Der neue Ordo der Heiligen Messe [N.O.M.] – „Die Einheit in der Irrlehre“?

Von Pierre Tilloy

Aus dem Französischen übersetzt von Eduardo Hugentobler, St. Gallen

5. Fortsetzung

Offenbar hatte der heilige Paulus schon damals „Umfunktionali­sierungstendenzen“ entgegenzutreten, die es darauf abzielten, das Eucharistische Opfer in eine bloße, profane Mahlfeier mit orgiastischem Akzent (vgl. 1 Kor. 11,20, 21, 22, 33) umzufäl­schen. Aus den Briefen des Völkerapostels geht also klar hervor, dass die Feier des göttlichen Kultes auf apostolische Anordnung hin erfolgte, nach Vorschriften, die es ermöglichten, dass das „Heilige heilig verrichtet werde“. (Vgl. Sess. Conc. Trid. XXII, Caput IV). Diese Apostolischen Anordnungen hinwiederum sind sicher keine bloßen frommen, zeitgebundenen menschlichen Privatmeinungen der Jünger des Herrn, sondern in erster Linie Frucht der Unterweisungen JESU nach seiner Auferstehung. So bezeugt der Evangelist Lukas in seiner Apostelgeschichte: „In der ersten Erzählung, o Theophilus, habe ich von allem gesprochen, was Jesus zu tun und zu lehren anfing, bis zu dem Tage, an welchem er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, die ER auserwählt hatte , durch den Heiligen Geist seine Aufträge gegeben, und denen er auch nach seinem Leiden durch viele Beweise als lebend sich zeigte, da er ihnen vierzig Tage hindurch erschien, und mit ihnen vom Reiche Gottes (d.i. die Kirche,  Anm. d. Übers.) redete.“ Diese Unterweisungen vom „Reiche Gottes“ hatten sicher auch den Kult des Eucharisti­schen Opfers zum Gegenstande, da dieser ja das vorzüglichste Opfer und die vollkommenste Anbetung des himmlischen Vaters im „Geiste und in der Wahrheit“ (Joh. 4,24) ist, und der Sinn des „Reiches Gottes“ darin besteht, dass wir „aus der Hand unserer Feinde befreit, furchtlos IHM dienen, heilig und gerecht vor ihm“ „alle Tage unseres Lebens“, (vgl. Lukas, 1,74 f) „den Vater im Himmel anrufend (1. Petr. 1,17), unsere „Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit heiligend“ (1. Petr. 1,22), als „geistiger Tempel, auferbaut aus lebendigen Steinen, als heiliges Priestertum, bestimmt, um durch Jesus Christus geistige, Gott wohlgefällige Opfer darzubringen.“ — (Vgl. 1. Petr. 2,5). Und damit diese Seine Vorschriften und Unterweisungen nicht durch irgend eine menschliche Schwäche der Apostel verloren gehen, verspricht er ihnen ausdrücklich: „Ich will den Vater bitten, dass er euch einen anderen Beistand gibt, der in Ewigkeit bei Euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit , den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr jedoch kennt IHN, denn ER wird dauernd in Euch sein. Ich will Euch nicht als Waisen zurücklassen, ich werde zu Euch kom­men.“ (Joh. 14,16 f) Da der gütigste HERR JESUS um die Beschränktheit des geistigen und religiösen Fassungsvermögens, die menschliche Unzulänglichkeit seiner Apostel gründlich weiß, tröstet ER sie in ihrer Verzagtheit in der Nacht vor Seinem Leiden, und spricht es in Seiner Abschiedsrede auch deutlich aus: — „Noch vieles hätte ich Euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht ertragen. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, wird ER euch in alle Wahrheit einführen. Denn er wird nicht aus sich reden, sondern, was er hört wird er reden, und, was zukünftig ist, euch verkünden. ER WIRD MICH VERHERRLICHEN, denn er wird von dem meinigen nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein, darum habe ich gesagt: Er wird von dem Meinigen nehmen und es euch verkünden.“ — (Joh. 14,12)

Wie wenig die junge Kirche daran dachte, sich von der kultischen Gottesverehrung zu trennen, zeigt die Tatsache, dass Kephas, der erste Papst und Johannes, der Lieblingsjünger des Herrn, miteinander auch nach der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Urkirche, um die neunte Stunde, zur Zeit des Gebetes, wie uns Apg 3,1 ausdrücklich versichert, in den Tempel hinaufgingen und in denselben eintraten um dort zu beten — obwohl der alttestamentliche Opferkult inzwischen durch das Eucharistische Speise- und Schlachtopfer Jesu Christi ersetzt worden war, welches aus grundsätzlichen Erwägungen in den Häusern einzelner großherziger Urchristen gefeiert werden musste. (Vgl. Apg, 16, 14,15,40). Auch der heilige Paulus, der doch so leidenschaftlich und unentwegt in seinen Briefen an die Römer, an die Korinther, Galater und vor allem an die Hebräer auf die Tatsache hinweist, dass der Alte Bund mit seinen levitischen Vorschriften und Opfern durch den Opfertod des Gottmenschen JESUS CHRISTUS erfüllt und damit aufgeho­ben, bzw. durch einen neuen und ewigen Bund ersetzt und vervollkommnet worden sei, will damit keinesfalls einem kultischen Minimalismus das Wort reden — ganz im Gegenteil. So schreibt er, wohl in der Absicht, schon damals auftretenden Tendenzen zur „Entgrenzung des Sakralen“ und Rationalisie­rung des Heiligen die Spitze abzubrechen, im 3. Kapitel des 2. Briefes an die Korinther:

„Offen daliegend seid ihr ein Brief Christi, besorgt von uns, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln von Stein, sondern auf Tafeln von Fleisch und Blut.

Diese Zuversicht aber haben wir durch Christus vor Gott, nicht weil wir aus uns selbst fähig wären, etwas als eigene Leistung anzusehen, unsere Fähigkeit stammt vielmehr von Gott.

Er hat uns auch befähigt zu Dienern des Neuen Bundes, nicht des Buchstabens (wie die Reformatoren des 16. u. die Jansenisten des 17. u. 18. Jahrhunderts es wahrhaben wollten; vgl. die verurteilten Thesen Quesnels!) sondern des Geistes. Denn der Buchstabe macht tot, der Geist aber macht lebendig.

