ES IST VOLLBRACHT – Erzbischof Marcel Lefebvre hat seinen Lauf vollendet

Mgr. Marcel LefebvreHeute, an diesem 25. März 1991, ist also Erzbischof Marcel Lefebvre, und zwar morgens um 03.30 Uhr, im Spital von Martigny (unweit von Ecône), nach einer schweren Operation, von welcher er sich wieder einigermaßen erholt hatte, (unerwartet plötzlich) in die Ewigkeit abberufen worden. Ich hatte das Privileg, es aus dem Munde eines von ihm geweihten Bischofs, Msgr. Bernard Fellay, am Telefon persönlich zu erfahren, noch ehe ich es auch durch die Nachrichtensendungen vernahm. Eine eigenartige Reaktion stellte ich bei mir fest. Betroffenheit zugleich mit einer tiefinneren Freude, ja mit Jubel. Der große, einzigartig standfeste und würdige Nachfolger der Apostel, der von einer seit dem jüngsten Konzil fieberkranken, halluzinatorisch-verblendeten Kirchenführung Unverstandene, geflissentlich Mißachtete, Übergangene, Verdrängte, Bekämpfte, Suspendierte und schließlich Exkommunizierte und von seinen bischöflichen Confratres zunehmend (oft höhnisch) förmlich Verachtete und Geächtete, hatte also bis in seinen Tod hinein seine geradlinig ganzheitlich-katholische Überzeugung bewahrt und ist allen Pressionen – von woher sie auch immer kamen – bis zuletzt in keinster Weise gewichen.

Damit ist sein wunderbarer, providentieller episkopaler „Solo“-Lauf vollendet, hat er seinen heiligen Kampf ausgekämpft, hat er sein kulminierendes Wirken, sein entscheidendes Werk, die Priesterbruderschaft St. Pius X., als nunmehr aufruhend auf einem unveränderlichen, unerschütterlichen Fundament (seinem abgeschlossenen Leben) als sein heiliges Vermächtnis der Kirche Gottes für alle Zukunft so geschenkt, wie er sie (die PB) all die letzten Jahre hindurch immer sah und verteidigte, ohne irgendein (falsches) Nachgeben, ohne (in einer immerhin ja möglichen Schwäche) irgendeine Korrektur im Sinne derer veranlaßt zu haben, die ständig wollten, daß er doch mitsamt den Seinen „endlich vernünftig, endlich einsichtig, endlich reumütig“ sein und sich „auf den Papst hin“, „auf die Konzilskirche hin“, wenigstens ansatzweise, aufmachen möchte. „Mit Schmerz“ habe der Vatikan die Nachricht vom Tod des Erzbischofs aufgenommen, hieß es gleich in allen Medien, und der Papst habe für den Verstorbenen ein Totengebet gesprochen und seine Seele dem Erbarmen Gottes empfohlen. (Immerhin!). Er habe „bis zuletzt auf ein Zeichen der Reue gehofft“, er wäre jederzeit bereit gewesen, ihn und die mit ihm exkommunizierten Bischöfe wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufzunehmen, wenn er/sie nur wenigstens „Reue gezeigt“ hätte/n! Zur Beschämung der „Konzilskirche“ und zum Triumphe seiner Getreuen ist er aber wie die hl. Jeanne d’Arc in den Tod und damit vor den Richterstuhl Gottes gegangen, ohne wie man es auch bei ihr von kirchenobrigkeitlicher Seite erhofft hatte – Renegat seines persönlichen Bekenntnisses und seines übernatürlichen Auftrages zu werden, ohne seinen „Irrtümern“ und „Fehlhaltungen“ (im Angesichte des Todes), behufs Wiederaussöhnung und damit Aufhebung der Exkommunikation, „abzuschwören“. Und wie es bei der ebenfalls durch höchstkirchliches (vom damaligen Papste „abgesegnetes“) Urteil als Ketzerin, als Hexe verdammten (in Bann gesetzten, exkommunizierten) und auf dem Scheiterhaufen verbrannten und später doch heiliggesprochenen Jeanne d’Arc geschah, wird die Kirche ihr katastrophales Fehlurteil eines besseren Tages in der Zukunft wohl revidieren und den über seinen Tod hinaus Verkannten und Gebannten vielleicht sogar selig- und/oder heiligsprechen! Ich jeden falls brauche diesen Tag nicht abzuwarten, um auf seine Seite zu treten. Wenn man auch nicht mit jeder einzelnen seiner Positionen übereinzustimmen braucht, seine Gesamteinstellung und Gesamthaltung war durchwegs so absolut katholisch, daß man ihn und das, was er im wesentlichen vertrat, nur unter Minderung, unter Schädigung des vollständigen wahren Glaubens ablehnen konnte und kann.

