Franziskus „Bischof von Rom“ – von Franco Adessa

Jorge Mario Bergoglio SJ - Papst Franziskus

Jorge Mario Bergoglio SJ – Papst Franziskus

„Habemus Papam“ wurde mit Freude ausgerufen nach dem weißen Rauch. Der „Neugewähltenahm den Namen Franziskus an und stellte sich selber nur als „Bischof von Rom“ vor. Und weshalb nicht als „Papst“?

Der Name „Franziskus“ löste einen großen Enthusiasmus aus, da der Heilige weltweit geliebt wird und Inbegriff der Demut, Armut, Einfachheit ist, aber auch Inbegriff des Mutes zur Verteidigung des Kath. Glaubens als einzige Quelle des wahren Friedens.

Der Hl. Thomas sagt, dass die Tugend der Demut eine innere Bewegung der Seele ist, die sich scheut, äußerlich in Erscheinung zu treten. Wenn sie dennoch äußerlich in Erscheinung tritt, sagt er, handle es sich um „falsche Demut“, die der Hl. Augustinus sogar als „schlimmen Hochmut“ bezeichnet. Wahre Demut ist daher innerlich und äußert sich nie in einem öffentlichen Schauspiel. Für denjenigen, der als Nachfolger des Hl. Petrus gewählt wurde, bedeutet Demut zum Beispiel, die Tradition des Papsttums zu respektieren und demütig anzunehmen. Viele Päpste der Vergangenheit wurden von Millionen von armen Katholiken in der ganzen Welt geliebt, auch wenn sie die traditionellen roten päpstlichen Schuhe trugen, da diese das Blut an den Füßen Christi während der Geißelung bezeugen und die demütige Unterwerfung des Papstes unter die göttliche Autorität Jesu Christi bedeuten.

Seit 2000 Jahren hilft die Kirche den Armen und Bedürftigen in allen ihren materiellen und geistigen Bedürfnissen, und es ist gewiss schwierig, den neusten Verkündigungen zu glauben, es werde den Armen geholfen, wenn ganze Diözesen sich im Konkurs befinden und ihre Bücher dem Gericht übergeben werden wegen siebenstelligen Summen, die an Missbrauchsopfer bezahlt werden müssen wegen der Korruption des Klerus, der Feind Christi geworden ist. Noch weniger glaubwürdig erscheint dies, wenn man sich auf die internationalen Institutionen bezieht, die offen ihre wahre Absicht äußern, die Weltbevölkerung zu dezimieren. Haben sie vielleicht im Geheimen beschlossen, nur die Reichen zu dezimieren?

Die Schlichtheit in ihrer Ungezwungenheit, Ehrlichkeit und Arglosigkeit bedeutet nicht, die Strukturen abzulehnen oder aufzulösen, welche unerlässlich sind, um das geregelte Funktionieren des Lebens einer Institution und einer geordneten Gemeinschaft zu gewährleisten und sich vor Anarchie und folgender Gewaltherrschaft und Tyrannei zu schützen.

Der Hl. Franziskus führte keine Gespräche mit Muselmanen und Nichtgläubigen, sondern verteidigte den Kath. Glauben als einzigen Heilsweg und als alleinige Quelle des Friedens Christi; dieser Frieden in den Herzen, der sich in der Welt widerspiegeln soll, um die Schmerzen zu lindern und die Dramen zu dämpfen, die durch die unvermeidliche Gegenwart des Gottlosen in der Welt verursacht werden. Der Kern unseres Glaubens an Christus ist die Eucharistie und die Hl. Messe mit dem Kreuzesopfer Christi, mit dem er uns alle erlöste.

Weshalb denn verhinderte Kard. Bergoglio als Primat von Argentinien stets die Tridentinische Messe in seinem Bistum, obwohl Benedikt XVI. sie freigegeben und die bischöfliche Bewilligungspflicht aufgehoben hatte? Und warum ist Benedikt XVI. nie bei den Bischöfen eingeschritten, die seine Anordnungen mit Füßen traten?

Am Abend seiner Wahl stellte sich Franziskus nicht als Papst vor, sondern bloß als „Bischof von Rom“, gemäß der neuen Doktrin der bischöflichen Kollegialität. Ist es vielleicht darum, weil das Papsttum als Hindernis betrachtet wird, den freimaurerischen Ökumenismus einzuführen und mit der bischöflichen Kollegialität die Macht des Papsttums zu ersetzen, ganz im Einklang mit der Doktrin der „freimaurerischen Brüderlichkeit“?

Der Jesuitenpater Bartolomeo Sorge bestätigte zur Wahl von Franziskus: „Wir Jesuiten dürfen weder Prälaten noch Bischöfe werden, ja wir legen ein Gelübde ab, jede kirchliche Amtswürde zurückzuweisen. Folglich war es daher umso weniger vorauszusehen, dass ein Jesuit Papst wird.“ Weshalb bestätigt Pater Sorge, dass Franziskus „ein zum Papst gewordener Jesuit“ ist, während Franziskus sich selber bloß als „Bischof von Rom“ vorstellt?