Wenn nun aber schon der Dienst am todbringenden Buchstaben, eingegraben auf Stein, in einem solchen Glanz geschah, dass die Söhne Israels das Angesicht des Moses nicht schauen konnten wegen des Glanzes seines Angesichtes — der doch vergänglich war, wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel glanzvoller sein? War schon der Dienst, der zur Verurteilung führt, so glanzvoll, so ist der zur Gerechtigkeit führende Dienst noch um vieles reicher an Glanz. Ja, was dort im Glanz erstrahlte, ist gar nichts mehr gegenüber diesem alles überstrahlenden Glanz. Denn wenn das Vergäng­liche sich glanzvoll zeigte, wird das Bleibende (sic! ) noch viel mehr im Glanz erstrahlen.“ —

Obwohl der Völkerapostel hier an erster Stelle von der geistigen und dogmatischen Schönheit und deren wesensmäßiger Ver­schiedenheit in Bezug auf das alttestamentliche Kultgesetz und den neutestamentlichen „Bund im Blüte des Herrn“ (Luk. 22,20) spricht, will er damit keinesfalls die kultische Äußerung des Dogmas in Frage stellen:

Offenbarte sich schon die Erhabenheit des „Dienstes am Buchstaben“ des alttestamentlichen Gesetzes, das der Patriarch Moses nach 40tägigem Fasten und Beten auf dem Berg Sinai von JAHWE unter dramatischen Begleiterscheinungen empfangen hatte (Exodus, 34 f) auch in materieller, symbolischer Weise vor den Priestern und Söhnen Israels durch das Strahlen seines Antlitzes — obwohl doch dieses Gesetz und der mit ihm verbundene Opferdienst nur Vorbild und Schatten des kommen­den, vollkommenen und ewigen Opferkultes durch den Gott­menschen JESUS CHRISTUS war, der als „Priester nach der Ordnung Melchisedek“ (Hebr. 7f) nicht mehr mit dem Blute von „Böcken und Rindern“, sondern „mit seinem eigenen Blute ein für allemal in das Heiligtum“ eingetreten ist, und uns durch sein Kreuzesopfer, welches auf der Blutopferstätte des „Neuen Israels nach dem Geiste“ (1. Kor. 10,18) der Katholischen Kirche, der Römischen Kirche, unter den Spezies von Brot und Wein auf mystisch-konkrete Weise vergegenwärtigt, erneuert und fortgesetzt wird, mit Seinem himmlischen Vater versöhnt und von seinem heiligen Zorn losgekauft hat. — Wieviel strahlender, machtvoller und ehrfurchtgebietender musste dann erst die Herrlichkeit des Neuen und Ewigen Bundes im Blute des Gottmenschen JESUS CHRISTUS in der Liturgeia seiner Kirche zum Ausdruck kommen, die ja hinfort nicht mehr unter der Knechtschaft des „Gesetzes“ opfert und anbetet (Römer­brief, 7 f), sondern die Erfüllung jener alten Prophezeiung aus dem Propheten Jeremias an sich erfährt, die da lautet:

„Fürwahr, Tage kommen — Spruch des Herrn der Heerscha­ren — da schließe ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen Neuen Bund, nicht dem Bunde gleich, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Lande Ägypten herauszuführen. Sie waren es ja, die meinen Bund brachen, während ich über sie die Herrschaft ausübte“ — Spruch des Herrn — „vielmehr so soll der Bund sein, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließe — Spruch des Herrn — Ich lege mein Gesetz in ihr Inneres und schreibe es ihnen ins Herz. Ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ (Jeremias, 31,31, Hebräerbrief, 8,1f, 8f)

Durch die Anordnungen und Aufträge, die der HERR den Aposteln während der 40 Tage nach seiner glorreichen Auferstehung „im Heiligen Geiste“ erteilte (Apg. 1,1,2,3) und die er ihnen bei seiner triumphalen Himmelfahrt nochmals ausdrücklich in Erinnerung rief mit den Worten:

„Mir ist alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet alle Völker zu Jüngern, und taufet sie im Namen des VATERS UND DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES, und lehret sie alles halten, was ich euch aufgetragen habe. Seht, ich bin bei euch, alle Tage, bis ans Ende der Welt.“ —

sowie vor allem auch durch die HERABKUNFT DES HEILI­GEN GEISTES AUF DIE URKRICHE, der die Apostel gemäß dem Versprechen des HERRN in alle Wahrheit einführte, und sie an alles erinnerte, was der HERR ihnen anbefohlen hatte (Joh. 16,12) — durch diese Wirksamkeit des HEILIGEN GEISTES wurde dem Erbe des apostasierten Israels, der Kirche, der Trägerin der Verheißungen Gottes im Alten Bunde, das „Gesetz des Betens und Opferns“ ins „Innere gelegt, ins Herz geschrieben“. (Jer. 31,31, Hebr. 8,1f) Sie kann niemals mehr von diesem Gesetze ablassen, ohne ihrem Göttlichen Bräutigam JESUS CHRISTUS untreu zu werden. Schon der bloße Versuch einer „Reformatio“ ihrer Struktur, ihrer Theologie und damit auch ihrer Liturgie ist notwendigerweise immer auch Versuch einer Apostasie von jenem Gesetz des Betens und Opferns, wie es vom HEILIGEN GEISTE in ihr Inneres, in ihr Herz gelegt und eingeschrieben wurde, und damit Hochverrat — selbst dann, wenn diese „Reformatio“ aus Rom in die Kirche Christi eingeschleust werden sollte, wie uns Karl Rahner und Mario von Galli — beides Mitglieder der Gesellschaft Jesu (!) — in ihrem gleichnamigen Buch „Reformation aus Rom“ in naivem konziliaristischem Triumphalismus berichten.

Mögen auch die pseudotheologischen Termiten schon tief in den Stamm unserer heiligen Mutter Kirche vorgedrungen sein und nun schon das Lebensmark angreifen — die Seele dieses mächtigen Baumes, der aus dem Senfkörnchen JESU entstanden ist und in dem nun schon seit beinahe 1900 Jahren die verschiedensten Vögel des Himmels mit ihrer Pracht genistet haben, diese Seele werden sie nicht zerstören können, denn sie ist kein Geschöpf, sondern der HEILIGE GEIST selber, der den SOHN in der KIRCHE VERHERRLICHT (Joh. 16,12). Darum wird die Kirche, so lange sie besteht, ohne Unterlass die Worte des heiligen Paulus in ihrem göttlichen Kult verwirklichen, der im 2. Kapitel des Philipperbriefes schreibt:

„Seid so gesinnt wie Christus Jesus. Er, der in Gottesgestalt war, erachtete sein gottgleiches Sein nicht für ein Gut, das er mit Gewalt festhalten sollte.

Vielmehr entäußerte er sich, nahm Knechtsgestalt an und wurde den Menschen gleich. Er erschien im Äußeren als Mensch und erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz.