Der 25. März, dieser Tag, der ohnehin schon schönste und tiefste Erinnerungen wachruft, erfährt mithin eine für unsere Zeit sehr bedeutende Bereicherung. Es ist gut, wenn wir uns vor Augen führen, was der 25. März für katholische Christen an Heils-Geheimnissen birgt. Ernst Hello schreibt in seinen 1959 erstmals deutsch erschienenen „Heiligengestalten“: Das Fiat Gottes, der dem Licht befohlen hat zu werden, und das Fiat der Jungfrau, die die göttliche Mutterschaft auf sich genommen hat, sind beide im März (am 25.) gesprochen worden. Im März (am 25.) ist Jesus Christus gestorben, und wahrscheinlich war der 25. März der Tag seiner Fleischwerdung. Die Bollandisten glauben auch, daß im März das Ende der Welt sich ereignen wird. Die Welt wird in demselben Monat gerichtet werden, in dem sie erschaffen wurde. Das Jüngste Gericht wird das Jahresfest der Schöpfung sein. Der Monat März wäre also der Monat der Anfänge und der Monat der Erneuerungen. Vielleicht ist er aus diesem Grunde Artion genannt worden, vom Worte Artius, das bedeutet „der Vollkommene“. Bei den Italienern hieß er Primus: der Erste. Bei den Hebräern wurde er Nizan genannt, und mit ihm begann das Jahr. Die Römer nannten ihn Mars, nach dem Namen des Kriegsgottes. Der erste der Monate wurde dem ersten Götzen zugewiesen, dem Lieblingsgötzen. Die ältesten Überlieferungen der Welt schreiben dem Monat März die merkwürdigsten Vorzüge zu. Es wird berichtet, der März habe Gottes ersten Sieg gesehen. Am 25. März soll Satan vom heiligen Michael besiegt worden sein. Die Engel wurden zu gleicher Zeit erschaffen wie das Licht. Und das Licht wurde von der Finsternis geschieden. Durch diese Scheidung wird die Trennung der guten Engel von den bösen geheimnisvoll angezeigt. Das Licht wie die Engel waren eher da als der Mensch. Am 25. März hat also der erste Kampf und der erste Sieg stattgefunden. Adam wurde geboren, sündigte und starb. Sein Schädel wurde nach der Überlieferung auf dem Kalvarienberg begraben, auf dem sich später das Kreuz des zweiten Adam erheben sollte. Ebenso ist nach der ältesten Überlieferung Abel, der erste Märtyrer, am 25. März ermordet worden. Der Tag, an dem der erste Mord geschah, muß für Adam ein Tag des Erkennens gewesen sein. Der Tod war ihm verkündigt worden, aber er war ihm noch nicht gezeigt worden. Immer noch nach der Überlieferung war es der 25. März, als Melchisedek Gott, dem Höchsten, Brot und Wein zum Opfer darbrachte. Das geheimnisvolle Opfer Melchisedeks mit Brot und Wein als Gaben kündigte das heilige Abendmahl (das hl. Meßopfer) vorher, das auch im März eingesetzt wurde. Im März war es nach der Überlieferung, daß Abraham, da Gott ihn prüfen wollte, den Isaak in das Land Morija führte, um ihn zu opfern. Nach vielen Jahrhunderten wurde das wahre Opfer auch im März dargebracht. Im März sollte sich die Wirklichkeit erfüllen. Der März brachte auch das Bild der Wirklichkeit, Isaak war der Schatten und das Bild dessen, der später den Kalvarienberg erstieg, und an dessen Statt kein Widder trat. Im März, sagt die Überlieferung, sind die Kinder Israels durch das Rote Meer gezogen. Das Osterfest fand zum erstenmal im März statt. Die heilige Veronika starb im März. Der heilige Petrus wurde im März von einem Engel aus dem Gefängnis befreit. Diese Gedenktage treffen nicht zufällig zusammen. Der eine ist der Widerklang des andern, wie das Echo an einer Bergwand das Echo an andern Bergwänden aufruft. Diese Tage zeigen die Stunden an im Uhrwerk der Zeit. Die Nacht, in der die Kinder Isaraels in die Wüste geführt wurden, war aus Licht und Dunkelheit gemacht. Der gigantische Plan, der Schöpfung, Erlösung und Ende der Zeiten umfaßt, ist bald dunkel, bald hell. Die Hand, welche die Menschheit führt, läßt den Schleier bald sinken, bald hebt sie ihn über geheimnisvollen und feierlichen Harmonien. – Es gibt so viel zu sagen über das Ende des Monats März, daß man notwendigerweise eine Auswahl treffen muß. Ende März (25.) ist das Fest der Verkündigung, dies Fest ist auch das Fest der Menschwerdung. Denn daß die Menschwerdung später fällt als die Verkündigung, kann man nicht annehmen; eben dies Fest ist das Fest des höchsten Augenblicks, der seit so vielen Jahrhunderten vorausgesagt wurde, das Fest, auf das die Erzväter und die Propheten harrten und das Abraham zu schauen begehrte. Nach der Menschwerdung hatten alle vom Geist erfüllten Stimmen gerufen, die die Welt vernommen hatte; und die Heiden selbst, von dunkeln Trieben bewegt, ersehnten sie, ohne sie zu kennen…“ Soweit Ernst Hello.