Hans Küng erklärte zur Wahl von Franziskus: „Ich bin glücklich, das ist die bestmögliche Wahl. Er kennt und liebt das einfache, demütige, wirkliche Leben und steht außerhalb des römischen Systems der Kurie“. Weshalb soviel der Freude und Begeisterung seitens eines Häretikers, der im Grunde jedes katholische Dogma leugnet und sich darüber freut, dass Franziskus „außerhalb des römischen Systems der Kurie steht“?

Der Vater der „Befreiungstheologie“, der Franziskanerpater Leonardo Boff, äußerte sich in einem Interview in „Der Spiegel“ zur Wahl von Franziskus: „Papst Franziskus ist liberaler als man denkt. (…) Bei Themen wie Empfängnisverhütung, Priesterzölibat und Homosexualität folgte Bergoglio als Kardinal einer konservativen Linie nur auf Druck des Vatikans. (…) Vor einigen Monaten z. B. hieß er die Adoption eines Kindes durch ein homosexuelles Paar gut (…).“ Und fügte noch hinzu: „Jetzt ist er Papst und kann alles machen was er will“. Und weshalb berichten uns die Massenmedien genau das Gegenteil?

Am Ende der Presseaudienz erteilte Franziskus nicht den klassischen und feierlichen apostolischen Segen, sondern gebrauchte die extraordinäre Neuschöpfung eines „stillen Segens“, aus „Respekt“ gegenüber Anders- und Nichtgläubigen. Weiß Franziskus, dass es in Freimaurerlogen – per Statut – verboten ist, über Religion zu diskutieren? Tatsächlich vereinigen sie Gläubige und Nichtgläubige verschiedener Religionen und es darf kein Bekenntnis aufgezwungen werden, weil alle „respektiert“ werden müssen.

Warum war Kard. Jorge Bergoglio im vorherigen Konklave von 2005 der vorgeschlagene Kandidat von Freimaurer Kard. Carlo Maria Martini, der üblicherweise die Leitung der freimaurerischen Initiationsriten in Venezuela hatte?

In einem Dokument vom 26. Juli 1999 bedankt sich Kard. Jorge Maria Bergoglio bei Herrn Juan Carlos Becciù, Präsident des Rotary Clubs von Buenos Aires, für seine Aufnahme als “Ehrenmitglied in diese prestigeträchtige Institution”. Hatte der Kardinal denn noch nie das negative Urteil der Kirche über diese Institution gelesen? Im Jahre 1928 schrieben die Bischöfe von Palencia, Orense, Tuy, Leon und Almerìa, dass der Rotary Club eine neue satanische, verdammenswerte und niederträchtige Organisation ist, die der Freimaurerei nahesteht und „sich ausdrücklich zu einem bedingungslosen Laizismus, einer universalen religiösen Gleichgültigkeit bekennt und danach strebt, die Einzelwesen und Gesellschaften mittels einer radikalen, naturalistischen, rationalistischen und auch atheistischen Doktrin zu belehren“.

Die jüdische Hochgradloge der B’nai B’rith von Argentinien hat die Wahl von Kardinal Jorge Maria Bergoglio mit Wohlwollen angenommen, mit folgenden Worten: „Kardinal Jorge Maria Bergoglio ist ein Katholik, der sich für den interreligiösen Dialog einsetzt und ein ausgesprochen brüderliches Verhältnis mit der argentinischen jüdischen Gemeinde aufgebaut hat, im besonderen mit den B’nai B’rith, die seine herzliche und aufrichtige Wertschätzung erfahren durften. Der B’nai B’rith-Orden realisierte mit seiner Unterstützung die Erinnerungsfeiern an die Kristallnacht in verschiedenen Kirchen der Diözese Buenos Aires, darunter zwei in der Kathedrale von Buenos Aires.

Ferner war er es, der bei zwei Gelegenheiten eine Betrachtung über den liturgischen Text „Vom Tod zur Hoffnung“ hielt; das letzte Mal am 12. November 2009.

Er unterstützte auch die jüdische Osterfeier in der Basilika des Hl. Franz im Jahre 2009. Wir erkennen in Franziskus einen Freund der Juden, einen dem Dialog wohlgesinnten Menschen, der sich für die brüderliche Begegnung engagagiert. Wir sind überzeugt, dass er in seinem päpstlichen Amt demselben Engagement verpflichtet sein wird und seine Überzeugung auf dem Weg des interreligiösen Dialoges in die Tat umsetzen wird“. Folglich bietet uns die jüdische Hochgradloge B’nai B’rith eine glaubwürdige Beteuerung, dass das päpstliche Mandat von Franziskus gewiss von der Verpflichtung zum interreligiösen Dialog und einem ausgeprägten brüderlichen Verhältnis mit der  jüdischen Gemeinde gekennzeichnet sein wird. Weshalb dieses „brüderliche Verhältnis“ mit den schlimmsten Feinden Christi, seiner Kirche und der christlichen Völker?