Darum hat IHN GOTT auch so hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist: IM NAMEN JESU SOLL JEDES KNIE SICH BEUGEN, IM HIMMEL UND AUF ERDEN, UND IN DER UNTERWELT, UND JEDE ZUNGE SOLL ZUR EHRE GOTTES DES VATERS BEKENNEN: JESUS CHRISTUS IST DER KYRIOS ­ALLE ENGEL GOTTES SOLLEN IHN ANBETEN (Hebr. 1,7f)

Wie wenig der Novus Ordo Missae von diesem Geiste der Urkirche erfüllt ist, kommt neben den bisher so zahlreich zitierten Vorschriften der Institutio Generalis vor allem auch in den Paragraphen 232, 233, 234 derselben zum Ausdruck. Es heißt dort:

„Entsprechend dem überlieferten liturgischen Brauch verehrt man den Altar und das Evangelienbuch mit einem Kuss.“

Nun, soweit, so gut. Doch erwärmen wir uns vor Freude nicht zu sehr, denn für eine kalte Dusche wird sofort gesorgt. Sie wird direkt im Anschluß an den oben zitierten Text verabfolgt:

„Wo jedoch dieses Zeichen nicht der Tradition bzw. dem Empfinden des Volkes entspricht, soll die Bischofskonfe­renz ein anderes Zeichen vorsehen und den Apostolischen Stuhl davon in Kenntnis setzen. (§ 232)

  • § 233:    „Während der Messe (sic!) sind drei Kniebeugungen vorgesehen:

Nach dem Emporheben der Hostie und des Kelches und vor der Kommunion.

Befindet sich der Tabernakel mit dem Allerheiligsten im Altarraum, macht man auch zu Beginn und am Ende der Messe (sic!) eine Kniebeugung, desgleichen, sooft jemand vor dem Allerheiligsten vorbeigeht.“ ‑

  • § 234:    „Zwei Arten von Verneigungen sind vorgesehen, Kopf- und Körperverneigung.

a)       Die Kopfverneigung macht man bei den Namen Jesu, Mariae und des Heiligen, zu dessen Gedächtnis die Messe (sic!) gefeiert wird.

b)       Die Körperverneigung oder tiefe Verneigung erfolgt bei der Begrüßung des Altars, wenn sich auf ihm kein Tabernakel mit dem Allerheiligsten befindet, zu den Gebeten: „Reinige Herr, mein Herz“ und „Im Geiste der Demut“ (!), im Glaubensbekenntnis zu den Worten: „Er hat Fleisch angenommen“, im Römischen Kanon zu den Worten: „In Demut flehen wir zu dir“.

Die gleiche Verneigung macht der Diakon, wenn er zur Verkündigung des Evangeliums den Segen erbittet.

Der Priester verneigt sich auch ein wenig (!), wenn er bei der Konsekration die Worte des Herrn spricht.“ ‑

Vergleichen wir doch einmal diese knapp kalkulierten und den armseligen Mief einer inzwischen kirchlich salonfähig geworde­nen Filzigkeit atmenden Vorschriften der Institutio Generalis eines Annibale Bugnini — mit jenem herrlichen Reichtum an klassischen Zeremonien, wie er vom römisch-katholischen Priester vor diesem unseligen 2. Vatikanischen Konzil zur Feier der Heiligen Messe vorgefunden wurde, — ein Reichtum an Symbolen, Segensgesten, Körperhaltungen und Gebeten, zu dem sich erst noch die Schönheit der Paramente und Kultgefäße gesellte und die es ihm eigentlich erst erlaubten, das HEILIGE HEILIG ZU VERRICHTEN — wie es das HEILIGE KONZIL VON TRIENT im 4. Kapitel der 22. Sitzung: „Doctrina de Sacrificio Missae“ expressis verbis vorschreibt. Es ist eine erhebende Tatsache — oder vielmehr es war eine erhebende Tatsache — daß der nunmehr zum „Vorsteher der Gemeinde“ nivellierte und verflachte, damals noch römisch-ka­tholische Opferpriester während der Feier der Heiligen Messe

  • 16 Male sich mit dem Zeichen des Heiligen Kreuzes bezeichnete
  • 06 Male sich dem gläubigen Volke zuwendete
  • 08 Male dem Heiligen Altar zuwendete. 11 Male seine Augen gen Himmel erhob
  • 10 Male in Zerknirschung an seine Brust schlug
  • 10 Male niederkniete
  • 54 Male seine gesalbten Hände anbetend zusammenlegte 21 Male sein Haupt voll Ehrfurcht beugte
  • 07 Male seine Schultern demütig beugte
  • 08 Male seinen Körper in tiefer Anbetung verbeugte
  • 31 Male das Heilige Opfer mit dem Zeichen des Heiligen Kreuzes segnete
  • 29 Male seine priesterlichen Hände als Ausdruck seiner Zuflucht zum Altare Gottes flach auf die Mensa legte
  • 14 Male mit weitausgespannten Armen (Orantenstellung der Katakombenkirche!) betete
  • 36 Male mit zusammengelegten Händen betete
  • 07 Male seine zusammengefalteten Hände auf den Altar legte
  • 09 Male seine linke Hand auf den Altar alleine legte
  • 11 Male seine linke Hand auf seine Brust legte
  • 08 Male seine beiden Hände gen Himmel flehend erhob.
  • 11 Male still für sich betete
  • 13 Male laut vernehmlich betete
  • 10 Male den Kelch ab- und zudeckte 20 Male sich hin und her bewegte.

Wenn wir diesen Schatz an Äußerungen der Anbetung, des Dankes, der Sühne, des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe mit den schäbigen drei Kniebeugungen des § 233, mit dem aus lauem Herzen zugestandenen Kuss von § 232 und den aus Gründen bloßer Etikette gegenüber den „Nachzüglern der Gemeinde zugestandenen spärlichen Körperverneigungen in § 233 vergleichen, können wir beim besten Willen nicht umhin, in dieser Institutio Generalis ad Missale Romanum die erste in der Geschichte der Katholischen Kirche durch die höchste Autorität des Heiligen Vaters von Rom erteilte Approbation jenes bekannten und berüchtigten