Erzbischof Lefebvre ist also am gleichen Tag gestorben wie der Heiland, und die Todeszeit, 03.30 Uhr, enthält auch noch die 33 des Sterbealters des Gott-Menschen! (Laut Maria von Agreda wurde übrigens auch der hl. Apostel Jakobus der Ältere im Jahre 41 (am 25. März) enthauptet!) Sind solche „Koinzidenzen“ zufällig? Sicher nicht! Der Sterbetag eines Menschen ist der Tag, an welchem GOTT den Menschen in die Ewigkeit abberuft („wer unter euch kann mit all seinem Sorgen seiner Lebenslänge auch nur eine Elle zusetzten?“ (Matth. 6,27; Lukas 12,25), und wenn ein Mensch gerecht und sogar heiligmäßig gelebt hat, ist dieser sein (prädestinierter) Sterbetag auch sein Geburtstag für die Ewigkeit, und darum feiert die Kirche die Feste der Heiligen normalerweise an ihren Sterbetagen! Lesen wir also aus diesen Zeichen Gottes, was andere in ihrer Blindheit gar nicht beachten. Wie schändlich ist doch die Reaktion z.B. des Sekretärs der Schweizerischen Bischofskonferenz, Pater Roland-Bernhard Trauffer, der auf Anfrage in Freiburg erklärte: „Ein Umdenken erhoffen sich die Schweizer Bischöfe von Lefebvres Anhängern nach dem Tod ‚dieser starken, prägenden Persönlichkeit‘, mit der „ein ganzes Paket besonderer Kritik an der nachkonziliaren Kirche verschwinde“. „Die Fanatisierung der Irregeleiteten“ habe viel Unheil angerichtet. Und Markus Vögtlin schreibt in einer dazugehörigen Kolumne in unserer einstmals tatsächlich und heute noch vorgeblich katholischen, in Wirklichkeit anti-katholischen Tageszeitung über Erzbischof Lefebvre, den „rebellischen Kirchenfürsten.., mit dem unversöhnlichen Geist“: „Mit seiner steingewordenen Lehre konnte er aber selber nicht mehr sein als ein Fossil aus längst vergangenen Tagen.“ Dies alles zeigt eben nur, wie völlig irrational, wie an den Tatsachen vorbei solche Auguren urteilen, wie rein emotional und erst noch krankhaft emotional ihr Reagieren auf all das ist, was klar, unverwaschen, treu katholisch, was standhaft allzeit-kirchlich ist.

Der Gründer, der Vater der Priesterbruderschaft und der ganzen Bewegung um sie ist gestorben. Mit seinem „Verschwinden“ wird aber selbstverständlich keineswegs „ein ganzes Paket an besonderer Kritik an der nachkonziliaren Kirche verschwinden“, sondern im Gegenteil nun erst recht sich dadurch vergrößern, vermehren, als diese Priesterbruderschaft ganz bestimmt bedeutend und rasch anwachsen und weltweit gut, noch besser präsent werden wird. „Umdenken“ ist nicht von ihr zu fordern und zu erhoffen; denn ihr Denken ist rein katholisch (geblieben), sondern vom „abgewichenen“ Papst und seiner mithalluzinierten Gefolgschaft. Damit ist aber vorerst wohl nicht zu rechnen. Und deshalb wird die „irregeleitete Kirchenführung“ weiter „viel Unheil anrichten“, wird die Kirche dadurch weiter verfallen und wird die Priesterbruderschaft von allein mehr und mehr Zulauf bekommen. Und der Tag ist vielleicht gar nicht mehr fern, da plötzlich andere, im innersten Kern noch gut, noch echt-katholisch gebliebene Bischöfe (wie z.B. ein so arg und infam bedrängter Bischof Wolfgang Haas), erkennen werden, daß Erzbischof Lefebvre das einzig Richtige getan hat, und sich ihm, d.h. seiner Bewegung, anschließen werden, um den Vatikan und den „Heiligen Stuhl“ mit vereinten Kräften „von außen“ zu „sanieren“. Denn hierin gilt, was die eindeutig echte Mystikerin Maria Sieler bezeugt hat („Erneuerung der Kirche“, S. 158): „Ich spüre in mir den Widerspruch (der modernen Kirchenführung) gegen die unermeßlichen Liebesabsichten Christi. Weil Er geben wollte, nimmt man (die offizielle Kirche, die Hierarchie) das Geschenk nicht an; man will nur das was man sich selbst zurechtdenkt.“

Auch am Konzil und all die Zeit seither wollte man nicht das, was der Heilige Geist schenken wollte, sondern „nur das, was man sich selbst zurechtdachte“! Und der tiefstsitzende Stolz läßt es nicht zu, vor aller Welt zu bekennen: wir haben uns gänzlich geirrt, wir kehren um. Stattdessen denkt und redet man alles weiter „zurecht“ und „widersteht“ man all jenen, die in Wahrheit auf der Seite des Heiligen Geistes stehen und kämpfen. „Weil man die Konsequenzen fürchtet, entzieht man sich der Kenntnisnahme (der Billigung, der Unterstützung) des ganzen (Priester)-Werkes“ (Maria Sieler).

Paul O. Schenker

2 Kommentare zu “ES IST VOLLBRACHT – Erzbischof Marcel Lefebvre hat seinen Lauf vollendet

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