Auch Gustavo Raffi, Großmeister des „Grande Oriente d’Italia“ kommentiert positiv den Beginn des Pontifikats von Franziskus, mit weltlichem Namen Jorge Mario Bergoglio: „Mann der Armen und weitab der Kurie. Brüderlichkeit und der Wunsch zum Dialog waren seine ersten konkreten Worte: vielleicht wird in der Kirche nichts mehr so sein, wie es vorher war. Unser Wunsch ist es, dass das Pontifikat von Franziskus, dem Papst der „vom Ende der Welt kommt“, die Rückkehr der „Kirche des Dialoges“ im Gegensatz zur „institutionellen Kirche“ kennzeichnen kann, indem er eine offene Konfrontation mit der heutigen Welt, mit Gläubigen und Nichtgläubigen fördert, gemäß dem Frühling des 2. Vatikanums.

Der Jesuit, der nahe bei den neusten Ereignissen der Geschichte steht, hat die große Gelegenheit der Welt das Gesicht einer Kirche zu zeigen, die wieder zu einer neuen Menschlichkeit aufrufen muss, statt das Gewicht einer Institution, die sich zur Verteidigung der eigenen Privilegien verschanzt. (…) Das simple Kreuz, das er auf dem weißen Gewand trägt lässt hoffen, dass eine Volkskirche die Fähigkeit zum Dialog mit allen Menschen guten Willens und mit den Freimaurern wiedererlangt. Wie die Erfahrung in Lateinamerika zeigt, arbeitet die Freimaurerei zum Wohl und Fortschritt der Menschheit, wie z. B. Bolivar, Allende und José Martí, um nur einige zu nennen. Dies ist der „weiße Rauch“, den wir von einer zeitgemäßen Kirche erwarten.“

Somit wäre das erwünschte Programm des Großmeisters für das Pontifikat von Franziskus folgendermaßen:

  • –  sicherstellen, dass in der Kirche nichts mehr so ist wie früher;
  • –  eine Kirche des Dialoges schaffen und die institutionelle Kirche eliminieren;
  • –  eine neue Kirche schaffen, die eine neue Menschheit ausruft ohne den Ballast einer Institution;
  • –  eine Volkskirche schaffen, die im Dialog mit allen Menschen und mit den Freimaurern steht;
  • –  und das alles ist möglich, weil es „das Beispiel Lateinamerikas lehrt“.

Wenn es nach dem Großmeister ginge, müsste Franziskus also die institutionelle Kirche zerstören und sie durch eine Kirche des Volkes ersetzen, die offen für alle ist, die Freimaurerei eingeschlossen. Die Worte des Großmeisters scheinen, mehr als ein Wunsch, eine Mahnung zu sein aus Gründen, die wahrscheinlich auf die „Erfahrung Lateinamerikas“ zurückgehen, die Ratschläge dessen gebührend zu berücksichtigen, der nicht falsch verstanden werden will.

Welch bessere Waffe gäbe es, um die Ereignisse in Richtung Zerstörung der „institutionellen Kirche“ zu lenken und zur Schaffung dieser „Kirche des Volkes“, die „eine neue Menschheit ausruft“, wenn nicht sich auf die Demut, die Armut und die Schlichtheit zu stützen, welche anstatt ihre Natur der Tugend zu bewahren, an die grosse Glocke gehängt werden und dem Publikum mit koordiniertem Trommelfeuer der Massenmedien zum Fraß vorgeworfen werden?

Ist es vielleicht der Gedanke, diesem freimaurerischen Programm folgen zu müssen – seit langem beschlossen – der Ursprung des merkwürdigen und beunruhigenden Gebarens des neugewählten Papstes, der sich nicht „Papst“ nennen will, sondern nur „Bischof von Rom“?

Wir wissen, dass es den „christlichen Gehorsam“ gibt, den man dem Vorgesetzten schuldet, wie dieser gegenüber Gott einen höheren Gehorsam schuldet. Wir wissen aber, dass es auch den „freimaurerischen Gehorsam“ gibt, den man den Vorgesetzten schuldet, als wäre dieser Gott.

Als Katholiken schulden wir den „christlichen Gehorsam“ „Petrus“; ein Gehorsam, der bis zum Martyrium führen kann in der Ausführung dessen was „Petrus“ uns befiehlt zum Heil unserer Seele und zum Wohl der Kirche Christi. Aber um „Petrus“ Gehorsam leisten zu können brauchen wir einen Papst; einen Papst als „Petrus“.

Nach all den erschütternden Fakten, die im Laufe der ersten Wochen seit der Wahl von Franziskus aufgetaucht sind, sehen wir uns leider zu dieser Frage gezwungen: in Wirklichkeit, wir, heute, „Habemus Papam“? In Tat und Wahrheit können wir nur dies zur Antwort geben: Nein, es scheint nicht der Fall zu sein!

(Eingesandt. – Aus dem Italienischen übersetzt aus „CHIESA VIVA„, Maggio N° 460, „Francesco, Vescovo di Roma“ del dott. Franco Adessa)

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