„MISPRIZING BY FAINT ACCLAIM“

zu sehen, wie es in sehr bezeichnender Weise gerade von Simon, dem Aussätzigen und Judas Iskarioth, den FALSCHEN FREUNDEN JESU, samt zeitgenössischem Anhang (vgl. Lukas, 7,44, Markus 14,3, Johannes, 12,4), in bestem Einklang mit den Krämerseelen und Kirchenräubern aller Jahrhunderte der Kirchengeschichte praktiziert wurde. Der gleiche Vorwurf des „misprizing by faint acclaim“ trifft heute in besonderer Weise auf jenen Typ konziliaristischer Klerisei und geistlicher Manager à la hollandaise zu, die aus pseudosozialen und mit angeblicher Nächstenliebe getarnten Gründen voll der Hartherzigkeit und des Unglaubens, allen kostbaren Schmuck, alle herrlichen Paramente, alle materiellen Äußerungen echt christlicher, echt katholischer Mystik aus dem „Zelte Gottes unter den Men­schen“ (Offenb. 21,4), um der „Armen“ willen entfernen zu müssen glauben — eine „Säuberungsaktion“ die besser antika­tholischer Ikonoklasmus genannt würde, denn ihr eigener, nicht allzu bescheidener Lebensstandard, sowie ihre luxuriösen „Gemeindezentren“ und „Häuser der Begegnung“ sind bis anhin — wenigstens nach unserem Wissen — kaum Objekt biblisch fundierter Einfachheitstendenzen gewesen. Ihnen allen, und vor allem auch der Institutio Generalis Annibale Bugninis und seiner antikatholischen Helfershelfer, gelten die würdigen Worte des HERRN, die ER im Heiligen Evangelium gesprochen hat:

„Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Siehst du diese Frau? Ich kam in dein Haus, und du gabst mir kein Wasser für meine Füße, SIE ABER hat meine Füße mit ihren Tränen benetzt, und mit ihren Haaren getrocknet.

Ich kam in dein Haus, doch du gabst mir keinen Kuss, SIE ABER hat seit meinem Eintritt unaufhörlich meine Füße geküsst.

Du salbtest mein Haupt nicht mit Öl, sie aber hat meine Füße mit Narde gesalbt.

Lasst sie! Warum kränkt ihr sie? Sie hat doch nur ein gutes Werk an mir getan. Arme habt ihr allezeit unter euch, und ihr könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt…

Sie hat getan, was sie konnte: Sie hat meinen Leib im voraus für das Begräbnis gesalbt. Sie soll das Salböl für den Tag meines Begräbnisses aufbewahren!

Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie soviel Liebe gezeigt hat.

Wahrlich, ICH sage euch: Überall in der ganzen Welt, wo das Evangelium verkündet wird, wird man auch ZU IHREM ANDENKEN erzählen, WAS SIE GETAN HAT.“ — (Vgl. Markus, 14,3 f, Lukas, 7,44 f, Johannes, 12, f)

Da die Kirche von Rom seit jeher gelehrt und gehalten hat, dass das Hochheilige Messopfer die mystisch-reale, konkrete Verge­genwärtigung und Erneuerung der „Mysterien der Erlösung“ (sic! Inst. Gen. 1,3) bewirkt und ist — wobei unter „Mysterien der Erlösung“ die Heiligste Geburt, das Heiligste Verborgene und Öffentliche Leben, das Heiligste Sühneleben und Sühnegebet, das Heiligste Sühneleiden, das Heiligste Blutvergießen, die Heiligste Todesnot- und Todesangst, der Heiligste Tod, der triumphalste Abstieg in die Vorhölle, die Glorreichste Auferstehung und Himmelfahrt unseres Herrn und Gottes JESUS CHRISTUS sowie die Herrlichste Ausgießung des HEILIGEN GEISTES über die junge Kirche zu Jerusalem ­verstanden werden, wenn wir der „Erklärung des Hochheiligen Messopfers über Honig süß“ des ehrwürdigen Paters Martin von Cochem, Benzigerverlag, 1898, glauben wollen, ist die ganze Aufbietung des Reichtums der stofflichen und geistigen Welt nicht nur als „gutes Werk“ gerechtfertigt, sondern darüber hinaus geschöpfliche Pflicht.

Da nun die Institutio Generalis sich in Paragraph 1 den Anschein zu verschaffen weiß, an diese „Mysterien der Erlösung“ (sic!) zu glauben — was aber infolge des ziemlich eindeutigen Kontextes sehr viel rechtgläubiger klingt, als es in Wirklichkeit gemeint ist, eine Tatsache, die wir ja schon mehrere Male hervorzuheben Gelegenheit hatten — da nun also diese „Allgemeine Einführung zum Missale“ wenigstens formal, die „Eucharistiefeier“ als „Begehung der Mysterien der Erlösung im Jahresablauf“, voraussetzt, mutet es uns Katholiken, die wir den Glauben der Apostel bewahrt haben, höchst seltsam und höchst verdächtig an, wenn wir in der Grundtendenz des „Neuen Messordo“, wie wir sie bis jetzt kritisch beleuchtet haben, und vor allem in den Paragraphen 232, 233, 234 entdecken müssen, dass der hierin herrschende Geist ganz entschieden dem Geiste der ältesten kirchlichen Überlieferung, wie sie in den Evangelien verzeichnet ist, widerspricht.

Aus welchem Grunde kann der gleiche Messordo, der so salbungsvoll über die „Mysterien der Erlösung“ handelt, gerade jene liturgischen Formen zu unbedeutenden Überbleibseln abwürgen und verstümmeln, die in ganz besonderer Weise dazu angetan sind, „ein jedes Knie im Namen JESU sich beugen zu lassen, im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt“ (Phil. 2), Ehrfurcht, Anbetung, Glaube, Hoffnung, Liebe, Dankbarkeit, Zerknirschung und Buße in unübertrefflicher, klassischer Weise auszudrücken, wo wir doch aus den Heiligen Evangelien wissen, dass der HERR solches nicht nur an sich geduldet, sondern geradezu für sich in Anspruch genommen hat, und die Salbung mit kostbarer Narde durch jene Frau ein „GUTES WERK AN MIR GETAN“ nennt, eine Salbung für Sein Heiligstes Leiden, Seinen Heiligsten Todeskampf, Sein Heiligstes Sterben, vor allem aber eine „Salbung für sein Begräbnis“, als kostbares Sinnbild für die Glaubenswahrheit, dass GOTT DER VATER, dem „HEILIGEN ISRAELS“ nicht die „Verwesung zu schauen gibt und seine „Seele nicht in der Scheol“ versenkt sein lässt, sondern zu ihm spricht: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde mache zum Schemel deiner Füße“, (vgl. Psalm 15, 8-11, Psalm 109, 1). Wenn die „Eucharistiefeier“ angeblich die „Begehung der Mysterien der Erlösung“ ist, warum umgibt man dann diese „Mysterien“ — zu denen ja vor allem auch das Sterben des Herrn am Kreuze gehört, im neuen Messordo nicht mit reichlicheren Formen der Ehrfurcht, Anbetung und Liebe, wie es jene Frau mit ihrer kostbaren Narde getan, und von der Unser HERR bestätigt, dass sie viel geliebt und nur um ihrer Liebe willen das Kostbarste an Spezereien, das sie besaß, über Sein Göttliches Haupt gegossen hat?

