als diese, wie werden sie dann Barmher­zigkeit herabziehen auf jene, welche ge­ringerer oder höchstens gleicher Sünden schuldig sind?”

    Die Kirche lehrt aber (catechismus romanus): XIX. Der Ausspender kann durch seine Lasterhaftigkeit die Wirksamheit der sakramentalischen Gnade nicht hindern.

    Weil die Ausspender und Verwalter der Geheimnisse in diesem heiligen Amte nicht ihre, sondern Christi Person vorstellen, so geschieht dadurch, dass sie, mögen sie gut oder böse seyn, wenn sie sich nur der Form und Materie bedienen, welche die katholische Kirche nach der Einsetzung Christi immer beobachtet hat, und den Vorsatz machen, das zu thun, was die Kirche bei ihrer Verwaltung thut, wahrhaft und wirklich die Sakramente vollenden und ertheilen, so dass nichts die Wirkung der Gnade verhindern kann, ausser es betrügen sich diejenigen, die sie empfangen, selbst um ein so grosses Gut, und widerstehen selbst dem heiligen Geiste. Dass diess immer die bestimmte und ausgesprochene Meinung der Kirche gewesen ist, zeigte sehr deutlich der heilige Augustin in seinen Streitreden, die er gegen die Donatisten geschrieben hat. Verlangen wir hierüber auch Zeugnisse der heiligen Schrift, so hören wir den Apostel sagen: Ich habe gepflanzt; Apollo hat begossen; aber Gott gab das Wachsthum. Denn weder der ist etwas, der pflanzt, noch der, welcher begiesst, sondern Gott, der das Wachsthum gibt. [I. Cor. 3,6] Aus dieser Stelle sieht man deutlich, dass,x wie den Bäumen die Gottlosigkeit derer, durch deren Hand sie geplanzt wurden, nichts schadet, so auch fremde Schuld denen nicht zum Verbrechen gereichen kann, die durch den Dienst böser Menschen Christo sind eingepflanzt worden. Daher, wie unsere heiligen Väter aus dem Evangelium des heiligen Johannes gezeigt haben, hat auch Judas der Verräther Mehrere getauft, und wir lesen von Keinem, dass er wieder getauft worden sey, so dass der heilige Augustin gar schön darüber schrieb: “Judas ertheilte die Taufe, und man taufte nach ihm nicht wieder, wie nach Johannes, weil die vom Judas ertheilte Taufe Christi Taufe war; die Taufe aber vom Johannes war Johannis Taufe; wir ziehen nicht den Judas dem Johannes, sondern die Taufe Christi, wenn sie auch von den Händen des Judas ertheilt war, der Taufe des Johannes, wenn sie auch von Johannis Händen »ertheilt war, mit Recht vor.”

  7. @Marion Strauss

    Wenn Sie dieses Zitat (nur) mit der Ausspendung und Wirksamkeit der Sakramente vergleichen, dann haben Sie recht. Sie können es aber nicht darauf einschränken. Außerhalb der Spendung der Sakramente trifft das von der Mutter Gottes Ausgesagte doch durchaus zu.
    Aber ich möchte von Ihnen wissen, was Sie vom gesamten Agreda-Werk und von der Äbtissin Maria von Jesus von Ágreda halten.

  8. 1. Der schon 1673 eingeleitete Seligsprechungsprozess von der Äbtissin Maria von Jesus von Ágreda ist noch nicht abgeschlossen.
    2. Ich halte wie bereits mehrfach gesagt nichts (ich halte sie sogar für schädlich) von den Büchern der Privatoffenbarungen die in der Tradiszene angepriesen werden. Sie sind ein Werkzeug des Teufels, da er sie verfälscht und der Mutter Gottes Sachen zuschiebt die sie mit absoluter Sicherheit nicht gesagt hat. Da die Mutter Gottes absolut sicher nicht der Lehre der Kirche widerspricht.

    Wie soll ich das denn NOCH deutlicher sagen?

    Vorsicht vor solcher Literatur, da sich der Teufel hier noch besser versteckt als in der Konzilssekte! Dort fällt der Eiter jedem Wohlgesinnten sofort auf, in den Tradi-Marienerscheinungsbüchern eben nicht auf den ersten Blick, auf den zweiten, wenn man etwas wachsam ist aber schon. Es ist nicht gut, vorurteilsfrei daran zu gehen. Wir haben keine Garantie von überhaupt niemand, daß da nicht gewaltig getürkt wird. Zu sagen „Die Mutter Gottes habe gesagt“ und einen Satz von solch einem Buch zu nehmen ist sehr gewagt und ein Vertrauen in Menschen (Übersetzer, Buchdrucker, Neuaufleger …) welches nicht gerechtfertigt ist. Man sollte sich hüten der Heiligen Gottesmutter Worte in den Mund zu legen, von denen man nicht weiß ob sie von ihr sind.

  9. poschenker schreibt: „Wenn Sie dieses Zitat (nur) mit der Ausspendung und Wirksamkeit der Sakramente vergleichen, dann haben Sie recht. Sie können es aber nicht darauf einschränken. Außerhalb der Spendung der Sakramente trifft das von der Mutter Gottes Ausgesagte doch durchaus zu.“

    Wer Ohren hat der höre und wer Augen hat der sehe. Wenn Sie nun meinen, daß die „Arznei die durch die Hände schlechter Priester geht“ etwas anderes sein soll, als die Sakramente, dann kann ich auch nichts tun. Katholiken wissen, daß das Sakramente sind.

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