Wozu erwähnt man in Paragraph 232 — allerdings mit Worten, die einem feinfühligen Menschen das Herz im Leibe zu Eis gefrieren lassen — zuerst die Tatsache, dass es einem „überliefer­ten liturgischen Brauch“ entspricht, den „Altar und das Evangelienbuch“ mit einem Kuss zu „verehren“, wenn man anschließend stracks das Gegenteil propagiert, indem man schreibt: „Wo jedoch dieses Zeichen nicht der Tradition, bzw. dem Empfinden des Volkes, entspricht, soll die Bischofskonfe­renz ein anderes Zeichen vorsehen und den Apostolischen Stuhl davon in Kenntnis setzen“, wohl wissend, dass man dadurch mit der linken Hand abserviert, was man mit der rechten aufgetra­gen, und dass sich bei geschickter Gehirnwäsche durch die progressistische Klerisei sehr bald Mittel und Wege finden lassen, um zu „beweisen“, dass der Kuss des Heiligen Opferaltares und der Heiligen Evangelien dem „Volksempfinden“ und der „Volkstradition“ angeblich zutiefst „widerspricht“ bzw. dassel­be „verletzt“ oder „nicht wieder gut zu machende seelische Schäden“ hinterlässt!

Doch es bleibt Tatsache: Der HERR hat im Lukasevangelium nicht den falschen Pharisäer Simon, (genannt „der Aussätzige“) der IHM den Kuss hämisch verweigerte, gelobt, sondern die Spontanität der Sünderin, die IHM die Füße geküsst; und ER tadelt sie deswegen keineswegs, indem er etwa sagt: „Hör endlich auf damit!“ sondern er freut sich von Herzen über die Küsse dieser von allen verachteten „Sünderin“: „Du gabst mir keinen Kuss, sie aber hat seit ihrem Eintritt nicht aufgehört, meine Füße zu küssen!“ — Wenn „Christus selbst in seinem Worte inmitten der Gläubigen gegenwärtig ist“ — wie die Institutio Generalis in Satz 30 von Paragraph 33 uns glauben machen will — ist Paragraph 232 ein logisches Monstrum, oder — wohl zutreffender, der berüchtigte Bocksfuß, der nun halt doch, trotz der salbungsvollen Worte in seiner ganzen Hässlich­keit zu Tage tritt und beweist, dass alle jene Ausdrücke in der Institutio, die noch katholisch klingen, nur zur bewussten Täuschung naiver Gemüter mit in den Text hineingenommen worden sind.

Man mag die Tatsache drehen und wenden wie man will: Eines ist gewiss: Dieser Novus Ordo Missae — (und vor allem seine erwähnten Paragraphen 232, 233 und 234) ist nicht das Werk derjenigen, von denen der HERR sich gedrängt fühlt, auszuru­fen: dass sie viel geliebt haben; er ist ehrfurchtsloses, glaubensverfälschendes Machwerk — die Häresie soll über die lex orandi eingeschmuggelt werden, das geht einfacher! — er ist weder kalt noch warm, sondern lau, und darum wird ihn der HERR aus seinem Munde ausspeien. (Offenbarung, 3,15). Der „Novus Ordo Missae“ hat in Wirklichkeit in seiner Grundten­denz nicht die Heilige Katholische und Apostolische Kirche von Rom zur Mutter, da er, wie wir gesehen haben, nicht dem GEISTE JESU entspricht, sondern dem Ungeiste der ungläubi­gen Pharisäer und ihrem Anhang durch alle Jahrhunderte; die antikatholische und christusfeindliche Tendenz dieser neuen Messordnung hat also vielmehr zwei verdächtige Väter anstelle einer Heiligen Mutter: Es sind dies, Simon, der Pharisäer, und Judas Iskarioth, von dem es im betreffenden Abschnitt heißt (Johannes, 12,4): „Da bemerkte einer Seiner Jünger, JUDAS ISKARIOTH, der IHN VERRATEN sollte: Warum hat man dieses Salböl nicht für 300 Denare verkauft und diese unter die Armen verteilt? Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen etwas lag, sondern weil er ein Dieb war und im Besitze der Kasse, das was einkam, unterschlug.“ — Der neue Messordo kann diese seine familiären Züge nicht verleugnen; er ist und bleibt ein würdiges Früchtchen jenes Baumes, an dem er entstanden und nicht weit davon zur Erde gefallen ist!

Wer den Baum nach seinen Früchten beurteilt und eine sogenannte „Reformation aus Rom“ (sic!) nach den Konver­sionen einschätzt, die unter ihrem geistigen und religiösen Einfluss in den Reihen der Atheisten, Häretiker und Taufschein­katholiken bewirkt werden — der hat sich in den letzten paar Jahren der sog. „Liturgiereform“ überreichlich Gelegenheit geboten, festzustellen, daß durch sie gerade das Gegenteil von dem zustande gebracht wird, was der heilige Paulus als Kriterium und Charakteristikum für das Wirken GOTTES in der Heiligen Liturgie aufstellt; weit entfernt davon, Frieden und Ordnung in die bedrängte und tief zerrissene Herde Jesu Christi zu bringen, die PETRUS und seine Nachfolger im Primat gemäss den Worten unseres Herrn in Lukas 22,32, Matth. 16,16 u. Johannes 21,15 „im Glauben zu bestärken“, als Inhaber der „Schlüssel des Himmels und der Erde“, dogmatisch und disziplinär zu „binden“ und von ihren Sünden und Sündenstra­fen zu lösen und als Oberster sichtbarer Hirte auf der grünen Au des Glaubens zu weiden haben, geht die Tendenz dieser unseligen, unheilschwangeren, ganz von profanen Prinzipien bestimmten konziliaristischen und päpstlichen Reform, einzig und allein dahin, die „geknickten Rohre“ noch gründlicher zu brechen, die wohlgetarnte pseudotheologische Subversion der Modernisten und Kirchenfeinde aller Jahrhunderte der Kirchen­geschichte nachträglich mit der Legitimation des Apostolischen Stuhles von Rom zu versehen, und schließlich vor allem die gegen diesen Hochverrat am wahren Katholischen Glauben aufmuckernden rechtgläubigen Kinder der Kirche, wie zum Beispiel Konvertiten und Traditionalisten, als naive Fundamen­talisten, als formal unrettbar festgefahrene Idioten, dem Hohngelächter und den erbarmungslosen Verleumdungs- und Gehirnwäschekampagnen der Gottes- und Kirchenfeinde aller Zeiten zur unwürdigen Schau zu stellen, und dies alles nach dem berüchtigten, inzwischen vom größten Teil der Hierarchie des progressistisch-konziliaristischen Establishments und ihren mit Kirchensteuergeldern des rechtgläubigen katholischen Volkes ausgehaltenen Helfershelfern wohlerprobten Rezept: NICHT DER MÖRDER, SONDERN DER ERMORDETE IST SCHULD.

Diese ganze sog. „Reformation aus Rom“, samt dem Novus Ordo Missae, der ihrem Ungeist entspricht, bedeutet für einen katholischen Konvertiten, der eben um der unerbittlichen Wahrheit all dieser nun ökumenisch verfälschten und nivellier­ten urkatholischen Unterscheidungslehren willen schwerste persönliche Opfer gebracht hat, einzig und allein um in die Eine, Wahre Kirche CHRISTI eintreten zu können — diese ganze jetzt herrschende Tendenz in der Kirche Roms bedeutet für ihn, den einstmals Außenstehenden, der wie Abraham einst sein Ur in Chaldäa freudig aufgegeben hat, um ins Land, „das ich Dir zeigen werde“ zu gelangen — nichts weniger als eine einzige, ungeheure, geistige Ohrfeige, die ihn, begleitet vom Hohngeläch­ter der Reformatoren des 16. Jahrhunderts, nicht etwa vom Weltforum aller Häresien, dem sog. „Ökumenischen Weltkir­chenrat“ zu Genf, sondern von den Heiligen Höhen des durch das Grab und die Reliquien PETRI konsekrierten mons Vaticanus von erlauchter Hand schallend erteilt wird.

Wir haben weiter oben die problematischen Worte des II. Vatikanums (Art. 50 der Liturgie-Konstitution) bezüglich der von ihm beschlossenen „Liturgiereform“ kennengelernt, und sie zu unserer ungeheuren Bestürzung in der Allgemeinen Audienz vom 19. November 1969 in St. Peter zu Rom aus dem Munde Seiner Heiligkeit, Papst Paul VI. höchstpersönlich vernommen, der sie nicht nur zitiert, sondern sogar noch verteidigt, nicht erkennend, dass er damit selber Hand mit anlegt, die Beine jener Kathedra abzusägen, die ihm St. Petrus vererbt hat.

Diese unsere Bestürzung ist nun keinesfalls als Resultat einer „antikonziliaristischen Neurose“ unsererseits zu werten; sie ist vielmehr nur die Konsequenz unseres Wissens um die diesbezüg­lichen Lehren der Kirche, wie sie in den Verlautbarun­gen der Höchsten Autorität und der von ihr bestätigten Konzilien niedergelegt und historisch gesichert ist. Unsere Leser mögen uns verzeihen, wenn wir die bereits schon einmal zitierten Worte des II. Vatikanischen Konzils nochmals anfüh­ren, aber es geschieht einzig aus dem Grunde, dadurch einen klaren Vergleich mit den entsprechenden, vom Kirchlichen Lehramt schon längst verurteilten Propositionen der Refor­mation, des Jansenismus, der Synode von Pistoja und des Neomodernismus, wie ihn Papst Pius XII in „Mediator Dei“ entlarvt und verdammt hat, — zu ermöglichen.

Das II. Vatikanische Konzil lehrt: (Art. 50 der Liturgiekonstitu­tion)

„Die rituelle Ordnung der Messe (sic!) soll revidiert werden, damit das besondere Wesen der einzelnen Teile und ihre gegenseitige Verbindung klarer hervortrete, und damit die fromme und aktive Teilnahme der Gläubigen erleichtert werde.

Darum sollen die Riten, in ihrem Wesen getreu bewahrt, vereinfacht werden.

Jene Elemente sollen unterdrückt werden, die im Laufe der Jahrhunderte verdoppelt wurden oder als weniger nützlich hinzugekommen sind.

Einige Elemente hingegen, die mit der Zeit verloren gingen, sollen wieder hergestellt werden, gemäß der Überlieferung der heiligen Väter und in dem Maße, wie es angemessen oder nötig erscheinen wird. (Vgl. DAS NEUE VOLK, 24.12.69, N. 52)

Papst PIUS V., der große heilige Felsenmann der katholischen Gegenreformation lehrt aber in Seinem hochwichtigen Reform­dekret QUO PRIMUM vom 19. Juli 1570 expressis verbis das Gegenteil von Vatikanum II:

„Von nun an, und auch in Zukunft, kann kein Priester jemals mehr gezwungen werden, auf andere Weise die Heilige Messe zu feiern, als wie sie in diesem Missale enthalten ist.

Daher verordnen und bestimmen Wir kraft Unserer Aposto­lischen Autorität, dass dieser Unser gegenwärtig vorliegender Ordo und dieses auf ihn bezügliche Dekret, in alle Ewigkeit gelten sollen und auch in Zukunft niemals auf legale Weise weder widerrufen noch berichtigt oder ergänzt werden können.“ —

Der jetzt regierende Heilige Vater, Papst Paul VI., gesteht in seiner Generalaudienz vom 19. November 1969 unumwunden zu, dass

„die Messe in der Liturgie des Novus Ordo Missae“ in einer etwas von der Form verschiedenen Weise gefeiert werden wird, als wir sie seit 400 Jahren, nämlich seit dem heiligen Papst Pius V. und dem Konzil von Trient zu feiern gewohnt waren.

Dieser Wechsel hat etwas Überraschendes, Außerordentli­ches. Denn die Messe wurde bis anhin als traditioneller und unantastbarer Ausdruck unseres religiösen Kultes, der Authentizität unseres Glaubens angesehen.

Wozu dieser Wechsel? Und worin besteht dieser Wechsel? Welche Folgen bedingt er für jene, die an der Heiligen Messe teilnehmen werden?

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen, welche durch eine solch einzigartige NEUHEIT hervorgerufen werden, werden ihnen gegeben werden und ausgiebig in allen Kirchen wiederholt, in allen Veröffentli­chungen religiöser Natur, in allen Schulen, wo man den Religionsunterricht erteilt.

Wieso denn eine solche Abänderung ? Antwort: Sie ist einer Willensäußerung geschuldet, die das kürzlich gefeierte Ökumenische Konzil kundgegeben hat.

Worin besteht diese Änderung ? Sie werden es sehen. Sie besteht in vielen neuen rituellen Vorschriften, die besonders am Anfange eine gewisse Aufmerksamkeit und eine gewisse Sorgfalt erfordern werden. Die persönliche Andacht und das Gemeinschaftsgefühl werden die Beobach­tung dieser neuen Vorschriften leicht und angenehm machen.“

Wir überlassen es unseren Lesern, die angeführten Äußerungen Papst Paul VI. mit dem Dekret QUO PRIMUM seines Vorgängers, des heiligen Pius V. zu vergleichen. Man mag persönlich zu ihnen stehen wie man will, eines ist gewiss: Papst Pius V. und das Tridentinum widersprechen Papst Paul VI., und umgekehrt. Wer diese angeführten Worte aufmerksam mit­einander vergleicht, wird unschwer feststellen können, dass der jetzige Heilige Vater, Papst Paul VI., unter dem Einfluss einer häretischen Carbonaria, die Apostolische Tradition wie sie allein in der Römischen Kirche ungebrochen fortlebt, verraten hat ­und es bricht uns das Herz, wenn wir dies, um der unerbittlichen Wahrheit willen, von der Privatperson jenes Mannes feststellen müssen, von dem wir nach wie vor glauben, dass er der STELLVERTRETER DES GOTTMENSCHEN JESUS CHRISTUS, OBERSTER PRIESTER, HIRTE UND LEHRER DES ORBIS CATHOLICUS und der ganzen Welt ist. — Dass Du, o Herr, Deinen Diener, unseren Papst Paul, in der Wahrheit des Katholischen und Apostolischen Glaubens bestär­ken wollest

TE ROGAMUS — AUDI NOS!

Wir haben vorhin die Worte des II. Vatikanischen Konzils, dieses würdigen theologischen Latrociniums des 20. Jahrhunderts, aus dem Munde jenes Heiligen Vaters vernommen, der es zugelassen hat, dass der alte Römische Messkanon nicht nur vom Throne der Heiligen Liturgie gestoßen, sondern nachträglich noch kräftig verstümmelt, zerstört und durch neomodernistische Verwässerungen und Eintagsfliegen ersetzt wurde — und dies erst noch im Stile von Heinrich Zschokkes bekanntem, rationalistisch-betulichen Zuckerwasserbuch mit dem erbau­lichen Titel „Stunden der Andacht“. — Da also selbst der Papst in die Liquidierung des Kanons eingewilligt oder diese zumin­dest nicht verhindert hat, sind wir gezwungen, anzunehmen, auch er rechne den Kanon und die Vielfalt der oben angeführten Zeremonien während des Vollzugs der Heiligen Messe zu jenen „Elementen“, die im Laufe der Jahre „verdoppelt wurden oder als weniger nützlich hinzugekommen sind. (Vgl. Allg. Audienz v. 19.11.69)

Doch verlieren wir uns nicht in unfruchtbarer Polemik, gehen wir lieber zurück, ad fontes, um nicht mit den fleischlichen Waffen unserer Rhetorik zu kämpfen, sondern mit den Waffen des Heiligen Geistes, wie sie uns die Heilige Mutter Kirche in den Beschlüssen des Konzils von Trient aufbewahrt und nun zum Kampfe gegen die Häresie aus Rom anbietet.

Das Konzil von Trient lehrt in seiner XXII. Session „Doctrina de Sacrificio Missae“ als authentisch:

4. Kapitel. Vom Kanon der Heiligen Messe:

„Und da es sich geziemt, dass das Heilige heilig verrichtet werde, und dieses das heiligste von allen Opfern ist, so hat die Katholische Kirche, damit es würdig und ehrfurchtsvoll dargebracht und empfangen werde, vor vielen Jahrhunder­ten den Heiligen Kanon eingesetzt, der von allem Irrtum so rein ist, dass er nichts enthält, was nicht ganz besonders Heiligkeit und Frömmigkeit bemerken lässt, und die Gemüter der Opfernden zu Gott erhebt; denn derselbe Kanon besteht sowohl aus Anordnungen des Herrn selbst, als auch aus den Überlieferungen der Apostel, und aus frommen Einrichtungen heiliger Päpste.“ —

5. Kapitel. Von den Gebräuchen und Zeremonien des Mess­opfers.

„Weil nun die menschliche Natur so beschaffen ist, dass sie sich nicht leicht ohne äußerliche Beihilfe zur Betrachtung göttlicher Dinge zu erheben vermag, so hat die fromme Mutter Kirche einige Gebräuche eingeführt, dass nämlich in der heiligen Messe einiges mit leiser, anderes aber mit lauter Stimme ausgesprochen werden soll. Ebenso ordnete sie Zeremonien an, so wie die mystischen Segnungen, Lichter, Räucherungen, Gewänder und vieles andere dieser Art, nach der apostolischen Lehre und Überlieferung, damit sowohl die Herrlichkeit dieses so großen Opfers dadurch ausge­zeichnet als auch die Gemüter der Gläubigen durch diese sichtbaren Zeichen der Religion und Frömmigkeit zur Betrachtung der erhabensten Dinge, die in diesem Opfer verborgen sind, angeregt werden“. —

Hellhörige verstehen den päpstlichen Wink mit dem Zaunpfahl:

Der bisherige Kanon, den das Heilige Konzil von Trient ausdrücklich als „von allem Irrtum so rein“, als „nichts enthaltend, was nicht eine ganz besondere Heiligkeit und Frömmigkeit bemerken lässt“, als „die Gemüter der Opfernden zu Gott erhebend“, als „aus den WORTEN DES HERRN SELBST BESTEHEND als auch aus den ÜBER­LIEFERUNGEN DER APOSTEL und aus FROMMEN EINRICHTUNGEN HEILIGER PÄPSTE“,

erklärt, über alles lobt und bestätigt, als auch

Die bisherige Anordnung, dass bei der Feier der Heiligen Messe „einiges mit leiser, anderes aber mit lauter Stimme gesprochen werden soll“,

sowie

Die bisher gültige Bestimmung, dass die Heilige Messe mit den feierlichsten und herrlichsten Zeremonien wie zum Beispiel „mystische Segnungen, Pracht und Lichter, Bilder, Kreuze, wohlduftende Räucherungen“, und in wundervol­len Paramenten, und „vielem Anderem dieser Art“ gefeiert werden müsse,

alle diese authentischen Äußerungen des Kirchlichen Lehram­tes, wie sie das Heilige Konzil von Trient verpflichtend erlassen hat, sind nach den Worten des II. Vatikanischen Konzils, die sich auch der Summus Pontifex in seiner Audienz vom 19. November 1969 zu eigen machte — wenigstens formellerweise! — sind, dem Wortlaut der „Willensäußerung“ wie sie das kürzlich gefeierte „ökumenische Konzil kundgegeben hat“ gemäß

  1. revisionsbedürftig, weil veraltet
  2. unklar und dunkel
  3. die fromme und aktive Teilnahme der Gläubigen erschwerend
  4. von undemokratischer Kompliziertheit
  5. als quasi magisch-esoterischer Geheimkult einer antide­mokratischen Priesterkaste unterdrückungswürdig
  6. unnötige Verdoppelung
  7. weniger und damit sogar wenig nützliche Anhängsel an das „Wesentliche“
  8. Surrogate von liturgischen Elementen, die im Laufe der Zeit verloren gegangen sind.

Man weiß als unbedarftes Kind der Heiligen Mutter Kirche wirklich nicht, worüber man sich bei diesen Auslassungen des „kürzlich gefeierten ökumenischen Konzils“ mehr verwundern soll:

1. Über die naive Ungeheuerlichkeit, mit der Vatikanum II nachträglich Ohrfeigen der Zensur an die erlauchte Versamm­lung zu Trient austeilen zu müssen glaubt und über die eines theologischen Pubeszenten würdige Arroganz, mit der man die ehrwürdigen Konzilsväter aus dem 16. Jahrhundert zu behan­deln geruht — jene vielen heiligmäßigen Kardinäle, Bischöfe, Äbte, Priester, Theologen und Mönche, von denen nicht wenige ihrer Treue zum „papistischen System“ und dessen Römischer Liturgie wegen mit all ihren „Verdoppelungen“, „Kompliziert­heiten“, „weniger nützlichen Zusätzen“, „Surrogaten für Ele­mente, die im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen sind“, schwerste Schmach und sogar blutige Verfolgung seitens der Anhänger des apostasierten Wittenberger Mönches und dessen schweizerischen Helfershelfern, erlitten hatten, und von deren Glaubensernst und Gebetsgeist nicht wenige Konzilsväter des 20. Jahrhunderts samt den theologischen Nattern, die sie an ihrem bischöflichen Busen genährt, sich eine mächtige Scheibe hätten abschneiden können. Sie aber haben sich nicht nur damit begnügt, die Beschlüsse des Konzils von Trient und ihren nun schon seit 400 Jahren ungeschwächt andauernden Segen zu bagatellisieren und mit dem Ruch des Fanatismus zu belegen, sondern sind in ihrem irren Reformationstaumel selbst nicht einmal davor zurückgeschreckt, ihre Kollegen, die das zwar höchst unpluralistische, dafür aber umso katholischer empfin­dende Konzil von Trient zur höheren Ehre Gottes abgehalten haben, durch die entsprechenden Aussagen des II. Vatikani­schen Konzils nachträglich Lügen zu strafen und dem katholischen Volk von heute als

    • Vollidioten in Sachen Liturgie
    • Theologische Schwachköpfe
    • Herrschsüchtige Priesterkaste und
    • Urheber eines frommen Betruges

zur Schau zu stellen, um sie dann anschließend bei den kirchenfeindlichen Häretikern mit sadistischer Freude Spieß­ruten laufen zu lassen. — oder

2. Über die traurige Tatsache, dass sich seit Beginn des II. Vatikanischen Konzils in steigendem Maße eine Dialektik und Sophisterei innerhalb der Kirche Roms, bis hinauf auf die heiligen Höhen des Mons Vaticanus, hat ausbreiten und salonfähig werden können, wie sie bis anhin nur im Machtbe­reich des Bolschewismus gang und gäbe war; unter Anwendung der beiden Erfolgsrezepte „Aus weiß mach schwarz — aus schwarz mach weiß — der Ermordete, nicht der Mörder ist schuld“ — gelten nun auch in weiten Kreisen der Hierarchie und der sie manipulierenden Theologen diese wahrheitsfeindlichen Grundsätze, die dem „Wörterbuch des Unmenschen“ entnom­men sein könnten:

„Die Wahrheit von gestern ist die Häresie von heute.“

„Die Häresie von gestern ist die Wahrheit von heute.“

War gestern noch die vom Konzil von Trient festgelegte Liturgie mit ihrem altehrwürdigen Kanon und ihren heiligen Zeremonien „von allem Irrtum so rein, dass sie nichts enthält, was nicht eine ganz besondere Heiligkeit und Frömmigkeit bemerken lässt, die Gemüter der Opfernden zu Gott erhebend, aus den Worten des HERRN SELBST als auch aus den Überlieferungen der heiligen „Apostel und den frommen Anordnungen heiliger Päpste bestehend“,

so ist sie heute in den Augen des II. Vatikanischen Konzils

„revisionsbedürftig, veraltet, unklar, die Wahrheit die ausgedrückt werden soll, verdunkelnd, die fromme und aktive Teilnahme der Gläubigen erschwerend, von undemo­kratischer Kompliziertheit, voll von Verdoppelungen und weniger nützlichen Anhängseln und Zusätzen, durchsetzt von Surrogaten für jene liturgischen Elemente, die im Laufe der Zeit verloren gegangen sind.“ —

Wahrlich, wir übertreiben nicht: Deutlicher und ärgerniserregender hätten selbst die protestantischen Reformatoren des 16. Jahrhunderts ihrer berüchtigten Verachtung für die alte römische Liturie der Heiligen Messe und deren Kanon nicht Ausdruck verleihen können!

Diese „Willensäußerung des kürzlich gefeierten ökumenischen Konzils“ unterscheidet sich in Tenor und Aussage nur dem Grade, und der Art und Weise nach, von den diesbezüglichen Äußerungen Luthers, Zwinglis und Calvins, und macht sich, nolens volens, zum würdigen Vierten im Bunde des häretischen Kleeblattes, wobei selbstverständlich auch die Haltung und Gestalt des Heiligen Vaters, Papst Paul VI. ins Zwielicht geraten muss, da er ja besagte „Willensäußerung des ökumenischen Konzils“ (Art. 50 der Liturgiekonstitution) nicht nur objektiv zitiert, sondern seinem anschließenden Kommentar zufolge auch voll bejaht. Deshalb wieder einmal mehr:

„Lasset uns beten, dass Gott, der Herr, seinen Diener, unsern Heiligen Vater, Papst Paul VI. im allein wahren, katholischen apostolischen und römischen Glauben der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus erhalten und bestärken möge!

TE ROGAMUS, AUDI NOS!

(Fortsetzung folgt)

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